Kleidung

Angepasstes Kaufverhalten und Produktionsverfahren können

zum Schutz von Menschen und Umwelt stark beitragen.

Kleidung

1. Was muss sich ändern

Wenn die Industrie den Wechsel unterstützt, hat Mode die Strahlkraft, die Welt positiv zu verändern und auch genügend klimawirksame Hebel, um die Treibhaus- gase massiv zu reduzieren. Es benötigt die Politik, internationale Organisationen, das Kommittent der Firmen und eine bessere Aufklärung der Konsument*innen. In der „Fashion Industry Charter for Climate Action“, vom November 2018 ver- pflichten sich die unterzeichnenden Unternehmen die ausgestoßenen Treibhaus- gase bis 2030 um 30 Prozent zu reduzieren und bis 2050 die Nettonull zu errei- chen. In dieser Charter geht es allerdings vordergründig um die Reduzierung des CO2-Ausstoßes, nicht aber um die Verwendung von nachhaltigen Materialien, Umweltschutz, Ausschluss von Giften, Ressourcenschonung und faire Produk- tionsbedingungen. Nur der Verbraucher kann den Fast-Fashion-Firmen bei ihrem bevorstehenden Sinneswandel helfen, indem wir ihnen Grenzen setzen und ihre Praktiken nicht mehr durch den Kauf der Produkte unterstützen. Der westliche Lebensstil hat zu der Klimakrise geführt und heizt das Klima weiter an. Dabei spielt auch der übermäßige Konsum von Kleidung, die wir in der Menge gar nicht tragen kön- nen, eine bedeutende Rolle. Deswegen ist unser Handeln wichtig für den Wan- del. Niemand kann sich „grün konsumieren“, denn auch dafür werden viele Ressourcen verbraucht. Was wir benötigen ist: Konsumverzicht, ältere Kleidung wiederendecken, we- nige langlebige Qualitätsprodukte oder Kleidung tauschen. Ein Umdenken was schick ist und Ablösung des Markendenkens.

2. Kreislaufwirtschaft - statt

Linearwirtschaft

Die Ideen für die Kreislaufwirtschaft basieren auf dem „Cradle to Cradle“-Prinzip, das von Michael Braungart schon vor 20 Jahren entwickelt wurde. Kreislaufwirtschaft soll die Umweltbelastung minimieren und Rohstoffe schonen sowie die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Eine Kreislaufwirtschaft in der Bekleidungsindustrie muss vom Design beginnen das eine lange Haltbarkeit und Recyclingfähigkeit berücksichtigt. Weiterhin müs- sen Systeme zur Sammlung und Sortierung von Altkleidung bis hin zum Einsatz von Recycling-Technologien am Produktlebensende zur Verfügung stehen. Bei der Kreislaufwirtschaft wird die die hohe Qualität der Fasern und Stoffe er- halten, sodass sie nach Gebrauch wieder gleichwertig in den Kreislauf einfließen können. Dafür muss die Branche dafür sorgen, dass die Herstellung von recycel- ten Fasern oder Stoffen wirtschaftlich gleich attraktiv oder sogar attraktiver ist als die Herstellung fabrikneuer Fasern oder Stoffe. Bereits beim Design muss eine langfristige Nutzung geplant werden um die Stoffströme zu verlangsamen und den Kreislauf zu schließen. Dazu müssen z.B. z die Zerlegung von gebrauch- ten Kleidungsstücken zur Wiederverwendung, Reparatur und Recycling berück- sichtigt werden. Dazu bedarf es gesetzlicher Regelungen wie CO 2 Abgabe und Schadstoffabgaben oder einer Kreislaufverordnung. Die Studie der Ellen-MacArthur-Stiftung nennt für die Kreislaufwirtschaft vier wichtige Phasen: 1. Das Ursprungsmaterial muss von guter Qualität sein. Bedeutet: Lange Haltbarkeit und Verringerung der oben genannten Umweltbelastungen. 2. Die Art, wie Kleidung entworfen und verwendet wird, muss so verändert werden, dass sie nicht ganz so schnell auf dem Müll landet. 3. Das Recycling muss von Anfang an mitgedacht werden. Recyclingtechno- logien müssen verbessert werden. 4. Der Einsatz von Rohstoffen muss reduziert werden. Wenn Rohstoffe ver- wendet werden, sollten sie erneuerbar sein.

