Wie wird sich der Klimawandel

auf die Biodiversität auswirken?

Biodiversität ist wichtig zum Erhalt unseres Wohlstands – von Ausgleichsräumen für

den Menschen bis zur Nahrungsmittelproduktion. Diese Biodiversität nimmt durch

den Klimawandel ab und verursacht bereits heute Schäden an Wirtschaft und Natur.

Bienen und Blumen

1. Kernaussagen des globalen

Berichtes des Weltbiodiversitätsrat

IPBES:

Die biologische Vielfalt und die Leistungen von Ökosystemen wie Nahrung, sauberes Wasser und Medizin sind für das Überleben der Menschheit essenzi- ell. Dennoch verschlechtert sich ihr Zustand dramatisch: Das Artensterben ist heute mindestens dutzende bis hunderte Male größer als im Durchschnitt der letzten zehn Millionen Jahre. 75 Prozent der Landoberfläche und 66 Prozent der Meeresfläche sind stark verändert. Über 85 Prozent der Feuchtgebiete sind ver- loren gegangen. Die negative Entwicklung ist auf zahlreiche direkte Treiber wie beispielsweise Landnutzungsänderungen, Umweltverschmutzung und Klima- wandel zurückzuführen. Indirekte Treiber, also soziale und politische Rahmen- bedingungen, bieten wichtige Ansatzpunkte für Maßnahmen auf allen gesell- schaftlichen Ebenen. Die Plenarsitzung verabschiedete darüber hinaus das nächste Arbeitsprogramm der Plattform bis 2030.
Empfehlen: Social Media kann süchtig und krank machen

2. Kernergebnisse - Schwerpunkt

auf Bestäuber, Bestäubung und

Nahrungs-mittelproduktion:

Die Produktion vieler qualitativ hochwertiger pflanzlicher Lebensmittel, vor allem Obst und Gemüse, hängt von der Blütenbestäubung ab. In vielen Gebie- ten der Erde werden seit einigen Jahren dramatische Verluste der Blütenbes- täuber beobachtet. Der dramatische Verlust von Bienenvölkern in Europa und Nordamerika und in anderen Weltregionen tritt nicht in gleicher Weise auf. Die intensive landwirtschaftliche Produktion und besonders die Anwendung von Pestiziden stellt eine der Hauptursachen für die Gefährdung der Blütenbestäu- ber und somit die Bestäubung dar. Ein weiterer thematischer Bericht mit folgenden Kernergebnissen wurde 2018 zu Landdegradierung und Wiederherstellung erarbeitet: Die stetige Ausbrei- tung und nicht nachhaltige Bewirtschaftung von Acker- und Weideland ist der weltweit größte direkte Verursacher der Landdegradierung und verursacht einen erheblichen Verlust an biologischer Vielfalt und Ökosystemleistungen. Die Landdegradierung hat in vielen Teilen der Welt ein "kritisches" Niveau erreicht. Feuchtgebiete wie zum Beispiel Moore sind dabei besonders stark betroffen. Durch eine steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Biokraft- stoffen wird die Landdegradierung in Zukunft wahrscheinlich weiter voran- schreiten. Durch Vermeidung, Verringerung und Umkehrung von Landdegra- dierung könnten bis 2030 mehr als ein Drittel der Treibhausgasemissionen eingespart werden.

4. Was bedeutet das?

1 Million Arten in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. 99 Prozent der Korallenriffe würden bei einer solchen Entwicklung mit großer Wahrscheinlichkeit absterben. 85 Prozent der Feuchtgebiete sind bereits zerstört. Der Verlust von Bestäuberinsekten bedroht Nahrungsmittelproduktion im Wert von 235 bis 577 Milliarden Dollar pro Jahr.

