Atomkraft

Atomkraft hat einen geringen Energiebeitrag zur Versorgung bei gleichzeitig hoher

potenzieller Gefährdung, Ressourcenverbrauch, Subventionierung und einer

zunehmed schlechteren CO

2

-Bilanz.

Atom
Atomenergie hat mit seinen ca. 440 Reaktoren (50 neue sind im Bau) einen Anteil am weltweiten Primärenergieverbrauch von etwa 4,4 % und spielt in der globalen Primärenergieversorgung eine geringe und weiter rückläufige Rolle. Ca. 200 Reaktorblöcke wurden bis Juli 2020 aus verschiedenen Gründen außer Betrieb genommen. Bei dem Betrieb von Atomkraftwerken kommt es regel- mäßig zu Störfällen. In den deutschen Reaktoren gab es bisher jedes Jahr mehr als 100 meldepflichtige Ereignisse. Diese Zwischenfälle können potenziell unabsehbare Folgen haben wie das Beispiel der Reaktorkatastrophe in Tscher- nobyl 1986 oder Fukushima zeigen 2011. Noch immer gibt es die Meinung, dass Kernenergie billigen CO 2 -armen Strom liefere. Dabei wird nicht berücksichtigt, dass sämtliche direkten und indirekten Subventionen sowie die Folgen für Menschen und das Ökosystem in dieser Energiequelle nicht berücksichtigt sind. Wenn die Kernenergie tatsächlich billigen Strom produziere würde, könnten neue Reaktoren privat finanziert werden. Weltweit gibt es keinen einzigen Reaktor, bei dessen Bau das finanzielle Risiko alleine von privaten Investoren getragen wurde. Eine Technologie die über 60 Jahre alt ist und angeblich den billigsten Strom liefert, kommt bis heute nicht ohne massive Subventionen aus und das Risiko der Atomenergie lässt sich nicht einmal versichern.

1. Auch Kernenergie verursacht CO

2

Strom aus Atomkraftwerken ist laut Umweltbundesamt nicht CO 2 -neutral. CO 2 entstehen besonders vor und nach der Stromproduktion, etwa beim Uran- abbau, beim Kraftwerksbau oder -rückbau bis hin zur Endlagerung. Würde man den gesamten Lebenszyklus der Kraftwerke berücksichtigen, sind die tatsäch- lichen Emissionen noch deutlich höher. Dem Bericht der weltweiten Klimakommission IPCC aus dem Jahr 2014 zufolge, emittieren die Kernkraftwerke bis zu 110 Gramm CO 2 -Äquivalente pro Kilowatt- stunde. Für das Jahr 2019 ergäbe das schätzungsweise 731 000 Tonnen CO 2 . Bei den derzeit schlechter werdenden Erzgehalten um 0,01 % steigen die CO 2 -Emis- sionen bis auf 210 g CO 2 /kWh an, die von Erneuerbaren befinden sich im Bereich von ca. 3 – 60 g kWh.

2. Hoher Ressourcenverbrauch und

fehlende Zukunftsfähigkeit

Ein weiteres bedeutendes Problem der Atomkraft ist der hohe Ressourcenver- brauch beim Uranabbau und die daraus folgende Schädigung von Menschen und Umwelt. Für ein Atomkraftwerk mit einer Leistung von 1000 Megawatt pro Jahr werden 160 bis 175 Tonnen Uran benötigt. Dafür müssen im Tief- und Tagebau über 80.000 Tonnen Gestein bewegt und ausgebeutet werden. So entstehen mehrere hunderttausend Tonnen feste und Million Liter flüssige Abfälle. Mehr als 85 Pro- zent der anfallenden Radioaktivität verbleiben in diesen Abfällen. Sehr häufig kommt es bei den Arbeitskräften zu gesundheitlichen Schäden. Die Umwelt leidet unter Wasserverbrach und der daraus folgenden Kontamination ganzer Landstriche sowie an dem enormen Ressourcenverbrauch der durch Abbau und der Weiterverarbeitung des Urans entsteht. Das Österreichische Ökologie-Institut und die Österreichische Energieagentur kommt in ihrer Studie zur Energiebilanz und den CO 2 -Emissionen der Kernkraft zu dem Ergebnis, dass neben den bekannten Problemen der Sicherheit von Kraftwerken und dem Umgang mit radioaktivem Abfall die Kernenergie auch keine Lösung für den Klimaschutz bietet. Der Rohstoff Uran ist ebenso wie Erdöl nur begrenzt vorhanden und daher fehlt dem Atomstrom die Zukunftsfähigkeit. Jede Investition in Atomkraft hemmt darüber hinaus den Ausbau der Erneuer- baren Energie und den Umbau des Energiesystems als Ganzes. Ein Kernkraft- werk, welches jetzt gebaut wird, wird unter Annahme des niedrigen Ausbau- szenarios der World Nuclear Association nicht bis zum Ende seiner Nutzungs- dauer mit Uran versorgt werden können. Die CO 2 -Vermeidungskosten von Kernenergie sind zudem höher als die von erneuerbarer Energie. Windkraft- anlagen und Kraft-Wärme-Kopplung sind 1,5-mal so kosteneffektiv bei der Reduktion von CO 2 wie Kernenergie, Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz bis zu 10-mal so kosteneffektiv.