3. Der 12-Punkte-Plan

Greenpeace hat einen 12 Punkte Plan mit folgenden Empfehlungen erstellt. 1. Fast Fashion muss durch Design, das auf lange Lebensdauer ausgerichtet ist, abgelöst werden. Design muss auf höhere Qualität, klassisches Design, Reparierbarkeit, Haltbarkeit, Garantien und emotionale Langlebigkeit Wert legen. 2. Durch Reparaturservices, Rücknahmesysteme, Teilen und Verleih, Wieder- verkauf und Maßanpassung werden maßlose Neukäufe verhindert. 3. Statt mit Werbung die Wegwerf-/ Fast-Fashion-Mentalität zu fördern, sollten Marken für den wahren Wert ihrer Produkte werben und ihre Kunden ermu- tigen, ihren Umgang mit Mode zu verändern. 4. Globale Marken müssen den Anteil fair gehandelter Bio-Baumwolle und anderer nachhaltig angebauter Rohstoffe trotz der für sie höheren Preise steigern. Dies ist der einzige Weg, um die negativen Auswirkungen des Baumwollanbaus für Mensch und Umwelt deutlich zu senken. 5. Billige Synthetikfasern wie Polyester für Fast-Fashion-Artikel müssen deutlich reduziert werden, um weniger petrochemische Kunststoffe in das Ökosystem einzubringen, und das Klima und die Meere zu schützen. 6. Mikroplastik aus synthetischen Stoffen muss sowohl bei fabrikneuen als auch recycelten Textilmaterialien viel stärker berücksichtigt werden. Insbesondere müssen Designer jeweils den Zweck von Synthetikfasern hinterfragen und gleichzeitig weniger kurzlebige, minderwertige Mode- Artikel entwerfen. Auf längere Sicht sollten Alternativen für Synthetikstoffe in Funktionstextilien – z. B. in Outdoor- Bekleidung – entwickelt werden. 7. Auch Designer können etwas bewirken: Anstatt dem Druck nachzugeben, neue Designs in immer kürzeren Abständen abzuliefern, können Produktde- signer mit ihren Entwürfen schon in der Frühphase des Produktlebenszyklus einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Stoffströme zu verlangsa- men und den Kreislauf zu schließen. Dazu benötigen sie Zugang zu Informa- tionen, welche praktischen Probleme bei der Zerlegung von gebrauchten Kleidungsstücken zur Wiederverwendung, Reparatur und Recycling anfallen. 8. Die Entwicklung von strengeren, vergleichbaren Systemen und Kennzahlen für die Messung von Stoffströmen, als Grundlage für eine einheitliche und transparente Berichterstattung und Bewertung von konkreten Meilenstei- nen zur Verlangsamung der Stoffströme und zum Aufbau eines geschlosse- nen Kreislaufs. 9. Richtlinien zur „Erweiterten Herstellerverantwortung“ (EPR) sollten Akteu- re individuell verantwortbar und an gesetzlich festgelegten Standards mess- bar machen; mit Tests zur Langlebigkeit von Textilien Verbesserungen im Design befördern, längere Garantien belohnen und zugleich die Verwendung gefährlicher Substanzen in der gesamten Fertigungskette schrittweise ausschließen. 10. Anreize und Instrumente zur Förderung von lokalen „Repair - Initiativen“, Peer-to-Peer-Modellen sowie Geschäftsmodellen, die alle am Herstellungs- prozess Beteiligten gleichberechtigt an der Wertschöpfung teilhaben lässt. 11. Niedrigere Steuern, finanzielle Anreize, gezielte Investitionsförderung und der Zugang zu Stadtzentren sollten kleine, nachhaltige und Fair-Trade- Unternehmen unterstützen, sich in der lokalen Wirtschaft und im Online- Handel zu etablieren. 12. Es müssen Plattformen geschaffen werden, die den Wissensaustausch und die Kooperation zwischen Unternehmen jeder Art und Größe gemeinsam mit weiteren Organisationen und Wissenschaftlern vereinfachen, und die einen ganzheitlichen Ansatz analog zum Ansatz der vorliegenden „Fashion at the Crossroads“ Studie verfolgen.
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1. Was muss sich ändern

