Respektlosigkeit gegenüber dem Leben

Der Wunsch, den Menschen genetisch zu veredeln, hat eine jahrhundertelange Tradition,

die sich mit den heutigen Erscheinungsformen des Transhumanismus zuspitzt.

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An Demut gegenüber dem Leben mangelt es nicht erst seit Kurzem. Bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts weht der Geist der Eugenik durch den wissenschaftlichen Diskurs und beflügelt die Fantasie der Reichen und Mächtigen. Das Bestreben, den Menschen zu verbessern, wechselt immer wieder sein Gewand. Die das Leben verachtende Haltung dahinter bleibt jedoch die gleiche. In der neuen Normalität spitzt sich diese unheilvolle Geisteshaltung zu. Massenhaft werden Genspritzen in- jiziert und die Verschmelzung von Mensch und Maschi- ne angepriesen. Es war und ist eine Ideologie, deren mächtige Anhänger sich anschicken, den aus ihrer Sicht unzulänglichen Menschen beständig zu verbessern und sich selbst ein ewiges Leben zu bescheren. In einem ausführlichen Interview skizziert der Infektionsepide- miologe Eric Markhoff die historische Entwicklung ebendieser Ideologie.

Wilfried Schmitz: Zunächst vielen Dank, dass Sie unsere Fragen zu Ihrem Buch

„Evolution, Eugenik und Transhumanismus“ beantworten möchten, das jetzt ja

auch in englischer Sprache erschienen ist. Was war für Sie der unmittelbare

Anlass, dieses Buch zu schreiben?

Eric Markhoff: Der Themenkomplex „Natur und Leben“ hat mich schon immer begeistert. Bis zu meinem Rausschmiss wegen Coronamaßnahmen-Kritik habe ich im modernen Wissenschaftsbetrieb gearbeitet und eigentlich immer die Wissenschaftler des 18. und 19. Jahrhunderts um ihren universellen Ansatz beneidet. Man denke nur an die Arbeiten der Naturforscher des 19. Jahrhun- derts wie Humboldt oder Darwin und vergleiche sie mit den Arbeiten von Wissenschaftlern, die heutzutage als Geistesgrößen gelten. Seit 2013 war ich beruflich in leitender Funktion in Biosicherheits-Trainingsprogramme involviert, bei denen ich die Gefahr für uns Menschen und die Menschlichkeit, welche von neuen Biotechnologien ausgeht, thematisiert habe und auch in die Gesamt- programme einfließen lassen wollte. Ich wollte also den Transhumanismus als Biosicherheitsrisiko thematisieren. Das ist mir nicht gelungen. Das Thema wurde immer wieder abgeblockt, meist mit dem Argument, wir müssten in den Programmen einen Fokus wahren und sollten uns insbesondere der Gefahr des Bioterrorismus widmen. Inzwischen muss ich erkennen, dass die Programme selbst wohl nur Teil der Vorbereitung des COVID-19-Komplexes waren, ich also für die nur ein nützlicher Idiot war. Zu den Vorbereitungen empfehle ich Paul Schreyers „Chronik einer angekündigten Krise“. Nach meinem Rausschmiss hatte ich dann Zeit, das bereits begonnene Buch „Evolution, Eugenik und Transhumanismus“ fertigzuschreiben und auch eine englische Fassung — „Evolution, Eugenics and Transhumanism“ — zu schreiben.

In Ihrem Buch holen Sie sehr weit aus, da Sie einleitend die gesamte Evolutions-

geschichte des Lebens und des Menschen darstellen und erst dann auch auf die

hochaktuellen Themen der künstlichen Intelligenz eingehen. Offensichtlich war

Ihr Ansatz also der, erst die Geschichte des Lebens darzulegen, damit Sie vor diesem

Hintergrund dieses Verständnisses die Dimension des künstlichen Eingriffs in den

„Plan des Lebens“ deutlich machen können?

Die Geschichte des Lebens ist ja auch viel länger als unser Rumgepfusche daran. Natürlich nimmt das Rumgepfusche am Leben im Medizinstudium mehr Platz ein als das Leben oder die Ehrfurcht vor dem Leben. Das ist wohl durchaus ge- wollt. Die moderne Medizin und die Pharmakologie sind sehr stark durch die Rockefeller‘schen Stiftungen in den Vereinigten Staaten zu Beginn des 20. Jahr- hunderts geprägt. Rockefeller hatte als Öl-Magnat die Einzeleffekt-fokussierte Pharmakologie gefördert und damit universelle Blicke auf Leben und Wohlbe- finden vom Tisch gefegt. Die moderne Medizin hat einen extrem hohen Spezialisierungsgrad in Forschung, Wissenschaft und Entwicklung. Wer Professor werden will, soll immer mehr über immer weniger wissen — und weiß irgendwann alles über gar nichts. Die mit diesem Spezialisierungskult einhergehende Selektion von Wissenschaftlern in hohen Positionen hat dazu geführt, dass von den Wissenschaften so wenig Kritik am großen, monströsen Ganzen des Great Reset kommt. Wir müssen also davon ausgehen, dass all die akademisch hochdekorierten nütz- lichen Idioten, die den globalen Unterdrückungskomplex am Laufen halten, gerade wegen ihrer Ignoranz für Großzusammenhänge in ihre Positionen ge- kommen sind. Um auf mein Buch zurückzukommen: Das transhumanistische Rumgepfusche am Leben ist ein — obgleich monströses — kleines Spezialge- biet im großen Ganzen, in der Geschichte des Lebens. So gesehen hätte man der Geschichte des Lebens noch viel mehr Platz einräumen müssen.

Was sind die zentralen theoretischen Ansätze und Konzepte der Eugenik?

Die Eugenik wendet Darwins Evolutionstheorie auf den Menschen an mit dem Ziel, die Menschen durch Höherzüchtung zu veredeln. Die natürliche Selektion Darwins besteht darin, dass Gene und die dazugehörigen Eigenschaften in einem Organismus, der sich fortpflanzt, über die Generationen bestehen bleiben, wäh- rend solche, die in einem Organismus sind, der sich nicht fortpflanzt, verloren gehen. Darwin verdrängte damit ein anderes Konzept, das damals als Lamarckis- mus diskutiert wurde, nämlich die Weitergabe antrainierter Eigenschaften. Zuchtprinzipien auf den Menschen angewandt bedeutet also die Begünstigung des Erhalts positiver Eigenschaften im Genpool über die Generationen und die Selektion von Menschen mit solch positiven Eigenschaften, mit der Hoffnung der Zucht herausragender menschlicher Individuen und der Höherzüchtung der menschlichen Rasse. In meinem Buch habe ich drei Strategien der Eugenik auf- geführt: die positiv selektierende Eugenik, die negativ selektierende Eugenik und, neu dazugekommen, die Eugenik durch gentechnische Optimierung des menschlichen Genoms. Bei der positiv selektierenden Eugenik werden Individuen mit „fördernswerten“ genetischen Eigenschaften bei der Fortpflanzung gefördert. Die Lebensborn- programme der Nazis sind hier ein Musterbeispiel, aber auch in die Familien- und Sozialpolitik können eugenische Ansätze eingebettet sein. Die negativ selektierende Eugenik ist wohl die brutalste Ausprägung, da hier Individuen, deren Eigenschaften als schlecht angesehen werden, an der Fort- pflanzung gehindert werden durch brutale Ermordung, Sterilisierung oder durch soziale Barrieren. Durch Fortschritte in der Biotechnologie ist inzwischen auch noch die Eugenik durch gentechnische Modifikationen dazugekommen. Hierbei muss die Ände- rung allerdings in den Keimzellen erfolgen — Ei- oder Spermienzellen —, wenn sie an die Nachkommen weitergegeben werden soll. Wenn man sich mit Eugenik und Transhumanismus auf Populationsebene be- schäftigt, kommen demografische Faktoren ins Blickfeld. Was machen wir zum Beispiel, wenn das Konzept der Unsterblichkeit beziehungsweise der Lebens- verlängerung biotechnologisch machbar wird? Wem stehen dann Eingriffe zu, die die Lebenszeit stark verlängern? Wenn Menschen plötzlich Hunderte von Jahren lebten und sich weiter fortpflanzten, käme es rasch zum Überbevölke- rungskollaps. Sobald der Mensch in der Lage ist, die Lebenszeit stark zu ver- längern, wird diese zu einer Ressource, um die Verteilungskämpfe ausbrechen. Uns allen dürfte klar sein, dass Eugenik eine sehr rassistische Komponente haben kann, die in der Vergangenheit zum Tragen kam. Allerdings scheint die transhumanistische Bewegung eher von sozialen Gegensätzen getragen zu sein, wobei die Gefahr besteht, dass sich wenige Superreiche ihr Elysium schaffen wollen, und dies dann auf Kosten der großen Mehrheit der Menschheit geht.

