Tierwelt

Die Klimakrise führt mit der Veränderung der Ökosysteme zur Bedrohung von bis zu 50%

der Tierarten, die zur Biodiversität und dem ökologischen Gleichgewicht beitragen.

Pandabär
Der WWF und die Universität East Anglia in Großbritannien kommen in einer Studie zu dem Ergebnis, dass rund die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten in den weltweit bedeutendsten Naturregionen mittelfristig dem Klimawandel zum Opfer fallen. Sollte die menschengemachten Emissionen an Treibhausgasen wie bisher fortschreiten, würde jede zweite Art bis zum Jahr 2080 aus den untersuchten Gebieten verschwinden. Selbst wenn das Zwei-Grad-Limit eingehalten wird, also das obere Ende der Beschlüsse im Pariser Klimavertrag, fiele der Rück- gang der Artenvielfalt noch erheblich aus: In diesem Fall würde noch jede vierte Spezies in den Schlüsselregionen aussterben. Die Veränderungen des Klimas finden inzwischen so schnell statt, dass zahl- reiche Tiere diesem Prozess nicht mehr folgen können. Zu diesem Schluss kommt auch ein 64-köpfiges internationaler Forscher Team in einem Artikel für das Wissenschaftsmagazin „Nature Communications“ nach der Auswer- tung von mehr als 10.000 Studien. Das bedeutet das der Amazonas oder die Galapagosinseln bald weitreichend zerstört sind und um die Hälfte ihrer Tier- und Pflanzenarten verloren gehen. Auf der ganzen Welt werden Tiere, zehntausende Pflanzen, Insekten und kleinere Lebewesen die die Grundlage des Lebens auf der Erde bilden ver- schwinden. Für die Studie „Wildlife in a warming World“ haben die Forscher die Auswir- kungen des Klimawandels auf fast 80.000 Tier- und Pflanzenarten in 35 Regionen untersucht, die zu den artenreichsten der Welt zählen. Der Report nimmt drei verschiedene Klima-Szenarien und ihre Wirkungen auf die Biodiversität unter die Lupe – angefangen bei einem „weiter so wie bis- her“, der die Welt mit einem durchschnittlichen Temperaturanstieg von 4,5 Grad Celsius konfrontiert und die verheerendsten Effekte zur Folge hätte. Ebenfalls betrachtet werden ein Anstieg um 3,2 Grad, der den bisher interna- tional zugesagten Klimaschutzmaßnahmen der Staaten entspricht sowie eine erfolgreiche Begrenzung der weltweiten Erhitzung auf maximal zwei Grad, wie es das Pariser Klimaabkommen als Minimalziel vorsieht. Besonders hart treffen wird es laut Studie die Miombowälder im südlichen und östlichen Afrika, den Amazonas-Regenwald sowie den Südwesten Australiens. Sollte es zu einem durchschnittlichen globalen Temperaturanstieg von 4,5 Grad kommen, auf den die Menschheit aktuell zusteuert, hätte dies dramatische Folgen: Aus den Miombowäldern verschwänden bis zu 90 Prozent aller Amphi- bien, 86 Prozent aller Vogel- sowie 80 Prozent aller Säugetierarten. Für den Amazonas-Regenwald rechnen die Forscher mit einem Rückgang der Pflanzenvielfalt um 69 Prozent. In Südwestaustralien stünden 89 Prozent aller Amphibien vor dem regio- nalen Aussterben. Auf Madagaskar wird ein Verlust von bis zu fast 60 Prozent sämtlicher Tier- und Pflanzenarten prognostiziert. Für das Fynbos-Biom im Südwesten Südafrikas geht die Studie von einem regionalen Aussterben von 30 Prozent aller Arten aus, von denen viele ende- misch sind, also nur dort vorkommen. Bereits heute liefert die Region mit starker Trockenheit, die unter anderem zu empfindlicher Wasserknappheit im nahegelegenen Kapstadt geführt hat, einen Vorgeschmack auf künftige Entwicklungen. Die Bestände des Afrikanischen Elefanten werden aufgrund steigender Tem- peraturen und sinkenden Niederschlages deutlich zurückgehen. Elefanten trinken pro Tag 150 bis 300 Liter und sind auf eine entsprechend hohe Wasser- verfügbarkeit angewiesen. Die Tiger in den Sundarban-Mangroven Bangla- deschs und Indiens werden aussterben, weil 96 Prozent ihres Verbreitungs- gebiets auf dem indischen Subkontinent bei einem durchschnittlichen