Wenn die Industrie den Wechsel unterstützt, hat Mode die Strahlkraft, die Welt positiv zu verändern und auch genügend klimawirksame Hebel, um die Treibhausgase massiv zu reduzieren. Es benötigt die Politik, internationale Organisationen, das Kommit- tent der Firmen und eine bessere Aufklärung der Konsument*innen. In der „Fashion Industry Charter for Climate Action“, vom November 2018 verpflichten sich die unterzeich- nenden Unternehmen die ausgestoßenen Treibhaus- gase bis 2030 um 30 Prozent zu reduzieren und bis 2050 die Nettonull zu erreichen. In dieser Charter geht es allerdings vordergründig um die Reduzierung des CO2-Ausstoßes, nicht aber um die Verwendung von nachhaltigen Materialien, Umweltschutz, Ausschluss von Giften, Ressourcenschonung und faire Produktionsbedingungen. Nur der Verbraucher kann den Fast-Fashion-Firmen bei ihrem bevorstehenden Sinneswandel helfen, indem wir ihnen Grenzen setzen und ihre Praktiken nicht mehr durch den Kauf der Produkte unterstüt- zen. Der westliche Lebensstil hat zu der Klimakrise geführt und heizt das Klima weiter an. Dabei spielt auch der übermäßige Konsum von Kleidung, die wir in der Menge gar nicht tragen können, eine bedeu- tende Rolle. Deswegen ist unser Handeln wichtig für den Wandel. Niemand kann sich „grün konsu- mieren“, denn auch dafür werden viele Ressourcen verbraucht. Was wir benötigen ist: Konsumverzicht, ältere Kleidung wiederendecken, wenige langlebige Qualitätsprodukte oder Kleidung tauschen. Ein Umdenken was schick ist und Ablösung des Markendenkens.

2. Kreislaufwirtschaft -

statt Linearwirtschaft

Die Ideen für die Kreislaufwirtschaft basieren auf dem „Cradle to Cradle“-Prinzip, das von Michael Braungart schon vor 20 Jahren entwickelt wurde. Kreislaufwirtschaft soll die Umweltbelastung mini- mieren und Rohstoffe schonen sowie die Innova- tions- und Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Eine Kreislaufwirtschaft in der Bekleidungsindustrie muss vom Design beginnen das eine lange Haltbar- keit und Recyclingfähigkeit berücksichtigt. Weiter- hin müssen Systeme zur Sammlung und Sortierung von Altkleidung bis hin zum Einsatz von Recycling- Technologien am Produktlebensende zur Verfügung stehen. Bei der Kreislaufwirtschaft wird die die hohe Qualität der Fasern und Stoffe erhalten, sodass sie nach Gebrauch wieder gleichwertig in den Kreislauf ein- fließen können. Dafür muss die Branche dafür sor- gen, dass die Herstellung von recycelten Fasern oder Stoffen wirtschaftlich gleich attraktiv oder sogar attraktiver ist als die Herstellung fabrikneuer Fasern oder Stoffe. Bereits beim Design muss eine langfristige Nutzung geplant werden um die Stoff- ströme zu verlangsamen und den Kreislauf zu schließen. Dazu müssen z.B. z die Zerlegung von gebrauchten Kleidungsstücken zur Wiederverwen- dung, Reparatur und Recycling berücksichtigt wer- den. Dazu bedarf es gesetzlicher Regelungen wie CO2 Abgabe und Schadstoffabgaben oder einer Kreislaufverordnung. Die Studie der Ellen-MacArthur-Stiftung nennt für die Kreislaufwirtschaft vier wichtige Phasen: 1. Das Ursprungsmaterial muss von guter Qualität sein. Bedeutet: Lange Haltbarkeit und Verringe- rung der oben genannten Umweltbelastungen. 2. Die Art, wie Kleidung entworfen und verwen- det wird, muss so verändert werden, dass sie nicht ganz so schnell auf dem Müll landet. 3. Das Recycling muss von Anfang an mitgedacht werden. Recyclingtechnologien müssen verbes- sert werden. 4. Der Einsatz von Rohstoffen muss reduziert wer- den. Wenn Rohstoffe verwendet werden, soll- ten sie erneuerbar sein.