Wann und durch wen hat aus Ihrer Sicht eine Art Fortschreibung der Evolutions-

theorie zur Eugenik stattgefunden, und welche Vordenker waren nach Ihrer Ein-

schätzung für diese Entwicklung verantwortlich?

Ich werde ein paar Personen nennen, weise aber darauf hin, dass Eugenik zu Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts keine kleine Seitenströmung weniger Köpfe, sondern wissenschaftlicher Mainstream war. Der Begriff Eugenik wurde von Francis Galton geprägt, der die Verbesserung des Genpools als erstrebenswert ansah und deshalb in der englischen Gesell- schaft die hohe Fertilität der Unterschicht verurteilte. Galton war ein sehr viel- fältiger Wissenschaftler, und Eugenik war nur eine seiner Interessen. Das heu- tige Galton Institute ist die Nachfolgeorganisation der British Eugenics Society. In Amerika wäre Charles Davenport zu nennen, aus dessen Eugenik-Institut eines der berühmtesten und renommiertesten biologischen Forschungszentren der Welt, die Cold Spring Harbour Laboratories, wurde. Margaret Sanger brachte Demografie, Feminismus und Eugenik zusammen und gründete die American Birth Control League. „Brave New World“ von Aldous Huxley beschreibt eine Gesellschaft, die durch genetische Klassen — Alphas, Betas, Gammas, Deltas, Epsilons — geprägt ist, wobei die Zufriedenheit mit der eigenen Klasse genetisch mitverankert ist und durch klassenspezifische Indoktrinationsprogramme aufrechterhalten wird. Die Huxley-Familie hat aber noch mehr interessante Köpfe hervorgebracht: Aldous‘ Bruder Julian war der Mitbegründer der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation, der UNESCO, ihr erster Generalsekretär und führen- des Mitglied in der British Eugenics Society. Der Großvater der Huxley-Brüder, Thomas Henry Huxley, hatte den Spitznamen „Darwins Bulldogge“, da er als eingefleischter Agnostiker die Evolutionstheorie mit Vehemenz gegen Angriffe seitens religiöser Strömungen verteidigte. Man muss sich vor Augen führen, dass die Anwendung der Evolutionstheorie auf den Menschen an sich nichts Verwerfliches ist, ja bei der Betrachtung der Menschwerdung notwendig ist; das habe ich ja in den entsprechenden Kapiteln meines Buches auch getan. Der Gedanke, den Menschen höherzüchten zu wol- len, wie man es zum Beispiel mit Pferden oder Hunden macht, drängte sich im 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts geradezu auf, und kaum einer, der sich mit der Entwicklung des Lebens beschäftigte, konnte sich den Eugenik-Konzep- ten entziehen. In Deutschland trug Ernst Haeckel zur Verbreitung von Darwins Evolutionstheorie, aber auch der Eugenik-Konzepte bei. Haeckel war Pazifist und und hätte die Angriffskriege Hitlerdeutschlands und die mörderische Rassenpolitik sicherlich nicht unterstützt. Da Haeckel 1919 starb, konnte er sich nicht gegen die Verein- nahmung durch die Nationalsozialisten wehren. Haeckels zoologische Werke mit seinen wunderbaren Handzeichnungen sind bewundernswert, und hätten ihn die Nazis nicht vereinnahmt, würden wir ihn vielleicht heute ähnlich vereh- ren wie Alexander von Humboldt. Aber, wie gesagt, die Eugenikbewegung war nicht das Werk einiger weniger Personen. Die Fortschreibung der Evolutionstheorie zur Eugenik lag gewisser- maßen in der Luft und war wissenschaftlicher Mainstream.

Waren die Vordenker der Eugenik aus Ihrer Sicht letztlich nur die Erfüllungsge-

hilfen einer größeren politischen, wirtschaftlichen und/oder sonstigen Agenda?

Wenn ja: Können Sie Personen oder Kräfte benennen, die diese Agenda ins Leben

gerufen und gefördert haben?