Temperaturanstieg von 4,5 Grad mittel- bis langfristig unter dem steigenden Meeresspiegel verschwinden wird. Eisbären sind das Symbol für die Folgen des Klimawandels. Sie sind auf eine dicke, zusammenhängende Eisdecke angewiesen, um erfolgreich auf Robben- jagd gehen zu können. Das ist die Bedingung um seinen Nachwuchs aufzuzie- hen. Die Klimaerwärmung ist in der Arktis doppelt so stark wie anderswo auf der Erde. Die Erderwärmung bedingt in manchen Beständen bereits jetzt eine schlechtere körperliche Verfassung erwachsener Tiere, höhere Sterblichkeit und geringere Fortpflanzungsraten. Forscher warnen, dass bis 2050 über 30 Prozent der Eisbären verschwunden sind. Meeresschildkröten verbuddeln ihre Eier am Strand. Der Sand ist ihre Brut- höhle, seine Temperatur bestimmt die Geschlechterverteilung der Schlüpflinge weil die oberen Eier im aufgewärmten Sand zu Weibchen und die Eier im küh- leren, darunter liegenden Sand zu Männchen werden. Diese Jahrmillionen alte System wird sich nach Wissenschaftlichen Studien bei einer weiterer Erderwär- mung im Geschlechterverhältnis stark verschieben und bei Meeresschildkrö- ten zu einem Männermangel führen. Es gibt nur noch 6000 Afrikanische Wildhunde die vom Aussterben bedroht sind. Hauptursachen sind die Zersiedelung ihres Lebensraumes und durch Haushunde eingeschleppte Krankheiten und der Klimawandel. Bei höheren Temperaturen gehen Wildhunde weniger auf die Jagd mit Folgen für ihre Reproduktion. Auch bei den Zugvögeln bringt die Erderwärmung den natürlichen Rhythmus und die innere Uhr durcheinander. Rotkehlchen, Buchfinken und Mönchsgras- mücken kehren inzwischen deutlich früher aus ihrem südlichen Winterquartier zurück als noch vor wenigen Jahrzehnten. Spätheimkehrer wie Gartenrot- schwanz, Mauersegler, Störche oder Küstenseeschwalbe hingegen legen Lang- streckenflüge von über 4.000 Kilometer zurück. Sie finden bei ihrer Rückkehr nicht nur ein reduziertes Futterangebot, auch haben andere Vogelarten die besten Reviere bereits besetzt. Durch den Klimawandel nehmen die Dürreperioden im südlichen Afrika deut- lich zu und in einigen Regionen ist in den vergangenen Jahren gar kein Regen mehr gefallen. Im Kampf um die Wasserlöcher unterliegen zahlreiche Arten. Dazu gehören Nashörner. Laut einem 2019 erschienenen Sonderbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) über Klimawandel und Landsysteme erzeugen die Klimaveränderungen in allen zukünftigen Szenarien zusätzliche Belastungen für das Leben an Land und verschärfen damit auch die Risiken für die biologi- sche Vielfalt und die Gesundheit von Ökosystemen. Bei Ökosystemen am Land ist vor allem die Biodiversität in Trockengebieten gefährdet, da dort die Wüstenbildung immer weiter zunimmt. In diesen Trockengebieten gibt es jedoch ein besonders hohes Maß an Artenvielfalt und Endemismus (alleiniges Vorkommen von Arten in einem Gebiet). Über 20 % der weltweiten Biodiversi- täts-Hotspots für Pflanzen befinden sich in Trockengebieten. Auch ein Drittel der endemischen Vogelgebiete befinden sich in solchen Regionen, wo auch ein Viertel der Wirbeltierarten leben. Durch den Klimawandel und die damit verbundene Wüstenbildung sind die Tier- und Pflanzenarten in diesen Ökosystemen stark bedroht, und zwar vor allem jene Arten, die sowieso schon durch kleinere Populationen oder einge- schränkte Lebensräume gefährdet sind.
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Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten und erfahrensten Natur- schutzorganisationen der Welt und in mehr als 100 Ländern aktiv. Weltweit unterstützen ihn rund fünf Millionen Förderer. Das globale Netzwerk des WWF unterhält 90 Büros in mehr als 40 Ländern. Rund um den Globus führen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktuell 1300 Projekte zur Bewahrung der biologischen Vielfalt durch.