5. Quellen

Der Weltbiodiversitätsrat IPBES (Intergovernmental Science Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) ist ein zwischenstaatliches Gremium. Er hat die Aufgabe, die Politik zum Thema biologische Vielfalt und Ökosystem- leistungen wissenschaftlich zu beraten. Der Weltbiodiversitätsrat sammelt weltweit wissenschaftliche Daten, analy- siert diese und zeigt politische Handlungsmöglichkeiten zum Schutz der bio- logischen Vielfalt auf. Der Rat selbst führt keine eigenen Forschungsarbeiten durch. Seine Kernaufgabe ist die Erstellung von Berichten über den aktuellen Zustand und Wissensstand zur biologischen Vielfalt und der Leistungen, die Ökosysteme für die Menschen erbringen. Dafür nominieren die Mitglieds- staaten des Weltbiodiversitätsrats Expertinnen und Experten zur Erstellung der Berichte. IPBES, Biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen in Europa und Zentralasien IPBES, Regionale und subregionale Berichte zur Biodiversität und zu Ökosystemdienst-leistungen (englisch) IPBES, Bericht über Bestäuber, Bestäubung und Lebensmittelproduktion (englisch) IPBES, Bericht über Bodendegradation und -wiederherstellung (englisch) Bundesministerium für Umwelt, „Naturschutz und nukleare Sicherheit, Weltbiodiversitätsrat Spiegel.de, „Eine Million Arten vom Aussterben bedroht ScienceMag.org, Accelerating extinction risk from climate change ScienceMag.org, The projected effect on insects, vertebrates, and plants of limiting global warming to 1.5°C rather than 2°C WWF, Artenschutz in Zeiten des Klimawandels UFZ, Klimawandel und Biodiversität Naturschutz und Landschaftsplannung,Auswirkungen des rezenten Klimawandels auf die Biodiversität in Mittelgebirgen Global Humanitarian Forum - Geneva, The Anatomy of a Silent Crisis
futureway Logo futureway Logo
© 2021 futureway Impressum Datenschutzerklärung
Der Begriff Biodiversität oder Biologische Vielfalt steht als Sammelbegriff für die Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten und ist die Differenziertheit aller lebender Organismen und der ökologischen Systeme zu denen sie gehören. Biodiversität umfasst die folgenden drei Ebenen: die Vielfalt der Ökosysteme (dazu gehören Lebensgemeinschaften, Lebensräume und Landschaften) die Artenvielfalt die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. Klima und Biodiversität sind eng miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Die Klimakrise stellt die größte Bedrohung für die Vielfalt des Lebens auf der Erde dar. Damit sind auch alle Menschen in ihrem Überleben bedroht.

3. Meta-Analyse

Mark Urban von der Universität von Connecticut hat in einer Meta-Analyse 130 Studien zu den möglichen Folgen des Klimawandels für die biologische Vielfalt in verschiedensten Weltregionen ausgewertet. Nach der Analyse wird in Süd- amerika, Australien und Neuseeland die Biodiversität besonders stark unter den steigenden Temperaturen leiden. Gerade in diesen drei Gebieten gibt es eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen, die nur in einem sehr kleinen Verbrei- tungsgebiet vorkommen. Viele Arten stehen ohnehin unter einem erhöhten Aussterberisiko, weil sie nicht den Platz haben den Klimaveränderungen auszuweichen. Urbans Studie liefert eine breite Analyse des Artenschwunds, den wir auf globaler Ebene im Zuge des Klimawandels zu erwarten haben. Die einzelnen Klimazonen wandern mit der Klimaerwärmung immer weiter in Richtung Südpol. Wenn sie die Südküsten Australiens und Neuseelands ver- lassen haben, können die betroffenen Tiere und Pflanzen des Festlands nicht mehr folgen und sterben aus. Das gleiche vollzieht sich in Südamerika in den hohen Bergregionen. Mit dem Temperaturanstieg steigen auch die Tempera- turen in den bislang kalten Berggipfel. Lebewesen, die heute auf den Gipfeln leben, können nicht in noch größere Höhen ausweichen. Selbst wenn wir den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf 2 °C begrenzen können, verlieren nach den Vorhersagen viele Schlüsselregionen einen bedeutenden Anteil ihrer Arten, für die sich das Klima nicht mehr eignet. Selbst beim Zwei-Grad-Szenario sind fast 25 % der Arten in den Schlüssel- regionen vom lokalen Aussterben bedroht. Laut den Vorhersagen werden Pflanzen besonders stark betroffen sein, weil sie sich nicht schnell genug an Klimaveränderungen anpassen können. Dies kann einen Dominoeffekt auf andere, von ihnen abhängige Arten haben. Um etwa 75 Prozent ist der Bestand der fliegenden Tierchen in den vergan- genen drei Jahrzehnten in Deutschland zurückgegangen. Gründe sind die auf den Feldern und in Gärten versprühten Pestizide sowie das Verschwinden der Lebensräume durch monotone Landwirtschaftsflächen ohne Hecken, Bäume und Wildkräuter.

