Gesundheit

Extreme Hitze, insbesondere bei hoher Luftfeuchte, führen direkt zu physischen

Beschwerden älterer oder geschwächter Menschen sowie indirekt zur stärkeren

Verbreitung krankheitsübertragenden Stechmücken.

Herz
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet den Klimawandel als die weltweit größte Bedrohung für die menschliche Gesundheit. Gesundheit wird vom Klima durch Kälte oder Hitze, Regen, Überschwemmungen und Feuer und durch ökologische wie Veränderung der Ausbreitungsgebiete von Krankheits- überträgern und schlechten Ernten sowie sozialen Folgen wie Stress oder Migration beeinflusst. Besonders stark werden dabei die Entwicklungsländer betroffen sein.

1. Krankheitsüberträgern

Zu den indirekten Folgen des Klimawandels gehören die regionale Änderung der Verbreitungsgebiete und der Population von Krankheitsüberträgern wie Stechmücken (z. B. Anopheles, Überträgerin der Malaria), Flöhen oder Zecken. Insbesondere ärmere Länder, wie West- und Zentralafrikas, werden von Mala- riaausbreitung wesentlich stärker betroffen sein, weil sie sich keine Gegen- maßnahmen leisten können.

2. Extremhitze

Klimamodelle prognostizieren, dass der Anstieg der mittleren jährlichen Luft- temperatur zukünftig zu wärmeren bzw. heißeren Sommern mit einer größeren Anzahl an heißen Tagen und Tropennächten führen wird. Extreme Hitzeereig- nisse werden dann häufiger, in ihrer Intensität stärker und auch länger anhal- tend auftreten. Es gilt als wahrscheinlich, dass sich die maximale Lufttempe- ratur in Deutschland in Richtung extremer Hitze verschieben wird. Diese zunehmende Hitzebelastung ist von erheblicher gesundheitlicher Bedeu- tung, da sie den Organismus des Menschen in besonderer Weise beansprucht und zu Problemen des Herz-Kreislaufsystems führen kann. Daneben fördert eine hohe Lufttemperatur zusammen mit intensiver Sonneneinstrahlung die Entstehung von gesundheitsgefährdendem bodennahem Reizgas Ozon. Eine hohe Ozonkonzentration führt bei vielen Menschen zu Reizerscheinungen der Augen (Tränenreiz), Atemwegsbeschwerden (Husten) und Kopfschmer- zen. Ihr Ausmaß wird durch die Aufenthaltsdauer in der ozonbelasteten Luft bestimmt. Bei körperlicher Aktivität im Freien wurde bei Schulkindern und Erwachsenen eine verminderte Lungenfunktion sowie eine Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit festgestellt. Bei einem erhöhten Atemvolumen, zum Beispiel bei körperlicher Anstrengung, kann Ozon tief in das Lungenge- webe vordringen, dort das Gewebe schädigen und Entzündungen hervorrufen. Im Gegensatz zur Veränderung der Lungenfunktionswerte bildeten sich ent- zündliche Reaktionen des Lungengewebes nur teilweise zurück. Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mit dem Auftreten erhöhter bodennaher Ozonkonzentrationen assoziiert. Eine hohe Lufttemperatur während Hitzeperioden ist ein zusätzliches Risiko für die Gesundheit, weil bei sehr hohen Temperaturen das körpereigene Kühlsys- tem überlastet wird. Als Folge der Hitzebelastung können Regulationsstörun- gen und Kreislaufprobleme auftreten. Typische Symptome sind Kopfschmer- zen, Erschöpfung und Benommenheit. Ältere Menschen und Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind von diesen Symptomen besonders betrof- fen. Bei extremer Hitze steigt die Mortalität stark an. Modellrechnungen pro- gnostizieren auch für Deutschland, dass zukünftig mit einem Anstieg hitzebe- dingter Mortalität von bis zu 6 Prozent pro einem Grad Celsius Temperaturan- stieg zu rechnen ist. Zudem breiten sich neue Infektionskrankheiten wie Dengue, Zika und Chiun- gunya aus, und gerade in Hitzesommern können Blaualgen und Vibrio-Bakte- rien Gesundheitsprobleme verursachen, die sich bei höheren Temperaturen in Seen und in der Ostsee ausbreiten. Weitere gesundheitliche Folgen betreffen Allergiker. In Deutschland leiden der- zeit rund 15 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal in ihrem Leben an Heuschnupfen und 9 Prozent an Asthma bronchiale. Durch die Klimaverände- rungen werden Millionen von Allergikern/Allergikerinnen mit längeren und stärkeren Pollenflugzeiten zu kämpfen haben. Aufgrund des Klimawandels kann sich auch die UV-Belastung der Menschen ändern. Es droht eine Erhö- hung des bereits schon sehr hohen Risikos, an Hautkrebs zu erkranken.
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Grundlagen zur