Ich denke, Agenden entwickeln sich im Wechselspiel mit den realen gesellschaft- lichen Entwicklungen, die natürlich auch wiederum von den Agenden mächtiger Akteure beeinflusst und gesteuert werden. Macht war und ist mit Reichtum assoziiert. Hinzu kommt aber auch das strategische Agieren bei Auseinander- setzungen um Macht. Wenn jemand gern und gut Klavier spielt, wird er ein guter Klavierspieler werden und viel Zeit am Klavier verbringen. Eine Person, die mit Leib und Seele nach Macht strebt, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, mächtiger zu werden, als ein Mensch, der mehrere Stunden am Tag Klavier spielt. Der Wille zur Macht begünstigt also den Aufstieg in Machtpositionen. Man muss sich fragen, welche Verhaltensweisen Reichtum und Machtzuwachs einer Einzelperson begünstigen. Ich fürchte, dass dies eher Eigenschaften wie Skrupellosigkeit und Rücksichtslosigkeit sind als Altruismus und Empathie. Ent- sprechende Eigenschaften werden dann auch in mächtigen Clans und Netzwer- ken gefördert. Zudem geht es darum, Abhängigkeiten zu schaffen, zum Beispiel indem man als Plutokrat Politiker fördert, die einem auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind, beispielsweise indem sie erpressbar sind. Wir haben es also mit einer Skrupellosigkeitsselektion der Mächtigen zu tun, die dazu geführt hat, dass die Welt in der Hand von Menschen mit entsprechen- den Charaktereigenschaften liegt. Nun betrachte man genetische Eigenschaf- ten als dazukommenden Machtfaktor, und man kann sich denken, dass mäch- tige Plutokratenclans auch eugenische Ziele zugunsten des eigenen Clans und der eigenen Kaste mitverfolgen. Das atomisierte Einzelindividuum charakterisiert zwar die moderne westliche Gesellschaft, jedoch sind in den obersten Schichten der Superreichen wieder größere Familienverbände vorzufinden. Ich spreche also bewusst von Clans und nicht von Einzelpersonen, da die Weitergabe von Macht und Reichtum über die Generationen, das „Hochhalten der eigenen Blutlinie über die Zeit“, ein wichtiger Machtfaktor ist — man denke an die amerikanischen Geld- und Polit- Dynastien wie den Bush-Clan, den Clinton-Clan oder den Rockefeller-Clan. Auch können größere Gruppen, die über Familienbande zusammengehalten sind, synergistische Macht ausüben und sich gegenseitig bei Angriffen schützen. Durch die Gründung der Federal Reserve (Fed, Zentralbanksystem der Vereinig- ten Staaten) 1913 war es einigen Bankenclans gelungen, eine Agenda durchzu- ziehen, die das wichtigste Machtinstrument, nämlich das Geld der Welt, unter wenigen Clans aufteilte. Namen wie J.P. Morgan, Rothschild, Warburg und Rockefeller sind hier zu nennen. Natürlich gibt es noch viele andere Plutokra- tenclans, die über internationale Netzwerke die Menschheit dominieren. Natür- lich sind nicht alle reichen und einflussreichen Menschen skrupellos und schlecht. Ich denke, wir — das Volk — haben immer auch Fürsprecher unter den Reichen und Mächtigen. Gegen die Gründung der Fed stellten sich zum Beispiel Benja- min Guggenheim, Isidor Strauss und John Jacob Astor. Leider starben alle drei beim Untergang der Titanic. Über Stiftungen wird Macht über die Menschheit ausgeübt, gleichzeitig wer- den Steuern gespart. Ein paar große Clan-Stiftungen kennen wir gut, zum Beis- piel die Carnegie Foundation, Rockefeller Foundation, Bill and Melinda Gates Foundation oder die Clinton Foundation wären da zu nennen. Durch Public- Private-Partnerschaften greifen internationale Großkonzerne und die dahinter- stehenden Plutokraten mehr und mehr Gelder ab, die eigentlich der Gesellschaft, dem Gemeingut dienen sollten. Einige Stiftungen sind per se staatsnah angelegt, zum Beispiel der britische Wellcome Trust, dessen Gründer auch ein bekennender Eugeniker war und der traditionell mit dem Galton Institute — ehemals British Eugenics Society — verbandelt ist, mit dem World Economic Forum (WEF) zusammenarbeitet und eng mit AstraZeneca bei der COVID-19-Impfung kooperiert hat. Über Wellcome Leap haben sich der Wellcome Trust zu Obama-Zeiten und die amerikanische Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) zusammengetan und Ableger im Silicon Valley unter Einbeziehung von Tech-Konzernen wie Google und Facebook gegründet. Google wurde von der Central Intelligence Agency (CIA) unterstützt und Facebook von der DARPA selbst mitgestaltet. Allerdings habe ich durch meine Sozialisation einen verengten Blick auf die Weltmacht USA und die westliche Welt. Welche mächtigen Clans, Konzerne und Pharmariesen zum Beispiel in China dominieren, weiß ich nicht. Da haben wir auch einen Informationsnachteil: Während China dafür gesorgt hat, dass sehr viele Chinesen Englisch können und in westlichen Ländern studieren und leben, gibt es im Westen wenige Menschen, die ähnlich in die chinesische Kultur eingetaucht sind. Die eugenisch-rassistischen Bewegungen des Westens im 20. Jahrhundert ha- ben wir voll im Blick, jedoch wissen wir wenig über eugenische und möglicher- weise rassistische Tendenzen der kommenden Weltmacht China, nur dass die gezielte Ansiedelung von Han-Chinesen in manchen von anderen Ethnien be- wohnten Regionen Chinas gezielt vorangetrieben wird. Im 21. Jahrhundert zeichnen sich eugenische Trennlinien weniger zwischen Rassen oder Völkern ab, sondern zwischen den wenigen Superreichen und der großen Masse der Menschen.

Wie definieren Sie Transhumanismus?

Hier zitiere ich einfach mal den Investigativjournalisten James Corbett, der ein Interview mit der amerikanischen Investigativjournalistin Whitney Webb mit den folgenden Worten eingeleitet hat: „Biodigital convergence is just the old vine of transhumanism in a new bottle and transhumanism is just the old vine of eugenics in a new bottle“ (Biodigitale Konvergenz ist lediglich der alte Wein des Transhumanismus in einer neuen Flasche, und Transhumanismus ist lediglich der alte Wein der Eugenik in einer neuen Flasche).

Was ist aus Ihrer Sicht das letzte Ziel, das mit der Etablierung der künstlichen

Intelligenz und dem transhumanistischen Bemühen, den Menschen mit dieser

Technologie zu „verbinden“, verfolgt wird?

Tja, wenn ich das wüsste. Beim WEF 2018 in Davos hat der Philosoph Harari die Entwicklungen unter dem Blickpunkt der wirtschaftlichen Ausbeutbarkeit der Menschheit dargestellt, vielleicht kann ich das hier kurz wiedergeben: Dem- nach war früher Landbesitz das wichtigste Reichtum und Macht definierende Vermögen, für das die Arbeit von Menschen ausgebeutet wurde, um Reichtü- mer zu schaffen. In den letzten 200 Jahre kamen Maschinen dazu; ich würde auch noch Energierohstoffe erwähnen. Nach Harari sind Daten der wichtigste Rohstoff des 21. Jahrhunderts, und zwar insbesondere Daten aus und über Menschen. Wem es also gelingt, die meisten und tiefsten Daten zu akquirieren, unter anderem durch „Einhacken“ in die Men- schen, wird am meisten Reichtum und Macht erlangen. Im 20. Jahrhundert sei die Demokratie der Diktatur überlegen gewesen, da sie Informationen — Daten — effizienter über verteilte Distanzen verarbeitete. Dies wandle sich jetzt, und die zentralisierte Datenverarbeitung und Kontrolle werde immer effizienter, weshalb Gesellschaften, die eine digitale Diktatur ver- wirklicht haben, die freiheitlich und demokratisch strukturierten Gesellschaften wirtschaftlich überflügeln würden. Eric Schmidt (Google, Alphabet), einer der Antreiber der künstlichen Intelligenzentwicklung und Beeinflusser nationaler Sicherheitsstrategien der USA, hält es deshalb für notwendig, dass die west- lichen Gesellschaften zu Überwachungsgesellschaften umgebaut werden müs- sen, um wirtschaftlich nicht ins Hintertreffen zu geraten. Sie haben nach einem letzten Ziel der transhumanistischen Bemühungen ge- fragt. Die Evolution als Akkumulation stochastischer Prozesse über Jahrmillio- nen wird im evolutionsbiologischen Denken als nicht zielgerichtet angesehen. Dies kann sich nun aber tatsächlich ändern; wenn Menschen in unsere Biologie eingreifen, können diese erstmals Ziele setzen. Im 20. Jahrhundert hatten die meist national orientierten Eugeniker das Ziel, die eigene Rasse zu veredeln. Welche Ziele die wenigen Superreichen haben, die Einfluss haben, kann man nur erahnen. Möglicherweise gibt es keine klaren Ziele, sondern immer nur Zwischenziele, die dann bei Netzwerktreffen in vage Ziel-Agenden gegossen werden, welche wiederum zu konkreten, machtorientierten, suppressiven ope- rationellen Agenden werden, wie sie wir jetzt im COVID-19-Komplex erleiden müssen. Dieser ist wohl Bestandteil dessen, was in mehreren Formen als Agen- da 2030 bezeichnet wird. Ein immer wieder auftauchendes Ziel scheint jedoch Bevölkerungskontrolle zu sein, qualitativ durch Überwachung und Steuerung, aber auch quantitativ. Bei den wenigen mächtigen Akteuren scheint auf indivi- dueller Ebene aber immer das Streben nach mehr Macht als permanentes Ziel zu bestehen. Um dies nicht allzu entmutigend abzuschließen: Was auch immer die Agenda mit all den Zwischenzielen sein mag — dahinter steht nur eine winzig kleine Minderheit der Menschheit. Wir sind viel mehr und können diese Entwicklun- gen stoppen.

