Hitze

Die zunehmende Hitze mit Anstieg der Luftfeuchtigkeit reduziert die Stunden, in denen

Menschen arbeiten können. Ernteausfälle bedrohen die Nahrungsmittelversorgung.

Hitze

1. Hitzenwellen

Bereits heute steigt die Zahl der Hitzewellen weltweit. Damit ist ein Anstieg der Belastungen, gesundheitlichen Schäden oder gar Hitzetode von insbesondere äl- teren und sehr jungen Menschen verbunden. Viele Gebiete – vor allem um den Äquator herum – werden sogar unbewohnbar werden. Neben dem persönlichen Leid betroffener Menschen steigen auch die Ausfall- zeit, in denen Menschen in den betroffenen Regionen nicht oder nur einge- schränkt arbeiten können. Dies betrifft nicht nur die Landwirtschaft und Tierzucht, sondern auch Bau- und Transportwesen sowie jegliche Branchen, die sich mit entsprechender Kältetechnik derzeit nicht schützen können. Dies hat massive Auswirkungen auf die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit der entsprechenden Regionen. Ernteausfälle oder die Problematik diese aufgrund der Witterungs- bedingungen nicht einholen zu können, gefährden damit letztlich auch die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung. 30% der Menschen leben bereits heute in Regionen, die temperatur- und luft- feuchtigkeitsbedingt zu einer erhöhten Sterblichkeit führen. Der zu erwartende Anstieg auf 74% bis zum Jahr 2100 würde massive Migrationsbewegungen auslösen. Während z.B. europäische Länder vor allem durch Ihre überalternde Bevölkerung höheren gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind und die Migrationsbewegungen aus dem globalen Süden gesellschaftlich und wirtschaftlich stemmen müssten, sind äquatornähe Länder mit einer schnell-wachsenden Bevölkerung durch volks- wirtschaftliche Schäden (siehe Beispiel: Indien) und starke Abwanderung betrof- fen. Soziale Unruhen sind in der Folge nicht auszuschließen. Die Studie des Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences (Studienautor Marten Scheffer von der Universität Wageningen in den Nieder- landen) kommt zu dem Ergebnis, dass ein Drittel der Weltbevölkerung in 50 Jahren in Regionen leben, die zu heiß für einen menschlichen Lebensraum sind. Basis der Studie ist ein Szenario des Weltklimarats IPCC, nach dem die Emissio- nen weitgehend so steigen wie bisher. Dann würden 2070 auf 19 Prozent der globalen Landfläche im Jahresdurchschnitt Temperaturen von mehr als 29 Grad herrschen. Zum Vergleich: Das entspricht dem heutigen Klima in den heißesten Regionen der Sahara. Bisher gibt es solche Temperaturen nur auf 0,8 Prozent der Landfläche. Nach der Studie werden pro Grad Erderhitzung etwa eine Milliarde mehr Men- schen von der tödlichen Hitze betroffen sein. Insbesondere Regionen in Afrika, Australien, Lateinamerika, Indien und Südost- asien sind besonders betroffen und werden zu Dead Zonen. Somit sind viele Teile der Welt, in denen die Bevölkerung nach heutigen Prognosen besonders stark wachsen wird, betroffen und das führt zu 3,5 Milliarden betroffenen Menschen. Um diese extreme Hitze zu verhindern, müssten nach Berechnungen der UN-Umweltbehörde Unep die globalen CO2-Emissionen bis 2030 jedes Jahr um 7,6 Prozent sinken, was einer Verfünffachung der bisherigen Aktivitäten der internationalen Staaten entspricht.

2. Wasserknappheit

Lediglich Russland ist das einzige Land, welches eine Verringerung der Dürre- zeiten erwarten kann, während diese in allen andern Ländern zunehmen wird. Insbesondere die Länder um den Mittelmeerraum werden durch Dürrezeiten und Wasserstress erhebliche Schäden davontragen. Wasserstress führt zu Versorgungsproblemen, Ernteausfällen mit Nahrungsmittelengpässen, erhöhten volkswirtschaftlichen Kosten und die daraus entstehenden Migrationbewegungen auslösen und/oder verstärken. Politische Unruhen sind zunehmend nicht mehr auszuschließen.
Der Club of Rome ist ein Zusammenschluss von Experten verschiedener Disziplinen aus mehr als 30 Ländern und wurde 1968 gegrün- det. Die gemeinnützige Organisation setzt sich für eine nachhaltige Zukunft der Mensch- heit ein.
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3. Quellen