Grundlagen zur

Klimakrise

Abbildung: Zwei Eisbären
25 9 27 10 16 3 5 26 33 8 6 1 12 29 23 28 22 15 20 18 17 21 2 35 4 13 14 25 7 34 24 31 29 30 11 19 	1.	Afrikanische Rift Lakes Region 	2.	Altai-Sayan Montane Wälder 	3.	Amazon Guianas 	4.	Amur-Heilong 	5.	Arktische Meere 	6.	Atlantische Wälder 	7.	Borneo 	8.	Cerrado-Pantanal 	9.	Chihuahuan-Wüsten 	10.	Choco-Darien 	11.	Küste Ostafrikas 	12.	Kongobecken 	13.	Korallendreieck 	14.	Östlicher Himalaya 	15.	Fynbos 	16.	Galapagos 	17.	Größeres Schwarzmeerbecken 	18.	Baikalsee 	19.	Madagaskar 	20.	Mittelmeer 	21.	Mekong-Komplex 	22.	Miombo-Baumsavanne 	23.	Namib-Karoo-Kaokoveld 	24.	Neuguinea & Offshore-Inseln 	25.	Nördliche Tiefebene 	26.	Orinoco River & überflutete Wälder 	27.	Südöstliche Flüsse und Bäche 	28.	Südchile 	29.	Gebiete der südlichen Ozeane 	30.	Südwestaustralien 	31.	Südwestpazifik 	32.	Sumatra 	33.	Westafrika Marine 	34.	Western Ghats 	35.	Jangtse-Becken Prioritätsorte des WWF
Abbildung: Prioritätsorte des WWF. Die vorrangigen Orte des WWF sind 35 Regionen mit den außergewöhnlichsten Ökosystemen und Lebensräumen der Welt. Diese Regionen wurden wissenschaftlich als Heimat der unersetzlichen und bedrohten Artenvielfalt identifiziert und / oder bieten die Möglichkeit, die größte und intakteste Repräsentation ihres Ökosystems zu erhalten. Quelle: WWF, „Wildlife in a warming World“
Miombo-Baumsavanne. Szenario für den globalen Klimawandel Das Risiko wurde ohne Ausbreitung simuliert. 2 °C mittleres Risiko hohes Risiko sehr hohes Risiko Reptilien Amphibien Säugetiere  Vögel Pflanzen 3,2 °C 4,5 °C 50 54 45 48 47 69 79 67 72 69 81 90 80 86 81 geringes Risiko
Abbildung: Prozentsatz der Arten, die laut Projektionen bis 2080 vom lokalen Aussterben bedroht sind. Die Tabelle zeigt drei verschie- dene Szenarien für den Klimawandel. Quelle: WWF „Artenschutz in Zeiten des Klimawandels“
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Grundlagen zur

Klimakrise

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Der WWF und die Universität East Anglia in Großbri- tannien kommen in einer Studie zu dem Ergebnis, dass rund die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten in den weltweit bedeutendsten Naturregionen mittel- fristig dem Klimawandel zum Opfer fallen. Sollte die menschengemachten Emissionen an Treibhausgasen wie bisher fortschreiten, würde jede zweite Art bis zum Jahr 2080 aus den unter- suchten Gebieten verschwinden. Selbst wenn das Zwei-Grad-Limit eingehalten wird, also das obere Ende der Beschlüsse im Pariser Klimavertrag, fiele der Rückgang der Artenvielfalt noch erheblich aus: In diesem Fall würde noch jede vierte Spezies in den Schlüsselregionen aussterben. Die Veränderungen des Klimas finden inzwischen so schnell statt, dass zahlreiche Tiere diesem Pro- zess nicht mehr folgen können. Zu diesem Schluss kommt auch ein 64-köpfiges internationaler Forscher Team in einem Artikel für das Wissen- schaftsmagazin „Nature Communications“ nach der Auswertung von mehr als 10.000 Studien. Das bedeutet das der Amazonas oder die Galapa- gosinseln bald weitreichend zerstört sind und um die Hälfte ihrer Tier- und Pflanzenarten verloren gehen. Auf der ganzen Welt werden Tiere, zehntausende Pflanzen, Insekten und kleinere Lebewesen die die Grundlage des Lebens auf der Erde bilden versch- winden. Für die Studie „Wildlife in a warming World“ haben die Forscher die Auswirkungen des Klimawandels auf fast 80.000 Tier- und Pflanzenarten in 35 Regio- nen untersucht, die zu den artenreichsten der Welt zählen. Der Report nimmt drei verschiedene