Grundlagen zur

Klimakrise

Abbildung: Die verheerenden Buschfeuer in Australien Anfang 2020 haben Natur und Tierwelt zerstört. Alleine mehr als 10.000 Koalas sind in den Flammen schätzungsweise gestorben.
Vom Aussterben bedrohte Arten in Europa und Zentralasien nach der Roten Liste der gefährdeten Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) von 2015 Übersicht der Kategorien der Roten Liste der IUCN Ausgestorben (EX) In der Natur ausgestorben (EX) Vom Aussterben bedroht (CR) Stark gefährdet (EN) Gefährdet (VU) Potenziell gefährdet (NT) Nicht gefährdet (LC) Ungenügende Datengrundlage (DD) Nicht bewertet (NE) Alle Arten Bewertet Ausreichende Daten vorhanden Gefährdete Kategorien
Abbildung: EX: ausgestorben, CR: vom Aussterben bedroht, EN: stark gefährdet, VU: gefährdet, NT: potenziell gefährdet, DD: ungenü-gende Datengrundlage, LC: am wenigsten gefährdet. Unter den Kategorien CR, EN, VU geführte Arten gelten als gefährdet. Der blaue Balken entspricht der besten Schätzung des Verhältnisses von gefährdeten und ausgestorbenen Arten, unter der Annahme, dass derselbe Anteil von als DD kategorisierten Arten gefährdet oder ausgestorben ist wie der Anteil der Arten, bezüglich derer genügend Daten vorliegen (m.a.W., EX, CR, EN, VU, NT, LC). Es werden nur Arten von umfassend ausgewer-teten taxonomischen Gruppen berücksichtigt. Quelle: IPBES, IUCN, 2017. Abrufbar unter Iucnredlist
Gesamteuropa und Zentralasien Mittel- und Westeuropa Arten insgesamt Endemische Arten Arten insgesamt Endemische Arten
1%
4%
8%
13%
13%
51%
10%
2%
3%
7%
10%
71%
7%
1%
4%
12%
17%
14%
46%
6%
0,2% (EX)
13% (Schätzung der gefährdeten Arten)
2.493
28%
336
199
1%
3%
8%
11%
71%
6%
0,2% (EX)
13%
1.886
Aussterbe-Rate Zusammengefasster Prozentsatz der ausgestorbenen Arten % 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 0 1500 1700 1900 Amphibien Säugetiere Vögel Reptilien Fische 2018 Hintergrundrate (0,1 - 2 Aussterbeereignisse pro Million Spezies pro Jahr)
Abbildung: Aussterbe-Rate, Quelle IPBES, Der Spiegel, „Eine Million Arten vom Aussterben bedroht“
Verwandter Beitrag
Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration
Verwandte Beiträge
Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration
Verwandte Beiträge
Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration
Verwandtes Video
Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration
Verwandte Beiträge
Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration
Wie wird sich der Klima- wandel auf die Biodiver- sität auswirken? Biodiversität ist wichtig zum Erhalt unseres Wohl- stands – von Ausgleichsräumen für den Menschen bis zur Nahrungsmittelproduktion. Diese Biodiversi- tät nimmt durch den Klimawandel ab und verursacht bereits heute Schäden an Wirtschaft und Natur.

1. Kernaussagen des

globalen Berichtes des

Weltbiodiversitätsrat

IPBES:

Die biologische Vielfalt und die Leistungen von Ökosystemen wie Nahrung, sauberes Wasser und Medizin sind für das Überleben der Menschheit essenziell. Dennoch verschlechtert sich ihr Zustand dramatisch: Das Artensterben ist heute mindestens dutzende bis hunderte Male größer als im Durchsch- nitt der letzten zehn Millionen Jahre. 75 Prozent der Landoberfläche und 66 Prozent der Meeresfläche sind stark verändert. Über 85 Prozent der Feucht- gebiete sind verloren gegangen. Die negative Ent- wicklung ist auf zahlreiche direkte Treiber wie bei- spielsweise Landnutzungsänderungen, Umwelt- verschmutzung und Klimawandel zurückzuführen. Indirekte Treiber, also soziale und politische Rah- menbedingungen, bieten wichtige Ansatzpunkte für Maßnahmen auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Die Plenarsitzung verabschiedete darüber hinaus das nächste Arbeitsprogramm der Plattform bis 2030.
Empfehlen: Social Media kann süchtig und krank machen