Diese und weitere Inhalte finden Sie in Jørgen Randers, 2052. Der neue Bericht an den Club of Rome Der Autor Jørgen Randers ist emeritierter Professor für »Climate Strategy« an der BI Norwegian Business School. Sein Beschäftigungsschwerpunkt liegt auf Zukunftsforschung mit Bezug zu Nachhaltigkeit, Klima und Energie. Greenpeace, Klimawandel, Migration und Vertreibung Heise.de, Klimawandel und immer mehr Migration McKinsey Global Institute, Climate risk and response – Physical hazards and socioeconomic impacts Solarify, In 50 Jahren droht einem Drittel der Menschheit lebensfeindliche Hitze PNAS, Future of the human climate niche
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Abbildung: Direkter Einfluss von Hitzewellen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) weltweit bis 2050, McKinsey Global Institute, „Climate risk and response“, Januar 2020 Das durch extreme Hitze und Luftfeuchtigkeit gefährdete BIP wird voraussichtlich im Laufe der Zeit zunehmen. BIP gefährdet durch Arbeitszeit, die durch Hitze und Feuchtigkeit beeinflusst wird (nur direkte Auswirkung, Szenario ohne sektorale Übergänge). Basierend auf RCP 8,5
Abbildung: Anstieg der hitzebedingt verloren- gehenden Arbeitsstunden in Indien bis 2050, McKinsey Global Institute, „Climate risk and response“, Januar 2020 Der betroffene Bereich und die Intensität extremer Hitze und Luftfeuchtigkeit werden voraussichtlich zunehmen, was zu einem höhe- ren erwarteten Anteil an verlorenen Arbeits- stunden führt. Zu den verlorenen Arbeitsstunden zählen ein Verlust der Arbeitsproduktivität sowie Pausen, basierend auf einem durchschnittlichen Jahr, das ein Ensemble von Klimamodellen darstellt.
Direkter Einfluss von Hitzewellen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) weltweit Anteil der verlorenen Arbeitstunden
Seit seiner Gründung im Jahr 1990 arbeitet das McKinsey Global Institute (MGI) daran, ein tieferes Verständnis der sich entwickeln- den globalen Wirtschaft zu entwickeln. Als der betriebs- und volkswirtschaftliche Forschungszweig von McKinsey & Company hat sich das MGI zum Ziel gesetzt, Führungs- persönlichkeiten im kommerziellen, öffent- lichen und sozialen Sektor mit Fakten und Erkenntnissen zu versorgen, auf denen Management- und Politikentscheidungen basieren können.
Abbildung: Arbeitskapazität bei Zunahme der Temperatur bei hoher relativer Luftfeuchtig- keit, McKinsey Global Institute, „Climate risk and response“, Januar 2020 Sofortige Wirkung; Eine längere Exposition führt zu einer raschen Verschlechterung der gesundheitlichen Auswirkungen. Menschen können die Exposition gegenüber 35 °C - Feuchtkugeltemperaturen zwischen vier und fünf Stunden überleben. Während dieser Zeit kann eine kleine Menge an Arbeit ausgeführt werden, weshalb sich die Arbeitsstundenkurve bei 35 °C WBGT (die im Schatten ungefähr 35 °C Feuchtkugel entspricht) nicht Null nähert.
Hunger Wirtschaftliche Folgen Hunger Wirtschaftliche Folgen Einfluss von Hitze und Feuchtigkeit auf die Arbeit im Freien
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Abbildung: Anstieg der Dürreperioden im Mittelmeerraum bis 2050, McKinsey Global Institute, „Climate risk and response“, Januar 2020 Es wird erwartet, dass die Dürre im Mittelmeerraum bis 2030 zunimmt und bis 2050 weiter zunimmt. Basierend auf RCP 8.5 Gemessen mit einem gleitenden 3-Monats- Durchschnitt. Dürre ist definiert als ein rollierender 3-Monats-Zeitraum mit einem durchschnittlichen Palmer Drough Severity Index (PDSI) <-2. PDSI ist ein temperatur- und niederschlagsbasierter Dürreindex, der auf der Grundlage der Abweichung vom historischen Mittelwert berechnet wird. Die Werte reichen von +4 (extrem nass) bis -4 (extrem trocken).
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