3. Krebs durch Atomkraft

Im Dezember 2007 veröffentlichte das Bundesamt für Strahlenschutz die KiKK- Studie zum Thema Kinderkrebs in der Nähe von Kernkraftwerken. Das Mainzer Kinderkrebsregister hatte Daten von 1980 bis 2003 von ca. 1.600 Kinder unter fünf Jahren die rund um die deutschen Atomkraftwerke an Krebs erkrankt sind ausgewertet. Von diesen Kindern waren 593 an Leukämie erkrankt. Die Erkran- kungsrate nahm signifikant zu, je näher der Wohnort am AKW lag. Selbst im Umkreis von bis zu 50 Kilometern wurden noch erhöhte Krankheitsraten fest- gestellt. In einer weiteren Studie aus dem Jahr 2009 von Prof. Dr. med. Eberhard Greiser im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen wurde die Datenbasis um Krebs- register aus Frankreich, Großbritannien, Kanada und USA erweitert. Prof. Greiser ist emeritierter Professor für Epidemiologie und medizinische Statistik des Fach- bereichs Human- und Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen. Damit lagen Daten aus fünf Ländern und aus der Umgebung von 80 Kernkraftwerken vor. Auch diese Studie bestätigte den Zusammenhang zwischen deutlich erhöh- ter Krebsgefahr und der Nähe zu Atommeilern. In einer weiteren Studie werteten Forscher die äußerliche Strahlenbelastung von mehr als 300.000 französischen, britischen und amerikanischen Angestellten aus, die in Atomkraftwerken, bei Projekten mit Atomwaffen oder in Forschungs- laboren arbeiteten. Im Schnitt begleiteten die Forscher die Mitarbeiter 26 Jahre lang. Die Daten verglichen sie anschließend mit den Krebsfällen in den Sterbere- gistern des jeweiligen Landes. Dabei bezogen sie sich auf alle Krebsformen außer Leukämie. Über den Blutkrebs wurde eine gesonderte Studie durchgeführt. Die umfangreichen Daten zeigen, dass auch niedrige radioaktive Strahlung Krebs auslöst. Mit zunehmender Strahlenbelastung starben mehr Menschen an Krebs, berichten die Forscher im "British Medical Journal".

4. Atomkraftwerke sind nicht

versicherbar, Risiko trägt der Bürger

Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) hatte die "Versicherungsforen Leipzig" noch vor der Reaktorkatastrophe von Fukushima mit den Berechnun- gen für die Versicherung von Atomkraftwerken beauftragt. In einer Studie wurde errechnet, dass eine Haftpflichtpolice für ein Atomkraftwerk eine jährliche Prämie von 72 Milliarden Euro hätte. Das heißt, dass Atommeiler nicht zu versichern sind und das Risiko auf den Steuerzahler übertragen wird. Würde man das Versicherungsrisiko in den Strompreis rechnen, würden die Strompreise der Studie zufolge auf mehr als das vierzigfache steigen. Die wahren Kosten der Atomkraft wurden seit Beginn der Atomkraft ausgeblendet und im Falle eines schweren Unfalls werden die Schäden auf die Allgemeinheit abgewälzt. Die Studie belege die jahrelange Marktverzerrung zugunsten der Kernenergie und zulasten erneuerbarer Energien. Die Studie zeigt auch, dass bei einer ordnungs- politisch angebrachten volkswirtschaftlichen Betrachtung die Kernenergie nicht konkurrenzfähig ist.