2. Kernergebnisse -

Schwerpunkt auf Bestäuber,

Bestäubung und Nahrungs-

mittelproduktion

Die Produktion vieler qualitativ hochwertiger pflanz- licher Lebensmittel, vor allem Obst und Gemüse, hängt von der Blütenbestäubung ab. In vielen Gebie- ten der Erde werden seit einigen Jahren dramatische Verluste der Blütenbestäuber beobachtet. Der dramatische Verlust von Bienenvölkern in Europa und Nordamerika und in anderen Weltregionen tritt nicht in gleicher Weise auf. Die intensive landwirt- schaftliche Produktion und besonders die Anwen- dung von Pestiziden stellt eine der Hauptursachen für die Gefährdung der Blütenbestäuber und somit die Bestäubung dar. Ein weiterer thematischer Bericht mit folgenden Kern-ergebnissen wurde 2018 zu Landdegradierung und Wiederherstellung erarbeitet: Die stetige Aus- breitung und nicht nachhaltige Bewirtschaftung von Acker- und Weideland ist der weltweit größte direkte Verursacher der Landdegradierung und verursacht einen erhebli-chen Verlust an biologischer Vielfalt und Ökosystem-leistungen. Die Landdegradierung hat in vielen Teilen der Welt ein "kritisches" Niveau erreicht. Feuchtge-biete wie zum Beispiel Moore sind dabei besonders stark betroffen. Durch eine steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Bio- kraftstoffen wird die Land-degradierung in Zukunft wahrscheinlich weiter voran-schreiten. Durch Ver- meidung, Verringerung und Um-kehrung von Land- degradierung könnten bis 2030 mehr als ein Drittel der Treibhausgasemissionen eingespart werden.

4. Was bedeutet das?

1 Million Arten in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. 99 Prozent der Korallenriffe würden bei einer solchen Entwicklung mit großer Wahrscheinlich- keit absterben. 85 Prozent der Feuchtgebiete sind bereits zerstört. Der Verlust von Bestäuberinsekten bedroht Nahrungsmittelproduktion im Wert von 235 bis 577 Milliarden Dollar pro Jahr.

5. Quellen

Der Weltbiodiversitätsrat IPBES (Intergovern- mental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) ist ein zwischenstaatliches Gremium. Er hat die Aufgabe, die Politik zum Thema biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen wis- senschaftlich zu beraten. Der Weltbiodiversitätsrat sammelt weltweit wis- senschaftliche Daten, analysiert diese und zeigt politische Handlungsmöglichkeiten zum Schutz der biologischen Vielfalt auf. Der Rat selbst führt keine eigenen Forschungs-arbeiten durch. Seine Kernauf- gabe ist die Erstellung von Berichten über den aktuellen Zustand und Wissensstand zur biologi- schen Vielfalt und der Leistungen, die Ökosysteme für die Menschen erbringen. Dafür nominieren die Mitgliedsstaaten des Weltbiodiversitätsrats Exper- tinnen und Experten zur Erstellung der Berichte. IPBES, Biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen in Europa und Zentralasien IPBES, Regionale und subregionale Berichte zur Bio-diversität und zu Ökosystemdienstleistungen (englisch) IPBES, Bericht über Bestäuber, Bestäubung und Lebensmittelproduktion (englisch) IPBES, Bericht über Bodendegradation und - wieder-herstellung (englisch) Bundesministerium für Umwelt, „Naturschutz und nukleare Sicherheit, Weltbiodiversitätsrat Spiegel.de, „Eine Million Arten vom Aussterben bedroht

Grundlagen zur

Klimakrise

futureway Logo
© 2021 futureway Impressum & Datenschutzerklärung
Der Begriff Biodiversität oder Biologische Vielfalt steht als Sammelbegriff für die Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten und ist die Differenziertheit aller lebender Orga- nismen und der ökologischen Systeme zu denen sie gehö- ren. Biodiversität umfasst die folgenden drei Ebenen: die Vielfalt der Ökosysteme (dazu gehören Lebensgemeinschaften, Lebensräume und Landschaften) die Artenvielfalt die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. Klima und Biodiversität sind eng miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Die Klimakrise stellt die größte Bedrohung für die Vielfalt des Lebens auf der Erde dar. Damit sind auch alle Menschen in ihrem Über-leben bedroht.

