CO

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-Bepreisung & Handel

CO

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-Preis und Handel als nachhaltige Mittel zur Senkung der versteckten Kosten.

CO2
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1. CO

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-Bepreisung

Für eine Kohlenstoffsteuer ist ein Weg von 50 Euro pro Tonne CO 2 im Jahr 2020, der schrittweise bis 2030 auf 130 Euro ansteigt, angemessen. Im Verkehrssektor bleiben die derzeitigen Energiesteuern so lange bestehen, bis eine grundlegende Finanzreform stattgefunden hat. Sie können unabhängig von der Klimapolitik gerechtfertigt werden, zum Beispiel durch die Luftverschmutzung oder Infras- trukturkosten. Ein entsprechender Weg steht auch für einen nationalen Emissi- onshandel zur Verfügung: Um zu verhindern, dass spekulative Preisschwan- kungen Investoren in die Irre führen, braucht das System einen Rahmen aus Mindest- und Höchstpreisen, 35 bis 70 Euro (2020) und später 70 bis 180 Euro (2030). Außerdem ist eine Überwachung durch eine geeignete Institution erfor- derlich, damit die Kohlenstoffpreise auf der Grundlage von Belegen angepasst werden können; dies ist besonders wichtig, wenn es um eine Steuer geht. Parallel zum nationalen Start sollte Deutschland die Preisbildung im Rahmen des EU-Emissionshandels vorantreiben. Auch hier sollte schnell ein Mindestpreis eingeführt werden: Das System bietet nach wie vor keinen verlässlichen Rahmen für langfristige Investitionen. Fortschritte im Verkehrs- und Wärmesektor, wie z.B. E-Mobilität und Wärmepumpen, hängen auch von einer raschen Dekarboni- sierung des Stromsektors ab, der vom Emissionshandel erfasst wird. Ein Kohlenstoffpreis von 130 Euro pro Tonne im Jahr 2030 bedeutet 37 Cent mehr pro Liter Kraftstoff und 230 Euro mehr jährlich für die Gasheizung einer 80 Qua- dratmeter großen Wohnung. Aber der Staat kann die Einnahmen als Pro-Kopf- Rückerstattung ("Klimadividende") umverteilen und andere Steuern senken. So wird klimafreundliches Handeln belohnt. Im Durchschnitt werden damit ärmere Haushalte entlastet und die städtische und ländliche Bevölkerung gleichermaßen bedacht. Für besonders betroffene Gruppen, wie z.B. Fernpendler, müssen Härtefallklauseln in Betracht gezogen werden. Gegenwärtig zahlen die Verbraucher auf Strom mehr Steuern und Abgaben als auf Benzin und Heizöl. Zusammen belaufen sie sich auf rund 184 Euro pro Tonne CO 2 (bestehend aus Stromsteuer, die EEG-Umlage für den Ausbau der erneuerba- ren Energien und die KWKG-Umlage für den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung). Zum Vergleich: Die Energiesteuer auf Heizöl und Erdgas wird nur mit 23 Euro bzw. 29 Euro pro Tonne CO 2 gezahlt. Bei Benzin und Diesel macht der Ökosteu- eranteil der Mineralölsteuer rund 64 Euro bzw. 58 Euro pro Tonne CO 2 aus.
Das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) ist eine gemeinsame Gründung der Stiftung Mercator und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).
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2. Wie funktioniert der CO2-Handel?

Die EU will die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent redu- zieren (Dekarbonisierung). Um dies zu erreichen, legt sie in regelmäßigen Abständen (Handelsperioden) fest, wie viel CO 2 Unternehmen in den Sektoren Energieerzeugung, energieintensive Industrien und kommerzielle Luftfahrt ausstoßen dürfen (Emissionsobergrenze). Jedes betroffene Unternehmen muss für seine CO 2 -Emissionen Emissionsrechte in Form von Zertifikaten vorlegen. Einige von ihnen werden kostenlos zugeteilt. Der Rest muss bei staatlichen Auktionen oder von anderen Unternehmen, die Emissionsrechte übrighaben, erworben werden. Für die Klimapolitik ist der Preis der Zertifikate entscheidend: Ist er niedrig, kaufen die Unternehmen eher Emissionsrechte. Ist er dauerhaft hoch, haben sie einen größeren Anreiz, in die CO 2 -Vermeidung zu investieren. Die Politik entscheidet, wie viele Zertifikate zur Verfügung stehen, und ihre Zahl wird aus Klimaschutzgründen schrittweise reduziert (linearer Reduktionsfaktor).