Sind Sie spirituell? Ich frage, weil viele Menschen in dieser transhumanistischen

Agenda letztlich das Werk des Teufels erkennen, der diese Schöpfung entmensch-

lichen und zerstören will. Teilen Sie diese Wahrnehmung oder können Sie sie

nachvollziehen?

Ich denke, dass ich mit der stattfindenden Entzauberung der zeitgenössischen Wissenschaft wesentlich offener für andere Zugänge zu geistigen Themen ge- worden bin. Spiritualität ist eine nicht gegenständliche Entität, die im Geiste entsteht. Wir müssen uns vor Augen führen, dass wir als Mensch ständig mit nicht realen Realitäten zu tun haben. Institutionen wie Geld, Staat oder Marken- namen sind nicht gegenständliche Entitäten, die nur als Konzept real geworden sind, aber mehr Macht entfalten als gegenständliche Entitäten. Die Frage, ob es einen Teufel als Wesen gibt, brauche ich also für mich gar nicht zu beantworten, denn als Konzept gibt es den Teufel, und dieses Konzept ist wohl tatsächlich hier am Wirken. Der Teufel ist also eine Realität. Ob eine reale oder nicht reale Realität ist dabei zweitrangig, zumal dieser Krieg zu einem Großteil auf spiritueller Ebene ausgetragen wird.

Welche Möglichkeiten hat die Menschheit, um sich dieser transhumanistischen

Agenda zu widersetzen?

Die transhumanistische Agenda wird von einer winzig kleinen, aber leider sehr mächtigen Gruppierung getragen, Plutokraten mit ihren Clanstrukturen, Stif- tungen und Erfüllungsgehilfen aus der Politik, den wenigen, die vom Transhu- manismus profitieren würden, zum Beispiel indem sie viel länger leben könnten — was gleichzeitig bedeutet, dass sie auch Lebenszeit von uns allen für sich beanspruchen werden. Dass diese kleine Minderheit die gesamte Menschheit so massiv unterdrückt, ist kein neues Phänomen und wurde von Noam Chomsky als „Hume‘s Paradox“ bezeichnet: Machtsysteme scheinen viel stärker, als sie eigentlich sind. Die De-facto-Macht liegt eigentlich in der Hand der Vielen, die der Macht Weni- ger unterworfen sind. Insbesondere in Staaten und Machtsystemen, die äußer- lich Meinungsfreiheit gewähren, ist die Medien- und Meinungsindustrie von außerordentlicher Wichtigkeit: Wenn man den der Macht Unterworfenen zuges- teht, frei ihre Meinung zu äußern, muss man dafür sorgen, dass das im Volk entstehende Meinungsspektrum im Interesse der Machthaber liegt. Die Aufga- be des Medienapparates liegt also darin, die „öffentliche Meinung“ so zu steu- ern, dass die Mehrheitsmeinung zu Disziplinierungsmechanismen führt, sodass Abweichler durch andere Menschen aus dem Volk bestraft werden, zum Beis- piel durch Diffamierung und soziale Ächtung. Im Jahr 2020 ist vielen der Macht Unterworfenen dieser Unterdrückungszustand bewusst geworden, da hat tatsächlich ein kollektives Erwachen stattgefunden. Natürlich ist es frustrierend zu sehen, wie viele Menschen immer noch den alten Unterdrückungsstrukturen trauen (wollen) und sich zum Beispiel einen Impfstoff injizieren lassen, der nachgewiesenermaßen mehr Gesundheitsscha- den als Nutzen mit sich bringt. Viele dieser Menschen leben wohl noch in einer kognitiven Dissonanz. Sie könnten im Grunde schon sehen, dass sie einer ziem- lich finsteren und bösen Macht unterworfen sind, wenn sie nur bereit wären, dies einzusehen. Man spürt eine massive Erschütterung des Vertrauens in die Regierenden. Ich schreibe absichtlich „spürt“, da dieser Vertrauensverlust vielen gar nicht be- wusst ist oder geradezu geleugnet wird. Sich einzugestehen, dass man sich im Grunde eben nicht den Herrschenden anvertrauen kann, erschüttert ein tiefes Urvertrauen, das in der menschlichen Evolution entstanden ist. Der Mensch hat eine jahrelange Abhängigkeitsphase, die Kindheit, in der das Vertrauen auf die elterliche Macht ein Überlebensvorteil ist. Ohne Autoritäten, denen wir ver- trauen können/wollen, fühlen wir uns einsamer und verlorener. Dies wird von der Macht-Propaganda schamlos ausgenutzt — man denke an Framing-Wörter wie „Landesvater“ oder „Mutti“. Vertrauen ist an sich kein schlechter Zug, kann aber leider missbraucht werden. Das weltweite Ausmaß von Machtmissbrauch wird heutzutage dank unabhän- giger Jedermann-Medienportale ausgeleuchtet. Der Machtmissbrauch ist im Grunde leicht zu sehen. Der schwierigste Schritt scheint der vom „Sehen“ zum „Einsehen“ zu sein, unterbewusstes Leugnen des Gesehenen überwinden. Dieses Leugnen wird massiv von systemtreuen Medien gestützt. Im Moment setzen die Machtmedien alles daran zu verhindern, dass die Men- schen einsehen, was sie im Grunde schon gesehen haben. Mir scheint aber, dass auf der anderen Seite allmählich auch Panik herrscht. Die unabhängige Medienlandschaft ist inzwischen so weit verbreitet, dass die Mächtigen diese auf lange Sicht nicht eindämmen können. Die Paste ist aus der Tube.

Wo sehen Sie die Welt in 10 bis 20 Jahren? Was wird sich nach Ihrer Überzeugung

durchsetzen? Die Kräfte, die das Leben schützen wollen, oder die Kräfte, die das

Leben mit der Technik „transformieren“ wollen?