3. Meta-Analyse

Mark Urban von der Universität von Connecticut hat in einer Meta-Analyse 130 Studien zu den möglichen Folgen des Klimawandels für die biologische Vielfalt in verschie- densten Weltregionen ausgewertet. Nach der Analyse wird in Südamerika, Australien und Neuseeland die Bio- diversität besonders stark unter den steigenden Tempe- raturen leiden. Gerade in diesen drei Gebieten gibt es eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen, die nur in einem sehr kleinen Verbreitungsgebiet vorkommen. Viele Arten stehen ohnehin unter einem erhöhten Aussterberisiko, weil sie nicht den Platz haben den Klimaveränderungen auszuweichen. Urbans Studie liefert eine breite Analyse des Arten- schwunds, den wir auf globaler Ebene im Zuge des Klimawandels zu erwarten haben. Die einzelnen Klimazonen wandern mit der Klimaerwär- mung immer weiter in Richtung Südpol. Wenn sie die Südküsten Australiens und Neuseelands verlassen haben, können die betroffenen Tiere und Pflanzen des Festlands nicht mehr folgen und sterben aus. Das gleiche vollzieht sich in Südamerika in den hohen Bergregionen. Mit dem Temperaturanstieg steigen auch die Temperaturen in den bislang kalten Berggipfel. Lebewesen, die heute auf den Gipfeln leben, können nicht in noch größere Höhen ausweichen. Selbst wenn wir den Anstieg der weltweiten Durchsch- nittstemperatur auf 2 °C begrenzen können, verlieren nach den Vorhersagen viele Schlüsselregionen einen bedeutenden Anteil ihrer Arten, für die sich das Klima nicht mehr eignet. Selbst beim Zwei-Grad-Szenario sind fast 25 % der Arten in den Schlüsselregionen vom lokalen Aussterben bedroht. Laut den Vorhersagen werden Pflanzen besonders stark betroffen sein, weil sie sich nicht schnell genug an Klimaveränderungen anpassen können. Dies kann einen Dominoeffekt auf andere, von ihnen abhängige Arten haben. Um etwa 75 Prozent ist der Bestand der fliegenden Tier- chen in den vergangenen drei Jahrzehnten in Deutschland zurückgegangen. Gründe sind die auf den Feldern und in Gärten versprühten Pestizide sowie das Verschwinden der Lebensräume durch monotone Landwirtschaftsflächen ohne Hecken, Bäume und Wildkräuter.
Abbildung: Die verheerenden Buschfeuer in Australien Anfang 2020 haben Natur und Tierwelt zerstört. Alleine mehr als 10.000 Koalas sind in den Flammen schätzungsweise gestorben.
Aussterbe-Rate Zusammengefasster Prozentsatz der ausgestorbenen Arten % 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 0 1500 1700 1900 Amphibien Säugetiere Vögel 2018 Hintergrundrate (0,1 - 2 Aussterbeereignisse pro Million Spezies pro Jahr) Reptilien Fische
Abbildung: Aussterbe-Rate, Quelle IPBES, Der Spiegel, „Eine Million Arten vom Aussterben bedroht“
Vom Aussterben bedrohte Arten in Europa und Zentralasien nach der Roten Liste der gefährdeten Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) von 2015 Übersicht der Kategorien der Roten Liste der IUCN Ausgestorben (EX) In der Natur ausgestorben (EX) Vom Aussterben bedroht (CR) Stark gefährdet (EN) Gefährdet (VU) Potenziell gefährdet (NT) Nicht gefährdet (LC) Ungenügende Datengrundlage (DD) Nicht bewertet (NE) Alle Arten Bewertet Ausreichende Daten vorhanden Gefährdete Kategorien
Abbildung: EX: ausgestorben, CR: vom Aussterben bedroht, EN: stark gefährdet, VU: gefährdet, NT: potenziell gefährdet, DD: ungenü-gende Datengrundlage, LC: am wenigsten gefährdet. Unter den Kategorien CR, EN, VU geführte Arten gelten als gefährdet. Der blaue Balken entspricht der besten Schätzung des Verhältnisses von gefährdeten und ausgestorbenen Arten, unter der Annahme, dass derselbe Anteil von als DD kategorisierten Arten gefährdet oder ausgestorben ist wie der Anteil der Arten, bezüglich derer genügend Daten vorliegen (m.a.W., EX, CR, EN, VU, NT, LC). Es werden nur Arten von umfassend ausgewer-teten taxonomischen Gruppen berücksichtigt. Quelle: IPBES, IUCN, 2017. Abrufbar unter Iucnredlist
Gesamteuropa und Zentralasien Arten insgesamt Endemische Arten
1%
4%
8%
13%
13%
51%
10%
2%
3%
7%
10%
71%
7%
0,2% (EX)
13% (Schätzung der gefährdeten Arten)
2.493
28%
336
Mittel- und Westeuropa Arten insgesamt Endemische Arten
1%
4%
12%
17%
14%
46%
6%
199
1%
3%
8%
11%
71%
6%
0,2% (EX)
13%
1.886
Verwandter Beitrag
Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration
Verwandte Beiträge
Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration
Verwandte Beiträge
Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration
Verwandtes Video
Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration
Verwandter Beitrag
Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration
Verwandte Beiträge
Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration Klima- und Umweltmigration