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3. CO

2

-Neutralität bis zum Jahr 2035

Eine Studie des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH zeigt, dass, das Erreichen von CO 2 -Neutralität bis zum Jahr 2035 aus technischer und ökonomischer Sicht zwar extrem anspruchsvoll wäre, grundsätzlich aber mög- lich ist.

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Für eine Kohlenstoffsteuer ist ein Weg von 50 Euro pro Tonne CO 2 im Jahr 2020, der schrittweise bis 2030 auf 130 Euro ansteigt, angemessen. Im Ver- kehrssektor bleiben die derzeitigen Energiesteuern so lange bestehen, bis eine grundlegende Finanz- reform stattgefunden hat. Sie können unabhängig von der Klimapolitik gerechtfertigt werden, zum Beispiel durch die Luftverschmutzung oder Infras- trukturkosten. Ein entsprechender Weg steht auch für einen nationalen Emissi-onshandel zur Verfü- gung: Um zu verhindern, dass spekulative Preis- schwankungen Investoren in die Irre führen, braucht das System einen Rahmen aus Mindest- und Höchstpreisen, 35 bis 70 Euro (2020) und später 70 bis 180 Euro (2030). Außerdem ist eine Überwachung durch eine geeignete Institution erforderlich, damit die Kohlenstoffpreise auf der Grundlage von Belegen angepasst werden können; dies ist besonders wichtig, wenn es um eine Steuer geht. Parallel zum nationalen Start sollte Deutschland die Preisbildung im Rahmen des EU-Emissionshandels vorantreiben. Auch hier sollte schnell ein Mindest- preis eingeführt werden: Das System bietet nach wie vor keinen verlässlichen Rahmen für langfristige Investitionen. Fortschritte im Verkehrs- und Wärme- sektor, wie z.B. E-Mobilität und Wärmepumpen, hängen auch von einer raschen Dekarbonisierung des Stromsektors ab, der vom Emissionshandel erfasst wird. Ein Kohlenstoffpreis von 130 Euro pro Tonne im Jahr 2030 bedeutet 37 Cent mehr pro Liter Kraftstoff und 230 Euro mehr jährlich für die Gasheizung einer 80 Quadratmeter großen Wohnung. Aber der Staat kann die Einnahmen als Pro-Kopf-Rückerstattung ("Klimadividende") umverteilen und andere Steuern senken. So wird klimafreundliches Handeln belohnt. Im Durchschnitt werden damit ärmere Haushalte entlastet und die städtische und ländliche Bevöl- kerung gleichermaßen bedacht. Für besonders betroffene Gruppen, wie z.B. Fernpendler, müssen Härtefallklauseln in Betracht gezogen werden. Gegenwärtig zahlen die Verbraucher auf Strom mehr Steuern und Abgaben als auf Benzin und Heizöl. Zusammen belaufen sie sich auf rund 184 Euro pro Tonne CO 2 (bestehend aus Stromsteuer, die EEG-Umlage für den Ausbau der erneuerbaren Energien und die KWKG-Umlage für den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung). Zum Vergleich: Die Energiesteuer auf Heizöl und Erdgas wird nur mit 23 Euro bzw. 29 Euro pro Tonne CO 2 gezahlt. Bei Benzin und Diesel macht der Ökosteueranteil der Mineralöl-steuer rund 64 Euro bzw. 58 Euro pro Tonne CO 2 aus.
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2. Wie funktioniert der

CO2-Handel?

Die EU will die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent reduzieren (Dekarbonisierung). Um dies zu erreichen, legt sie in regelmäßigen Abständen (Handelsperioden) fest, wie viel CO 2 Unternehmen in den Sektoren Energieerzeugung, energieintensive Industrien und kommerzielle Luftfahrt ausstoßen dürfen (Emissionsobergrenze). Jedes betroffene Unternehmen muss für seine CO 2 - Emissionen Emissionsrechte in Form von Zertifika- ten vorlegen. Einige von ihnen werden kostenlos zugeteilt. Der Rest muss bei staatlichen Auktionen oder von anderen Unternehmen, die Emissions- rechte übrighaben, erworben werden. Für die Klimapolitik ist der Preis der Zertifikate entschei- dend: Ist er niedrig, kaufen die Unternehmen eher Emissionsrechte. Ist er dauerhaft hoch, haben sie einen größeren Anreiz, in die CO 2 -Vermeidung zu investieren. Die Politik entscheidet, wie viele Zertifi- kate zur Verfügung stehen, und ihre Zahl wird aus Klimaschutzgründen schrittweise reduziert (linearer Reduktionsfaktor).
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Eine Studie des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH zeigt, dass, das Erreichen von CO 2 -Neutralität bis zum Jahr 2035 aus techni- scher und ökonomischer Sicht zwar extrem an- spruchsvoll wäre, grundsätzlich aber möglich ist.

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