Ich bin weiterhin verhalten optimistisch, warne aber davor, die Bedrohlichkeit der Situation zu negieren. Es hat aber den Anschein, dass einige Dinge von der anderen Seite immer hektischer durchgedrückt werden, und man bekommt den Eindruck, dass hier Schritte eingeführt werden, für die die Bevölkerung noch nicht weit genug weichgekocht war. Ich habe den Eindruck, dass hier Dinge in wesentlich kürzerer Zeit passieren als von der anderen Seite geplant. Die nächste Zeit könnte entscheidend sein. Wenn es gelingt, das Corona-Karten- haus zum Einsturz zu bringen, wackelt auch die Festung der uns unterdrücken- den Plutokraten und deren Organisationen, zum Beispiel World Economic Fo- rum, International Monetary Fund, Worldbank et cetera. Entscheidend ist es, die Globalisierung der Macht auszubremsen: Politische Entscheidungen müssen künftig wieder auf der niedrigstmöglichen Organisationsebene getroffen wer- den. Da, wo Koordination notwendig ist, wird diese ja durchaus weiterbestehen, zum Beispiel bei Industrienormen, und auch die Völkerverständigung hängt nicht von globalen Machtorganisationen ab, sondern wird wahrscheinlich sogar er- leichtert, wenn Mobilität als Recht und nicht als Zwang im Vordergrund steht. Obgleich ich hoffe, dass das Kartenhaus noch vor dem Winter zusammenbricht, bereite ich mich selbst auf einen schwierigen Winter vor. Die nächsten zwei bis drei Jahre könnten noch einmal hart werden. Wir wissen noch nicht, welche gesundheitlichen Langzeitschäden durch die COVID-Impfungen hervorgerufen werden, müssen aber mit erheblichen Gesundheitsschäden, zum Beispiel durch thromboembolische Ereignisse und Gefäßentzündungen, rechnen. Inwiefern irreversible Modifikationen der geimpften Menschen hinsichtlich ihres Mensch- seins eingetreten sind, überlasse ich den Spekulationen des Lesers. Aber schon jetzt ist auch ohne pharmakologische Erwägungen sichtbar, dass erhebliche Zerstörungen der individuellen und kollektiven Psyche angerichtet wurden. Die Spalte-und-herrsche-Politik des Berliner Regimes wird im Herbst noch ein- mal eskaliert werden. Die werden versuchen, Geimpfte und Ungeimpfte aufein- anderzuhetzen und Ungeimpfte für alles mögliche Unheil — insbesondere vom Regime angerichtetes Unheil — zum Sündenbock deklarieren. Zudem wird man versuchen, Streit darüber zu entfachen, was Ungeimpfte und Geimpfte dürfen. Die Frage ist aber nicht, was wir dürfen, sondern was wir mit uns machen lassen — danke, Nena. Dieser Satz zeugt von einem großen Geist.

Wir bedanken uns ganz herzlich für Ihre Antworten und das Interview und wün-

schen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Aufklärungsarbeit.

Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt Futureway diesen Text in der Zweitverwertung und weist freundlich darauf hin, dass freie Medien wie Rubikon auf Spenden angewiesen sind.
Foto: Pixabay
Datum 10.09.2021 von Eric Markhoff, Wilfried Schmitz
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Was sind die zentralen theoretischen Ansätze

und Konzepte der Eugenik?

Die Eugenik wendet Darwins Evolutionstheorie auf den Menschen an mit dem Ziel, die Menschen durch Höherzüchtung zu veredeln. Die natürliche Selektion Darwins besteht darin, dass Gene und die dazuge- hörigen Eigenschaften in einem Organismus, der sich fortpflanzt, über die Generationen bestehen bleiben, während solche, die in einem Organismus sind, der sich nicht fortpflanzt, verloren gehen. Darwin verdrängte damit ein anderes Konzept, das damals als Lamarckismus diskutiert wurde, nämlich die Weitergabe antrainierter Eigenschaften. Zuchtprinzipien auf den Menschen angewandt be- deutet also die Begünstigung des Erhalts positiver Eigenschaften im Genpool über die Generationen und die Selektion von Menschen mit solch positiven Eigenschaften, mit der Hoffnung der Zucht heraus- ragender menschlicher Individuen und der Höher- züchtung der menschlichen Rasse. In meinem Buch habe ich drei Strategien der Eugenik aufgeführt: die positiv selektierende Eugenik, die negativ selektie- rende Eugenik und, neu dazugekommen, die Euge- nik durch gentechnische Optimierung des mensch- lichen Genoms. Bei der positiv selektierenden Eugenik werden Indi- viduen mit „fördernswerten“ genetischen Eigen- schaften bei der Fortpflanzung gefördert. Die Lebensbornprogramme der Nazis sind hier ein Mus- terbeispiel, aber auch in die Familien- und Sozialpo- litik können eugenische Ansätze eingebettet sein. Die negativ selektierende Eugenik ist wohl die bru- talste Ausprägung, da hier Individuen, deren Eigen- schaften als schlecht angesehen werden, an der Fortpflanzung gehindert werden durch brutale Er- mordung, Sterilisierung oder durch soziale Barrieren. Durch Fortschritte in der Biotechnologie ist inzwi- schen auch noch die Eugenik durch gentechnische Modifikationen dazugekommen. Hierbei muss die Änderung allerdings in den Keimzellen erfolgen — Ei- oder Spermienzellen —, wenn sie an die Nach- kommen weitergegeben werden soll. Wenn man sich mit Eugenik und Transhumanismus auf Populationsebene beschäftigt, kommen demo- grafische Faktoren ins Blickfeld. Was machen wir zum Beispiel, wenn das Konzept der Unsterblichkeit beziehungsweise der Lebensverlängerung biotech- nologisch machbar wird? Wem stehen dann Ein- griffe zu, die die Lebenszeit stark verlängern? Wenn Menschen plötzlich Hunderte von Jahren lebten und sich weiter fortpflanzten, käme es rasch zum Überbevölkerungskollaps. Sobald der Mensch in der Lage ist, die Lebenszeit stark zu verlängern, wird diese zu einer Ressource, um die Verteilungskämpfe ausbrechen. Uns allen dürfte klar sein, dass Eugenik eine sehr rassistische Komponente haben kann, die in der Vergangenheit zum Tragen kam. Allerdings scheint die transhumanistische Bewegung eher von sozia- len Gegensätzen getragen zu sein, wobei die Gefahr besteht, dass sich wenige Superreiche ihr Elysium schaffen wollen, und dies dann auf Kosten der großen Mehrheit der Menschheit geht.

Wann und durch wen hat aus Ihrer Sicht eine

Art Fortschreibung der Evolutionstheorie zur

Eugenik stattgefunden, und welche Vordenker

waren nach Ihrer Einschätzung für diese Ent-

wicklung verantwortlich?