Klimakrise

Anopheles, auch Malaria-, Gabel- oder Fiebermücken genannt, ist eine Gattung in der Familie der Stechmücken. Die Gattung umfasst etwa 420 Arten, wobei weltweit rund 40 Arten als Überträger von Malaria auftreten können. Malariamücken sind mit etwa sechs Millimetern relativ klein und haben einen schmächtigen Körperbau, sind aber dennoch an ihrer Körperhaltung gut erkennbar: der Körper befindet sich meistens in einem Winkel von etwa 30 bis 45° zum Untergrund. Es gibt zahlreiche Arten und Unterarten, die teilweise aufgrund ihrer großen Ähnlichkeit nur von Spezialisten zu unterscheiden sind. Quelle: Wikipedia
Ein Mann verwendet Fumigations-Mücken- Maschine zum Töten von Mücken-Träger des Zika-Virus und Denguefieberprävention Ausbruch in der Schule in der Regenzeit.
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Abbildung: Temperaturbezogene Kenntage 1951-2019: Heiße Tage (Tage mit Tmax ≥ 30°C) Quelle: Rückblick auf die Temperatur in Deutschland im Jahr 2019 und die langfristige Entwicklung, Deutsche Wetterdienst (DWD)
Ermittlung der Exzessmortalität  stark schematisiert, Grundlage bildete die Zeitreihe der Mortalitätsdaten der Stadt Chicago, USA des Jahres 1995 Anzahl Todesfälle Hitzewelle Exzessmortalität Temperatur Basismortalität Zeit
Abbildung: Ermittlung der Exzessmortalität (stark schematisiert, Grundlage bildete die Zeitreihe der Mortalitätsdaten der Stadt Chicago, USA des Jahres 1995). Die Zahl der hitzebedingten Todesfälle (Exzessmortalität) entspricht der Peakfläche (rot) der Todes fälle, die der Hitzeepisode (untere Kurve) folgen. Der Erwartungswert bestimmt sich aus der Basismortalität (blaue Linie), die wiederum aus der Zeitreihe der Todesfälle (Punkte) geschätzt wird. Datenquelle: Peng und Welty 2004. Robert Koch Institut, „Klimawandel und Gesundheit“
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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeich- net den Klimawandel als die weltweit größte Be- drohung für die menschliche Gesundheit. Gesund- heit wird vom Klima durch Kälte oder Hitze, Regen, Überschwemmungen und Feuer und durch ökologi- sche wie Veränderung der Ausbreitungsgebiete von Krankheitsüberträgern und schlechten Ernten sowie sozialen Folgen wie Stress oder Migration beein- flusst. Besonders stark werden dabei die Entwick- lungsländer betroffen sein.

1. Krankheitsüberträgern

Zu den indirekten Folgen des Klimawandels gehö- ren die regionale Änderung der Verbreitungsgebiete und der Population von Krankheitsüberträgern wie Stechmücken (z. B. Anopheles, Überträgerin der Malaria), Flöhen oder Zecken. Insbesondere ärmere Länder, wie West- und Zentralafrikas, werden von Malariaausbreitung wesentlich stärker betroffen sein, weil sie sich keine Gegenmaß-nahmen leisten können.