3. Der 12-Punkte-Plan

Greenpeace hat einen 12 Punkte Plan mit folgenden Empfehlungen erstellt. 1. Fast Fashion muss durch Design, das auf lange Lebensdauer ausgerichtet ist, abgelöst werden. Design muss auf höhere Qualität, klassisches Design, Reparierbarkeit, Haltbarkeit, Garantien und emotionale Langlebigkeit Wert legen. 2. Durch Reparaturservices, Rücknahmesysteme, Teilen und Verleih, Wiederverkauf und Maßan- passung werden maßlose Neukäufe verhindert. 3. Statt mit Werbung die Wegwerf-/ Fast-Fashion- Mentalität zu fördern, sollten Marken für den wahren Wert ihrer Produkte werben und ihre Kunden ermutigen, ihren Umgang mit Mode zu verändern. 4. Globale Marken müssen den Anteil fair gehan- delter Bio-Baumwolle und anderer nachhaltig angebauter Rohstoffe trotz der für sie höheren Preise steigern. Dies ist der einzige Weg, um die negativen Auswirkungen des Baumwollanbaus für Mensch und Umwelt deutlich zu senken. 5. Billige Synthetikfasern wie Polyester für Fast- Fashion-Artikel müssen deutlich reduziert wer- den, um weniger petrochemische Kunststoffe in das Ökosystem einzubringen, und das Klima und die Meere zu schützen. 6. Mikroplastik aus synthetischen Stoffen muss sowohl bei fabrikneuen als auch recycelten Textilmaterialien viel stärker berücksichtigt werden. Insbesondere müssen Designer jeweils den Zweck von Synthetikfasern hinterfragen und gleichzeitig weniger kurzlebige, minder- wertige Mode-Artikel entwerfen. Auf längere Sicht sollten Alternativen für Synthetikstoffe in Funktionstextilien – z. B. in Outdoor- Bekleidung – entwickelt werden. 7. Auch Designer können etwas bewirken: Anstatt dem Druck nachzugeben, neue Designs in immer kürzeren Abständen abzuliefern, können Produktdesigner mit ihren Entwürfen schon in der Frühphase des Produktlebenszyklus einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Stoffströme zu verlangsamen und den Kreislauf zu schließen. Dazu benötigen sie Zugang zu Informationen, welche praktischen Probleme bei der Zerlegung von gebrauchten Kleidungs- stücken zur Wiederverwendung, Reparatur und Recycling anfallen. 8. Die Entwicklung von strengeren, vergleichba- ren Systemen und Kennzahlen für die Messung von Stoffströmen, als Grundlage für eine ein- heitliche und transparente Berichterstattung und Bewertung von konkreten Meilensteinen zur Verlangsamung der Stoffströme und zum Aufbau eines geschlossenen Kreislaufs. 9. Richtlinien zur „Erweiterten Herstellerverant- wortung“ (EPR) sollten Akteure individuell verantwortbar und an gesetzlich festgelegten Standards messbar machen; mit Tests zur Langlebigkeit von Textilien Verbesserungen im Design befördern, längere Garantien belohnen und zugleich die Verwendung gefährlicher Substanzen in der gesamten Fertigungskette schrittweise ausschließen. 10. Anreize und Instrumente zur Förderung von lokalen „Repair - Initiativen“, Peer-to-Peer- Modellen sowie Geschäftsmodellen, die alle am Herstellungsprozess Beteiligten gleichberech- tigt an der Wertschöpfung teilhaben lässt. 11. Niedrigere Steuern, finanzielle Anreize, gezielte Investitionsförderung und der Zugang zu Stadt- zentren sollten kleine, nachhaltige und Fair- Trade-Unternehmen unterstützen, sich in der lokalen Wirtschaft und im Online-Handel zu etablieren. 12. Es müssen Plattformen geschaffen werden, die den Wissensaustausch und die Kooperation zwischen Unternehmen jeder Art und Größe gemeinsam mit weiteren Organisationen und Wissenschaftlern vereinfachen, und die einen ganzheitlichen Ansatz analog zum Ansatz der vorliegenden „Fashion at the Crossroads“ Studie verfolgen.