5. Atomkraftwerke nicht

wettbewerbsfähig im Vergleich

zu erneuerbarer Energie

Die wenigen derzeitigen Investitionen in Atomkraftwerke in Europa und OECD- Ländern produzieren absehbar flächendeckend Verluste in bis zu zweistelliger Milliardenhöhe. Die Kosten des AKW Olkiluoto-3 in Finnland stiegen von urs- prünglich geschätzten drei Milliarden Euro (1995) auf über elf Milliarden Euro. Dies entspricht, Stand 2018, etwa 7200 Euro pro kW. In Frankreich ist nach massiven Kostensteigerungen und regelmäßigen Berichten über fehlende Reaktorsicherheit das gesamte Atom-Ausbauprogramm des Energiekonzerns Electricité de France (EdF) in Frage gestellt. Darüber hinaus dürften die hohen Schulden des Konzerns (über 40 Milliarden Euro) zu einer vollständigen Ver- staatlichung führen, wenn ein Bankrott vermieden werden soll. Von den beiden Investitionsprojekten in den USA wurde eines nach Verdopplung der Kosten aufgegeben (UC Summers, Virginia). Beim anderen (Vogtle, Georgia) stiegen die Kosten von ursprünglich 14 Milliarden US-Dollar, entsprechend etwa 6200 US-Dollar pro kW, im Jahr 2013 auf geschätzte 29 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017, entsprechend etwa 9400 US-Dollar pro kW. Amory Lovins, amerikanischer Energieexperte und Träger des Alternativen Nobelpreises, stellt heraus, dass Atomtechnologie nur noch in Ländern mit einer staatlichen Wirtschaftsplanung geordert werde. Privates Risikokapital scheue die hohen Kosten und Risiken.

6. Bei wachsendem Atommüll keine

Endlager Lösung

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung prognostiziert bis 2080 mehr als 10.500 Tonnen, das entspricht rund 27.000 Kubikmetern, hoch radioaktiven Abfall. Ein Teil des Abfalls wurde bisher in Großbritannien und Frankreich verschoben. Hinzu kommen mehr als 300.000 Kubikmeter schwach und mittelradioaktive Abfälle die in dem stillgelegten Eisenerz-Bergwerk in Salz- gitter endgelagert werden sollen. Die weltweite Endlagerfrage bleibt ungeklärt. In Europa hat lediglich Finnland bisher ein Endlager für hoch radioaktive Abfälle gebaut. Die sichere Lagerung für hoch radioaktive Abfälle muss gesetzlich für mehr als eine Million Jahre gewährleistet sein. Das Endlager soll unterirdisch in Salz, Ton oder Kristallin, also vor allem Granit, entstehen. 2031 soll der Standort gefunden sein, ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall unterirdisch eingelagert werden.
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7. Quellen

DIW Berlin, Atomkraft international: Ausbaupläne von Newcomer-Ländern vernachlässigbar DIW Berlin, Zu teuer und gefährlich: Atomkraft ist keine Option für eine klimafreundliche Energieversorgung Umwelt Bundesamt,Ist Atomstrom wirklich CO2-frei? Energy Agency, Analyse von Energiebilanz und CO2-Emissionen der Nuklearindustrie über den Lebenszyklus Bundesamt für Strahlenschutz, Wismut Uranbergarbeiter-Kohortenstudie BUND,Uran Atlas. Daten und Fakten über den Rohstoff des Atomzeitalters Bundesamt für Strahlenschutz, Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken – KiKK-Studie Prof. Dr. med. Eberhardt Greiser,Leukämie-Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in der Umgebung von Kernkraftwerken in fünf Ländern Meta-Analyse und Analyse BMJ,Risk of cancer from occupational exposure to ionising radiation: retrospective cohort study of workers in France, the United Kingdom, and the United States (INWORKS) Greenpeace-energy, Hinkley Point C - Die unterschätzten langfristigen Kosten und Risiken Greenpeace, Kein sicheres Endlager in Sicht Versicherungsforen Leipzig,Berechnung einer Versicherungsprämie für KKW (2011) Versicherungsforen Leipzig,Berechnung einer risikoadäquaten Versicherungsprämie zur Deckung der Haftpflichtrisiken, die aus dem Betrieb von Kernkraftwerken resultieren Versicherungsforen Leipzig,Berechnung einer risikoadäquaten Versicherungsprämie zur Deckung der Haftpflichtrisiken, die aus dem Betrieb von Kernkraftwerken resultieren (Erklärung)
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Grundlagen zur