2. Extremhitze

Klimamodelle prognostizieren, dass der Anstieg der mittleren jährlichen Lufttemperatur zukünftig zu wärmeren bzw. heißeren Sommern mit einer größe- ren Anzahl an heißen Tagen und Tropennächten füh- ren wird. Extreme Hitzeereignisse werden dann häufiger, in ihrer Intensität stärker und auch länger anhaltend auftreten. Es gilt als wahrscheinlich, dass sich die maximale Lufttemperatur in Deutschland in Richtung extremer Hitze verschieben wird. Diese zunehmende Hitzebelastung ist von erhebli- cher gesundheitlicher Bedeutung, da sie den Orga- nismus des Menschen in besonderer Weise bean- sprucht und zu Problemen des Herz-Kreislaufsystems führen kann. Daneben fördert eine hohe Lufttem- peratur zusammen mit intensiver Sonneneinstrah- lung die Entstehung von gesundheitsgefährdendem bodennahem Reizgas Ozon. Eine hohe Ozonkonzentration führt bei vielen Men- schen zu Reizerscheinungen der Augen (Tränenreiz), Atem-wegsbeschwerden (Husten) und Kopfschmer- zen. Ihr Ausmaß wird durch die Aufenthaltsdauer in der ozonbelasteten Luft bestimmt. Bei körperlicher Aktivität im Freien wurde bei Schulkindern und Er- wachsenen eine verminderte Lungenfunktion sowie eine Einschränkung der körperlichen Leistungsfähig- keit festgestellt. Bei einem erhöhten Atemvolumen, zum Beispiel bei körperlicher Anstrengung, kann Ozon tief in das Lungengewebe vordringen, dort das Gewebe schädigen und Entzündun-gen hervor- rufen. Im Gegensatz zur Veränderung der Lungen- funktionswerte bildeten sich entzündliche Reak- tionen des Lungengewebes nur teilweise zurück. Atem-wegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mit dem Auftreten erhöhter bodennaher Ozonkon- zentrationen assoziiert. Eine hohe Lufttemperatur während Hitzeperioden ist ein zusätzliches Risiko für die Gesundheit, weil bei sehr hohen Temperaturen das körpereigene Kühl- system überlastet wird. Als Folge der Hitzebelas- tung können Regulations-störungen und Kreislauf- probleme auftreten. Typische Symptome sind Kopf- schmerzen, Erschöpfung und Benommenheit. Ältere Menschen und Personen mit Herz-Kreislauf- Erkrankungen sind von diesen Symptomen beson- ders betroffen. Bei extremer Hitze steigt die Mor- talität stark an. Modellrechnungen prognostizieren auch für Deutschland, dass zukünftig mit einem Anstieg hitzebedingter Mortalität von bis zu 6 Pro- zent pro einem Grad Celsius Temperaturanstieg zu rechnen ist. Zudem breiten sich neue Infektionskrankheiten wie Dengue, Zika und Chiungunya aus, und gerade in Hitzesommern können Blaualgen und Vibrio-Bakte- rien Gesundheitsprobleme verursachen, die sich bei höheren Temperaturen in Seen und in der Ostsee ausbreiten. Weitere gesundheitliche Folgen betreffen Allergiker. In Deutschland leiden derzeit rund 15 Prozent der Erwach-senen mindestens einmal in ihrem Leben an Heuschnup-fen und 9 Prozent an Asthma bronchiale. Durch die Klimaveränderungen werden Millionen von Allergikern/Allergikerinnen mit längeren und stärkeren Pollenflugzeiten zu kämpfen haben. Aufgrund des Klimawandels kann sich auch die UV-Belastung der Menschen ändern. Es droht eine Erhöhung des bereits schon sehr hohen Risikos, an Hautkrebs zu erkranken.
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Abbildung: Temperaturbezogene Kenntage 1951-2019: Heiße Tage (Tage mit Tmax ≥ 30°C) Quelle: Rückblick auf die Temperatur in Deutschland im Jahr 2019 und die langfristige Entwicklung, Deutsche Wetterdienst (DWD)
Ermittlung der Exzessmortalität  stark schematisiert, Grundlage bildete die Zeitreihe der Mortalitätsdaten der Stadt Chicago, USA des Jahres 1995 Anzahl Todesfälle Hitzewelle Exzessmortalität Temperatur Basismortalität Zeit
Abbildung: Ermittlung der Exzessmortalität (stark schematisiert, Grundlage bildete die Zeitreihe der Mortalitätsdaten der Stadt Chicago, USA des Jahres 1995). Die Zahl der hitzebedingten Todesfälle (Exzessmortalität) entspricht der Peakfläche (rot) der Todes fälle, die der Hitzeepisode (untere Kurve) folgen. Der Erwartungswert bestimmt sich aus der Basismortalität (blaue Linie), die wiederum aus der Zeitreihe der Todesfälle (Punkte) geschätzt wird. Datenquelle: Peng und Welty 2004. Robert Koch Institut, „Klimawandel und Gesundheit“
Ein Mann verwendet Fumigations-Mücken-Maschine zum Töten von Mücken-Träger des Zika-Virus und Denguefieberprävention Ausbruch in der Schule in der Regenzeit.
Anopheles, auch Malaria-, Gabel- oder Fiebermücken genannt, ist eine Gattung in der Familie der Stechmücken. Die Gattung umfasst etwa 420 Arten, wobei weltweit rund 40 Arten als Überträger von Malaria auftreten können. Malariamücken sind mit etwa sechs Millimetern relativ klein und haben einen schmächtigen Körperbau, sind aber dennoch an ihrer Körperhaltung gut erkennbar: der Körper befindet sich meistens in einem Winkel von etwa 30 bis 45° zum Untergrund. Es gibt zahlreiche Arten und Unterarten, die teilweise aufgrund ihrer großen Ähnlichkeit nur von Spezialisten zu unterscheiden sind. Quelle: Wikipedia
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