Ich werde ein paar Personen nennen, weise aber darauf hin, dass Eugenik zu Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts keine kleine Seiten- strömung weniger Köpfe, sondern wissenschaft- licher Mainstream war. Der Begriff Eugenik wurde von Francis Galton ge- prägt, der die Verbesserung des Genpools als erst- rebenswert ansah und deshalb in der englischen Gesellschaft die hohe Fertilität der Unterschicht verurteilte. Galton war ein sehr vielfältiger Wissen- schaftler, und Eugenik war nur eine seiner Interes- sen. Das heutige Galton Institute ist die Nachfolge- organisation der British Eugenics Society. In Amerika wäre Charles Davenport zu nennen, aus dessen Eugenik-Institut eines der berühmtesten und renom- miertesten biologischen Forschungszentren der Welt, die Cold Spring Harbour Laboratories, wurde. Margaret Sanger brachte Demografie, Feminismus und Eugenik zusammen und gründete die American Birth Control League. „Brave New World“ von Aldous Huxley beschreibt eine Gesellschaft, die durch genetische Klassen — Alphas, Betas, Gammas, Deltas, Epsilons — geprägt ist, wobei die Zufriedenheit mit der eigenen Klasse genetisch mitverankert ist und durch klassenspe- zifische Indoktrinationsprogramme aufrechterhal- ten wird. Die Huxley-Familie hat aber noch mehr interessante Köpfe hervorgebracht: Aldous‘ Bruder Julian war der Mitbegründer der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation, der UNESCO, ihr erster Generalsekretär und führen- des Mitglied in der British Eugenics Society. Der Großvater der Huxley-Brüder, Thomas Henry Huxley, hatte den Spitznamen „Darwins Bulldogge“, da er als eingefleischter Agnostiker die Evolutionstheorie mit Vehemenz gegen Angriffe seitens religiöser Strömungen verteidigte. Man muss sich vor Augen führen, dass die Anwen- dung der Evolutionstheorie auf den Menschen an sich nichts Verwerfliches ist, ja bei der Betrachtung der Menschwerdung notwendig ist; das habe ich ja in den entsprechenden Kapiteln meines Buches auch getan. Der Gedanke, den Menschen höher- züchten zu wollen, wie man es zum Beispiel mit Pferden oder Hunden macht, drängte sich im 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts geradezu auf, und kaum einer, der sich mit der Entwicklung des Le- bens beschäftigte, konnte sich den Eugenik-Kon- zepten entziehen. In Deutschland trug Ernst Haeckel zur Verbreitung von Darwins Evolutionstheorie, aber auch der Euge- nik-Konzepte bei. Haeckel war Pazifist und und hätte die Angriffskriege Hitlerdeutschlands und die mör- derische Rassenpolitik sicherlich nicht unterstützt. Da Haeckel 1919 starb, konnte er sich nicht gegen die Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten wehren. Haeckels zoologische Werke mit seinen wunderbaren Handzeichnungen sind bewunderns- wert, und hätten ihn die Nazis nicht vereinnahmt, würden wir ihn vielleicht heute ähnlich verehren wie Alexander von Humboldt. Aber, wie gesagt, die Eugenikbewegung war nicht das Werk einiger weniger Personen. Die Fortschrei- bung der Evolutionstheorie zur Eugenik lag gewis- sermaßen in der Luft und war wissenschaftlicher Mainstream.

Waren die Vordenker der Eugenik aus Ihrer Sicht

letztlich nur die Erfüllungsgehilfen einer grö-

ßeren politischen, wirtschaftlichen und/oder

sonstigen Agenda? Wenn ja: Können Sie Perso-

nen oder Kräfte benennen, die diese Agenda ins

Leben gerufen und gefördert haben?

Ich denke, Agenden entwickeln sich im Wechselspiel mit den realen gesellschaftlichen Entwicklungen, die natürlich auch wiederum von den Agenden mäch- tiger Akteure beeinflusst und gesteuert werden. Macht war und ist mit Reichtum assoziiert. Hinzu kommt aber auch das strategische Agieren bei Aus- einandersetzungen um Macht. Wenn jemand gern und gut Klavier spielt, wird er ein guter Klavierspie- ler werden und viel Zeit am Klavier verbringen. Eine Person, die mit Leib und Seele nach Macht strebt, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, mächtiger zu werden, als ein Mensch, der mehrere Stunden am Tag Klavier spielt. Der Wille zur Macht begünstigt also den Aufstieg in Machtpositionen. Man muss sich fragen, welche Verhaltensweisen Reichtum und Machtzuwachs einer Einzelperson begünstigen. Ich fürchte, dass dies eher Eigenschaf- ten wie Skrupellosigkeit und Rücksichtslosigkeit sind als Altruismus und Empathie. Entsprechende Eigenschaften werden dann auch in mächtigen Clans und Netzwerken gefördert. Zudem geht es darum, Abhängigkeiten zu schaffen, zum Beispiel indem man als Plutokrat Politiker fördert, die einem auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind, beispiels- weise indem sie erpressbar sind. Wir haben es also mit einer Skrupellosigkeitsselek- tion der Mächtigen zu tun, die dazu geführt hat, dass die Welt in der Hand von Menschen mit ent- sprechenden Charaktereigenschaften liegt. Nun betrachte man genetische Eigenschaften als dazu- kommenden Machtfaktor, und man kann sich den- ken, dass mächtige Plutokratenclans auch euge- nische Ziele zugunsten des eigenen Clans und der eigenen Kaste mitverfolgen. Das atomisierte Einzelindividuum charakterisiert zwar die moderne westliche Gesellschaft, jedoch sind in den obersten Schichten der Superreichen wieder größere Familienverbände vorzufinden. Ich spreche also bewusst von Clans und nicht von Einzel- personen, da die Weitergabe von Macht und Reich- tum über die Generationen, das „Hochhalten der eigenen Blutlinie über die Zeit“, ein wichtiger Macht- faktor ist — man denke an die amerikanischen Geld- und Polit-Dynastien wie den Bush-Clan, den Clinton- Clan oder den Rockefeller-Clan. Auch können grö- ßere Gruppen, die über Familienbande zusammen- gehalten sind, synergistische Macht ausüben und sich gegenseitig bei Angriffen schützen. Durch die Gründung der Federal Reserve (Fed, Zen- tralbanksystem der Vereinigten Staaten) 1913 war es einigen Bankenclans gelungen, eine Agenda durch- zuziehen, die das wichtigste Machtinstrument, näm- lich das Geld der Welt, unter wenigen Clans aufteil- te. Namen wie J.P. Morgan, Rothschild, Warburg und Rockefeller sind hier zu nennen. Natürlich gibt es noch viele andere Plutokratenclans, die über internationale Netzwerke die Menschheit dominie- ren. Natürlich sind nicht alle reichen und einfluss- reichen Menschen skrupellos und schlecht. Ich denke, wir — das Volk — haben immer auch Für- sprecher unter den Reichen und Mächtigen. Gegen die Gründung der Fed stellten sich zum Beispiel Ben- jamin Guggenheim, Isidor Strauss und John Jacob Astor. Leider starben alle drei beim Untergang der Titanic. Über Stiftungen wird Macht über die Menschheit ausgeübt, gleichzeitig werden Steuern gespart. Ein paar große Clan-Stiftungen kennen wir gut, zum Beis- piel die Carnegie Foundation, Rockefeller Foundation, Bill and Melinda Gates Foundation oder die Clinton Foundation wären da zu nennen. Durch Public-Private- Partnerschaften greifen internationale Großkonzer- ne und die dahinterstehenden Plutokraten mehr und mehr Gelder ab, die eigentlich der Gesellschaft, dem Gemeingut dienen sollten. Einige Stiftungen sind per se staatsnah angelegt, zum Beispiel der britische Wellcome Trust, dessen Gründer auch ein bekennender Eugeniker war und der traditionell mit dem Galton Institute — ehemals British Eugenics Society — verbandelt ist, mit dem World Economic Forum (WEF) zusammenarbeitet und eng mit AstraZeneca bei der COVID-19-Impfung kooperiert hat. Über Wellcome Leap haben sich der Wellcome Trust zu Obama-Zeiten und die amerika- nische Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) zusammengetan und Ableger im Silicon Valley unter Einbeziehung von Tech-Konzernen wie Google und Facebook gegründet. Google wurde von der Central Intelligence Agency (CIA) unter- stützt und Facebook von der DARPA selbst mitges- taltet. Allerdings habe ich durch meine Sozialisation einen verengten Blick auf die Weltmacht USA und die westliche Welt. Welche mächtigen Clans, Konzerne und Pharmariesen zum Beispiel in China dominieren, weiß ich nicht. Da haben wir auch einen Informa- tionsnachteil: Während China dafür gesorgt hat, dass sehr viele Chinesen Englisch können und in westli- chen Ländern studieren und leben, gibt es im Westen wenige Menschen, die ähnlich in die chinesische Kultur eingetaucht sind. Die eugenisch-rassistischen Bewegungen des Wes- tens im 20. Jahrhundert haben wir voll im Blick, je- doch wissen wir wenig über eugenische und mögli- cherweise rassistische Tendenzen der kommenden Weltmacht China, nur dass die gezielte Ansiedelung von Han-Chinesen in manchen von anderen Ethnien bewohnten Regionen Chinas gezielt vorangetrieben wird. Im 21. Jahrhundert zeichnen sich eugenische Trenn- linien weniger zwischen Rassen oder Völkern ab, sondern zwischen den wenigen Superreichen und der großen Masse der Menschen.