Klimakrise

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Atomenergie hat mit seinen ca. 440 Reaktoren (50 neue sind im Bau) einen Anteil am weltweiten Pri- märenergieverbrauch von etwa 4,4 % und spielt in der globalen Primärenergieversorgung eine geringe und weiter rückläufige Rolle. Ca. 200 Reaktorblöcke wurden bis Juli 2020 aus verschiedenen Gründen außer Betrieb genommen. Bei dem Betrieb von Atomkraftwerken kommt es regelmäßig zu Stör- fällen. In den deutschen Reaktoren gab es bisher jedes Jahr mehr als 100 meldepflichtige Ereignisse. Diese Zwischenfälle können potenziell unabsehbare Folgen haben wie das Beispiel der Reaktorkatas- trophe in Tschernobyl 1986 oder Fukushima zeigen 2011. Noch immer gibt es die Meinung, dass Kernenergie billigen CO 2 -armen Strom liefere. Dabei wird nicht berücksichtigt, dass sämtliche direkten und indirek- ten Subventionen sowie die Folgen für Menschen und das Ökosystem in dieser Energiequelle nicht berücksichtigt sind. Wenn die Kernenergie tatsächlich billigen Strom produziere würde, könnten neue Reaktoren privat finanziert werden. Weltweit gibt es keinen einzigen Reaktor, bei dessen Bau das finanzielle Risiko alleine von privaten Investoren getragen wurde. Eine Tech- nologie die über 60 Jahre alt ist und angeblich den billigsten Strom liefert, kommt bis heute nicht ohne massive Subventionen aus und das Risiko der Atom- energie lässt sich nicht einmal versichern.

1. Auch Kernenergie

verursacht CO

2

Strom aus Atomkraftwerken ist laut Umweltbun- desamt nicht CO 2 -neutral. CO 2 entstehen besonders vor und nach der Strom- produktion, etwa beim Uranabbau, beim Kraft- werksbau oder -rückbau bis hin zur Endlagerung. Würde man den gesamten Lebenszyklus der Kraft- werke berücksichtigen, sind die tatsächlichen Emissionen noch deutlich höher. Dem Bericht der weltweiten Klimakommission IPCC aus dem Jahr 2014 zufolge, emittieren die Kern- kraftwerke bis zu 110 Gramm CO 2 -Äquivalente pro Kilowattstunde. Für das Jahr 2019 ergäbe das schät- zungsweise 731 000 Tonnen CO 2 . Bei den derzeit schlechter werdenden Erzgehalten um 0,01 % steigen die CO 2 -Emissionen bis auf 210 g CO 2 /kWh an, die von Erneuerbaren befinden sich im Bereich von ca. 3 – 60 g kWh.