Klima-Szenarien und ihre Wirkungen auf die Biodiversität unter die Lupe – angefangen bei einem „weiter so wie bis- her“, der die Welt mit einem durchschnittlichen Temperaturanstieg von 4,5 Grad Celsius konfron- tiert und die verheerendsten Effekte zur Folge hätte. Ebenfalls betrachtet werden ein Anstieg um 3,2 Grad, der den bisher international zugesagten Klimaschutzmaßnahmen der Staaten entspricht sowie eine erfolgreiche Begrenzung der weltweiten Erhitzung auf maximal zwei Grad, wie es das Pariser Klimaabkommen als Minimalziel vorsieht. Besonders hart treffen wird es laut Studie die Miombowälder im südlichen und östlichen Afrika, den Amazonas-Regenwald sowie den Südwesten Australiens. Sollte es zu einem durchschnittlichen globalen Temperaturanstieg von 4,5 Grad kommen, auf den die Menschheit aktuell zusteuert, hätte dies dramatische Folgen: Aus den Miombowäldern verschwänden bis zu 90 Prozent aller Amphibien, 86 Prozent aller Vogel- sowie 80 Prozent aller Säugetierarten. Für den Amazonas-Regenwald rechnen die Forscher mit einem Rückgang der Pflanzen- vielfalt um 69 Prozent. In Südwestaustralien stünden 89 Prozent aller Amphibien vor dem regionalen Aussterben. Auf Madagaskar wird ein Verlust von bis zu fast 60 Prozent sämtlicher Tier- und Pflanzenarten prognostiziert. Für das Fynbos-Biom im Südwesten Südafrikas geht die Studie von einem regionalen Aussterben von 30 Prozent aller Arten aus, von denen viele endemisch sind, also nur dort vorkommen. Bereits heute liefert die Region mit starker Trockenheit, die unter ande- rem zu empfindlicher Wasserknappheit im nahege- legenen Kapstadt geführt hat, einen Vorgeschmack auf künftige Entwicklungen. Die Bestände des Afrikanischen Elefanten werden aufgrund steigender Temperaturen und sinkenden Niederschlages deutlich zurückgehen. Elefanten trinken pro Tag 150 bis 300 Liter und sind auf eine entsprechend hohe Wasserverfügbarkeit angewie- sen. Die Tiger in den Sundarban-Mangroven Bangla- deschs und Indiens werden aussterben, weil 96 Prozent ihres Verbreitungsgebiets auf dem indi- schen Subkontinent bei einem durchschnittlichen Temperaturanstieg von 4,5 Grad mittel- bis langfris- tig unter dem steigenden Meeresspiegel verschwin- den wird. Eisbären sind das Symbol für die Folgen des Klima- wandels. Sie sind auf eine dicke, zusammenhän- gende Eisdecke angewiesen, um erfolgreich auf Robbenjagd gehen zu können. Das ist die Bedin- gung um seinen Nachwuchs aufzuziehen. Die Klimaerwärmung ist in der Arktis doppelt so stark wie anderswo auf der Erde. Die Erderwärmung bedingt in manchen Beständen bereits jetzt eine schlechtere körperliche Verfassung erwachsener Tiere, höhere Sterblichkeit und geringere Fortpflan- zungsraten. Forscher warnen, dass bis 2050 über 30 Prozent der Eisbären verschwunden sind. Meeresschildkröten verbuddeln ihre Eier am Strand. Der Sand ist ihre Bruthöhle, seine Temperatur be- stimmt die Geschlechterverteilung der Schlüpflinge weil die oberen Eier im aufgewärmten Sand zu Weibchen und die Eier im kühleren, darunter liegen- den Sand zu Männchen werden. Diese Jahrmillionen alte System wird sich nach Wissenschaftlichen Studien bei einer weiterer Erderwärmung im Gesch- lechterverhältnis stark verschieben und bei Meeres- schildkröten zu einem Männermangel führen. Es gibt nur noch 6000 Afrikanische Wildhunde die vom Aussterben bedroht sind. Hauptursachen sind die Zersiedelung ihres Lebensraumes und durch Haushunde eingeschleppte Krankheiten und der Klimawandel. Bei höheren Temperaturen gehen Wildhunde weniger auf die Jagd mit Folgen für ihre