Wie definieren Sie Transhumanismus?

Hier zitiere ich einfach mal den Investigativjourna- listen James Corbett, der ein Interview mit der amerikanischen Investigativjournalistin Whitney Webb mit den folgenden Worten eingeleitet hat: „Biodigital convergence is just the old vine of trans-- humanism in a new bottle and transhumanism is just the old vine of eugenics in a new bottle“ (Bio- digitale Konvergenz ist lediglich der alte Wein des Transhumanismus in einer neuen Flasche, und Trans- humanismus ist lediglich der alte Wein der Eugenik in einer neuen Flasche).

Was ist aus Ihrer Sicht das letzte Ziel, das mit

der Etablierung der künstlichen Intelligenz und

dem transhumanistischen Bemühen, den Men-

schen mit dieser Technologie zu „verbinden“,

verfolgt wird?

Tja, wenn ich das wüsste. Beim WEF 2018 in Davos hat der Philosoph Harari die Entwicklungen unter dem Blickpunkt der wirtschaftlichen Ausbeutbarkeit der Menschheit dargestellt, vielleicht kann ich das hier kurz wiedergeben: Demnach war früher Land- besitz das wichtigste Reichtum und Macht definie- rende Vermögen, für das die Arbeit von Menschen ausgebeutet wurde, um Reichtümer zu schaffen. In den letzten 200 Jahre kamen Maschinen dazu; ich würde auch noch Energierohstoffe erwähnen. Nach Harari sind Daten der wichtigste Rohstoff des 21. Jahrhunderts, und zwar insbesondere Daten aus und über Menschen. Wem es also gelingt, die meis- ten und tiefsten Daten zu akquirieren, unter ande- rem durch „Einhacken“ in die Menschen, wird am meisten Reichtum und Macht erlangen. Im 20. Jahr- hundert sei die Demokratie der Diktatur überlegen gewesen, da sie Informationen — Daten — effizien- ter über verteilte Distanzen verarbeitete. Dies wandle sich jetzt, und die zentralisierte Daten- verarbeitung und Kontrolle werde immer effizien- ter, weshalb Gesellschaften, die eine digitale Dikta- tur verwirklicht haben, die freiheitlich und demokra- tisch strukturierten Gesellschaften wirtschaftlich überflügeln würden. Eric Schmidt (Google, Alpha- bet), einer der Antreiber der künstlichen Intelligenz- entwicklung und Beeinflusser nationaler Sicherheits- strategien der USA, hält es deshalb für notwendig, dass die westlichen Gesellschaften zu Überwachungs- gesellschaften umgebaut werden müssen, um wirt- schaftlich nicht ins Hintertreffen zu geraten. Sie haben nach einem letzten Ziel der transhuma- nistischen Bemühungen gefragt. Die Evolution als Akkumulation stochastischer Prozesse über Jahrmil- lionen wird im evolutionsbiologischen Denken als nicht zielgerichtet angesehen. Dies kann sich nun aber tatsächlich ändern; wenn Menschen in unsere Biologie eingreifen, können diese erstmals Ziele setzen. Im 20. Jahrhundert hatten die meist national orientierten Eugeniker das Ziel, die eigene Rasse zu veredeln. Welche Ziele die wenigen Superreichen haben, die Einfluss haben, kann man nur erahnen. Möglicher- weise gibt es keine klaren Ziele, sondern immer nur Zwischenziele, die dann bei Netzwerktreffen in vage Ziel-Agenden gegossen werden, welche wiederum zu konkreten, machtorientierten, suppressiven ope- rationellen Agenden werden, wie sie wir jetzt im COVID-19-Komplex erleiden müssen. Dieser ist wohl Bestandteil dessen, was in mehreren Formen als Agenda 2030 bezeichnet wird. Ein immer wieder auf- tauchendes Ziel scheint jedoch Bevölkerungskon- trolle zu sein, qualitativ durch Überwachung und Steuerung, aber auch quantitativ. Bei den wenigen mächtigen Akteuren scheint auf individueller Ebene aber immer das Streben nach mehr Macht als per- manentes Ziel zu bestehen. Um dies nicht allzu entmutigend abzuschließen: Was auch immer die Agenda mit all den Zwischenzielen sein mag — dahinter steht nur eine winzig kleine Minderheit der Menschheit. Wir sind viel mehr und können diese Entwicklungen stoppen.

Sind Sie spirituell? Ich frage, weil viele Menschen

in dieser transhumanistischen Agenda letztlich

das Werk des Teufels erkennen, der diese Schöp-

fung entmenschlichen und zerstören will. Teilen

Sie diese Wahrnehmung oder können Sie sie

nachvollziehen?

Ich denke, dass ich mit der stattfindenden Entzau- berung der zeitgenössischen Wissenschaft wesent- lich offener für andere Zugänge zu geistigen Themen geworden bin. Spiritualität ist eine nicht gegenständ- liche Entität, die im Geiste entsteht. Wir müssen uns vor Augen führen, dass wir als Mensch ständig mit nicht realen Realitäten zu tun haben. Institutionen wie Geld, Staat oder Markennamen sind nicht gegen- ständliche Entitäten, die nur als Konzept real gewor- den sind, aber mehr Macht entfalten als gegenständ- liche Entitäten. Die Frage, ob es einen Teufel als Wesen gibt, brau- che ich also für mich gar nicht zu beantworten, denn als Konzept gibt es den Teufel, und dieses Konzept ist wohl tatsächlich hier am Wirken. Der Teufel ist also eine Realität. Ob eine reale oder nicht reale Rea- lität ist dabei zweitrangig, zumal dieser Krieg zu ei- nem Großteil auf spiritueller Ebene ausgetragen wird.

Welche Möglichkeiten hat die Menschheit, um

sich dieser transhumanistischen Agenda zu wi-

dersetzen?