Reproduktion. Auch bei den Zugvögeln bringt die Erderwärmung den natürlichen Rhythmus und die innere Uhr durch- einander. Rotkehlchen, Buchfinken und Mönchs- grasmücken kehren inzwischen deutlich früher aus ihrem südlichen Winterquartier zurück als noch vor wenigen Jahrzehnten. Spätheimkehrer wie Garten- rotschwanz, Mauersegler, Störche oder Küstensee- schwalbe hingegen legen Langstreckenflüge von über 4.000 Kilometer zurück. Sie finden bei ihrer Rückkehr nicht nur ein reduziertes Futterangebot, auch haben andere Vogelarten die besten Reviere bereits besetzt. Durch den Klimawandel nehmen die Dürreperioden im südlichen Afrika deutlich zu und in einigen Regio- nen ist in den vergangenen Jahren gar kein Regen mehr gefallen. Im Kampf um die Wasserlöcher un- terliegen zahlreiche Arten. Dazu gehören Nashörner. Laut einem 2019 erschienenen Sonderbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) über Klimawandel und Landsysteme erzeugen die Klimaveränderungen in allen zukünftigen Szenarien zusätzliche Belastungen für das Leben an Land und verschärfen damit auch die Risiken für die biologi- sche Vielfalt und die Gesundheit von Ökosystemen. Bei Ökosystemen am Land ist vor allem die Biodi- versität in Trockengebieten gefährdet, da dort die Wüstenbildung immer weiter zunimmt. In diesen Trockengebieten gibt es jedoch ein besonders hohes Maß an Artenvielfalt und Endemismus (alleiniges Vorkommen von Arten in einem Gebiet). Über 20 % der weltweiten Biodiversitäts-Hotspots für Pflanzen befinden sich in Trockengebieten. Auch ein Drittel der endemischen Vogelgebiete befinden sich in solchen Regionen, wo auch ein Viertel der Wirbeltierarten leben. Durch den Klimawandel und die damit verbundene Wüstenbildung sind die Tier- und Pflanzenarten in diesen Ökosystemen stark bedroht, und zwar vor allem jene Arten, die sowieso schon durch kleinere Populationen oder eingeschränkte Lebensräume gefährdet sind.
25 9 27 10 16 3 5 26 33 8 6 1 12 29 23 28 22 15 20 18 17 21 2 35 4 13 14 25 7 34 24 31 29 30 11 19 	1.	Afrikanische Rift Lakes Region 	2.	Altai-Sayan Montane Wälder 	3.	Amazon Guianas 	4.	Amur-Heilong 	5.	Arktische Meere 	6.	Atlantische Wälder 	7.	Borneo 	8.	Cerrado-Pantanal 	9.	Chihuahuan-Wüsten 	10.	Choco-Darien 	11.	Küste Ostafrikas 	12.	Kongobecken 	13.	Korallendreieck 	14.	Östlicher Himalaya 	15.	Fynbos 	16.	Galapagos 	17.	Größeres Schwarzmeerbecken 	18.	Baikalsee 	19.	Madagaskar 	20.	Mittelmeer 	21.	Mekong-Komplex 	22.	Miombo-Baumsavanne 	23.	Namib-Karoo-Kaokoveld 	24.	Neuguinea & Offshore-Inseln 	25.	Nördliche Tiefebene 	26.	Orinoco River & überflutete Wälder 	27.	Südöstliche Flüsse und Bäche 	28.	Südchile 	29.	Gebiete der südlichen Ozeane 	30.	Südwestaustralien 	31.	Südwestpazifik 	32.	Sumatra 	33.	Westafrika Marine 	34.	Western Ghats 	35.	Jangtse-Becken Prioritätsorte des WWF
Abbildung: Prioritätsorte des WWF. Die vorrangigen Orte des WWF sind 35 Regionen mit den außergewöhnlichsten Ökosystemen und Lebensräumen der Welt. Diese Regionen wurden wissenschaftlich als Heimat der unersetzlichen und bedrohten Artenvielfalt identifiziert und / oder bieten die Möglichkeit, die größte und intakteste Repräsentation ihres Ökosystems zu erhalten. Quelle: WWF, „Wildlife in a warming World“
Miombo-Baumsavanne.  Szenario für den globalen Klimawandel Das Risiko wurde ohne Ausbreitung simuliert. 2 °C mittleres Risiko hohes Risiko sehr hohes Risiko Reptilien Amphibien Säugetiere  Vögel Pflanzen 3,2 °C 4,5 °C 50 54 45 48 47 69 79 67 72 69 81 90 80 86 81 geringes Risiko
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