Die transhumanistische Agenda wird von einer win- zig kleinen, aber leider sehr mächtigen Gruppierung getragen, Plutokraten mit ihren Clanstrukturen, Stif- tungen und Erfüllungsgehilfen aus der Politik, den wenigen, die vom Transhumanismus profitieren wür- den, zum Beispiel indem sie viel länger leben könnten — was gleichzeitig bedeutet, dass sie auch Lebens- zeit von uns allen für sich beanspruchen werden. Dass diese kleine Minderheit die gesamte Mensch- heit so massiv unterdrückt, ist kein neues Phäno- men und wurde von Noam Chomsky als „Hume‘s Paradox“ bezeichnet: Machtsysteme scheinen viel stärker, als sie eigentlich sind. Die De-facto-Macht liegt eigentlich in der Hand der Vielen, die der Macht Weniger unterworfen sind. Insbesondere in Staaten und Machtsystemen, die äußerlich Meinungsfreiheit gewähren, ist die Medien- und Meinungsindustrie von außerordentlicher Wich- tigkeit: Wenn man den der Macht Unterworfenen zugesteht, frei ihre Meinung zu äußern, muss man dafür sorgen, dass das im Volk entstehende Mei- nungsspektrum im Interesse der Machthaber liegt. Die Aufgabe des Medienapparates liegt also darin, die „öffentliche Meinung“ so zu steuern, dass die Mehrheitsmeinung zu Disziplinierungsmechanismen führt, sodass Abweichler durch andere Menschen aus dem Volk bestraft werden, zum Beispiel durch Diffamierung und soziale Ächtung. Im Jahr 2020 ist vielen der Macht Unterworfenen dieser Unterdrückungszustand bewusst geworden, da hat tatsächlich ein kollektives Erwachen stattge- funden. Natürlich ist es frustrierend zu sehen, wie viele Menschen immer noch den alten Unterdrü- ckungsstrukturen trauen (wollen) und sich zum Beispiel einen Impfstoff injizieren lassen, der nach- gewiesenermaßen mehr Gesundheitsschaden als Nutzen mit sich bringt. Viele dieser Menschen leben wohl noch in einer kognitiven Dissonanz. Sie könn- ten im Grunde schon sehen, dass sie einer ziemlich finsteren und bösen Macht unterworfen sind, wenn sie nur bereit wären, dies einzusehen. Man spürt eine massive Erschütterung des Vertrau- ens in die Regierenden. Ich schreibe absichtlich „spürt“, da dieser Vertrauensverlust vielen gar nicht bewusst ist oder geradezu geleugnet wird. Sich ein- zugestehen, dass man sich im Grunde eben nicht den Herrschenden anvertrauen kann, erschüttert ein tiefes Urvertrauen, das in der menschlichen Evo- lution entstanden ist. Der Mensch hat eine jahrelan- ge Abhängigkeitsphase, die Kindheit, in der das Ver- trauen auf die elterliche Macht ein Überlebensvor- teil ist. Ohne Autoritäten, denen wir vertrauen kön- nen/wollen, fühlen wir uns einsamer und verlorener. Dies wird von der Macht-Propaganda schamlos aus- genutzt — man denke an Framing-Wörter wie „Lan- desvater“ oder „Mutti“. Vertrauen ist an sich kein schlechter Zug, kann aber leider missbraucht werden. Das weltweite Ausmaß von Machtmissbrauch wird heutzutage dank unab- hängiger Jedermann-Medienportale ausgeleuchtet. Der Machtmissbrauch ist im Grunde leicht zu sehen. Der schwierigste Schritt scheint der vom „Sehen“ zum „Einsehen“ zu sein, unterbewusstes Leugnen des Gesehenen überwinden. Dieses Leugnen wird massiv von systemtreuen Medien gestützt. Im Moment setzen die Machtmedien alles daran zu verhindern, dass die Menschen einsehen, was sie im Grunde schon gesehen haben. Mir scheint aber, dass auf der anderen Seite allmählich auch Panik herrscht. Die unabhängige Medienlandschaft ist inzwischen so weit verbreitet, dass die Mächtigen diese auf lange Sicht nicht eindämmen können. Die Paste ist aus der Tube.

Wo sehen Sie die Welt in 10 bis 20 Jahren? Was

wird sich nach Ihrer Überzeugung durchsetzen?

Die Kräfte, die das Leben schützen wollen, oder

die Kräfte, die das Leben mit der Technik „trans-

formieren“ wollen?

Ich bin weiterhin verhalten optimistisch, warne aber davor, die Bedrohlichkeit der Situation zu negieren. Es hat aber den Anschein, dass einige Dinge von der anderen Seite immer hektischer durchgedrückt werden, und man bekommt den Eindruck, dass hier Schritte eingeführt werden, für die die Bevölkerung noch nicht weit genug weichgekocht war. Ich habe den Eindruck, dass hier Dinge in wesentlich kürzerer Zeit passieren als von der anderen Seite geplant. Die nächste Zeit könnte entscheidend sein. Wenn es gelingt, das Corona-Kartenhaus zum Einsturz zu bringen, wackelt auch die Festung der uns unter- drückenden Plutokraten und deren Organisationen, zum Beispiel World Economic Forum, International Monetary Fund, Worldbank et cetera. Entscheidend ist es, die Globalisierung der Macht auszubremsen: Politische Entscheidungen müssen künftig wieder auf der niedrigstmöglichen Organisationsebene ge- troffen werden. Da, wo Koordination notwendig ist, wird diese ja durchaus weiterbestehen, zum Beispiel bei Industrienormen, und auch die Völkerverständi- gung hängt nicht von globalen Machtorganisationen ab, sondern wird wahrscheinlich sogar erleichtert, wenn Mobilität als Recht und nicht als Zwang im Vordergrund steht. Obgleich ich hoffe, dass das Kartenhaus noch vor dem Winter zusammenbricht, bereite ich mich selbst auf einen schwierigen Winter vor. Die nächsten zwei bis drei Jahre könnten noch einmal hart werden. Wir wissen noch nicht, welche gesundheitlichen Lang- zeitschäden durch die COVID-Impfungen hervorge- rufen werden, müssen aber mit erheblichen Gesund- heitsschäden, zum Beispiel durch thromboembo- lische Ereignisse und Gefäßentzündungen, rechnen. Inwiefern irreversible Modifikationen der geimpften Menschen hinsichtlich ihres Menschseins eingetre- ten sind, überlasse ich den Spekulationen des Lesers. Aber schon jetzt ist auch ohne pharmakologische Erwägungen sichtbar, dass erhebliche Zerstörungen der individuellen und kollektiven Psyche angerichtet wurden. Die Spalte-und-herrsche-Politik des Berliner Regimes wird im Herbst noch einmal eskaliert werden. Die werden versuchen, Geimpfte und Ungeimpfte auf- einanderzuhetzen und Ungeimpfte für alles mögli- che Unheil — insbesondere vom Regime angerich- tetes Unheil — zum Sündenbock deklarieren. Zu- dem wird man versuchen, Streit darüber zu entfa- chen, was Ungeimpfte und Geimpfte dürfen. Die Frage ist aber nicht, was wir dürfen, sondern was wir mit uns machen lassen — danke, Nena. Dieser Satz zeugt von einem großen Geist.

Wir bedanken uns ganz herzlich für Ihre Ant-

worten und das Interview und wünschen Ihnen

weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Aufklärungsarbeit.

Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt Futureway diesen Text in der Zweitverwertung und weist freundlich darauf hin, dass freie Medien wie Rubikon auf Spenden angewiesen sind.
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