2. Hoher Ressourcen-

verbrauch und fehlende

Zukunftsfähigkeit

Ein weiteres bedeutendes Problem der Atomkraft ist der hohe Ressourcenverbrauch beim Uranabbau und die daraus folgende Schädigung von Menschen und Umwelt. Für ein Atomkraftwerk mit einer Leistung von 1000 Megawatt pro Jahr werden 160 bis 175 Tonnen Uran benötigt. Dafür müssen im Tief- und Tagebau über 80.000 Tonnen Gestein bewegt und ausgebeutet werden. So entstehen mehrere hunderttausend Tonnen feste und Million Liter flüssige Abfälle. Mehr als 85 Prozent der anfallenden Radioaktivität verbleiben in diesen Abfällen. Sehr häufig kommt es bei den Arbeitskräften zu gesundheitlichen Schäden. Die Umwelt leidet unter Wasserverbrach und der daraus folgenden Kontamination ganzer Landstriche sowie an dem enormen Ressourcen- verbrauch der durch Abbau und der Weiterverarbei- tung des Urans entsteht. Das Österreichische Ökologie-Institut und die Österreichische Energieagentur kommt in ihrer Studie zur Energiebilanz und den CO 2 -Emissionen der Kernkraft zu dem Ergebnis, dass neben den bekannten Problemen der Sicherheit von Kraft- werken und dem Umgang mit radioaktivem Abfall die Kernenergie auch keine Lösung für den Klima- schutz bietet. Der Rohstoff Uran ist ebenso wie Erdöl nur begrenzt vorhanden und daher fehlt dem Atomstrom die Zukunftsfähigkeit. Jede Investition in Atomkraft hemmt darüber hinaus den Ausbau der Erneuerbaren Energie und den Umbau des Energie- systems als Ganzes. Ein Kernkraftwerk, welches jetzt gebaut wird, wird unter Annahme des niedrigen Ausbauszenarios der World Nuclear Association nicht bis zum Ende seiner Nutzungs- dauer mit Uran versorgt werden können. Die CO 2 - Vermeidungskosten von Kernenergie sind zudem höher als die von erneuerbarer Energie. Windkraft- anlagen und Kraft-Wärme-Kopplung sind 1,5-mal so kosteneffektiv bei der Reduktion von CO 2 wie Kernenergie, Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz bis zu 10-mal so kosteneffektiv.

3. Krebs durch Atomkraft

Im Dezember 2007 veröffentlichte das Bundesamt für Strahlenschutz die KiKK-Studie zum Thema Kinderkrebs in der Nähe von Kernkraftwerken. Das Mainzer Kinderkrebsregister hatte Daten von 1980 bis 2003 von ca. 1.600 Kinder unter fünf Jahren die rund um die deutschen Atomkraftwerke an Krebs erkrankt sind ausgewertet. Von diesen Kindern waren 593 an Leukämie erkrankt. Die Erkrankungsrate nahm signifikant zu, je näher der Wohnort am AKW lag. Selbst im Umkreis von bis zu 50 Kilometern wurden noch erhöhte Krank- heitsraten festgestellt. In einer weiteren Studie aus dem Jahr 2009 von Prof. Dr. med. Eberhard Greiser im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen wurde die Daten- basis um Krebsregister aus Frankreich, Großbritan- nien, Kanada und USA erweitert. Prof. Greiser ist emeritierter Professor für Epidemiologie und medi- zinische Statistik des Fachbereichs Human- und Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen. Damit lagen Daten aus fünf Ländern und aus der Umgebung von 80 Kernkraftwerken vor. Auch diese Studie bestätigte den Zusammenhang zwischen deutlich erhöhter Krebsgefahr und der Nähe zu Atommeilern. In einer weiteren Studie werteten Forscher die äußerliche Strahlenbelastung von mehr als 300.000 französischen, britischen und amerikanischen Angestellten aus, die in Atomkraftwerken, bei Projekten mit Atomwaffen oder in Forschungs- laboren arbeiteten. Im Schnitt begleiteten die Forscher die Mitarbeiter 26 Jahre lang. Die Daten verglichen sie anschließend mit den Krebsfällen in den Sterberegistern des jeweiligen Landes. Dabei bezogen sie sich auf alle Krebsformen außer Leu- kämie. Über den Blutkrebs wurde eine gesonderte Studie durchgeführt. Die umfangreichen Daten zeigen, dass auch niedrige radioaktive Strahlung Krebs auslöst. Mit zunehmen- der Strahlenbelastung starben mehr Menschen an Krebs, berichten die Forscher im "British Medical Journal".

4. Atomkraftwerke sind

nicht versicherbar, Risiko

trägt der Bürger

Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) hatte die "Versicherungsforen Leipzig" noch vor der Reaktorkatastrophe von Fukushima mit den Berech- nungen für die Versicherung von Atomkraftwerken beauftragt. In einer Studie wurde errechnet, dass eine Haftpflichtpolice für ein Atomkraftwerk eine jährliche Prämie von 72 Milliarden Euro hätte. Das heißt, dass Atommeiler nicht zu versichern sind und das Risiko auf den Steuerzahler übertragen wird. Würde man das Versicherungsrisiko in den Strom- preis rechnen, würden die Strompreise der Studie zufolge auf mehr als das vierzigfache steigen. Die wahren Kosten der Atomkraft wurden seit Beginn der Atomkraft ausgeblendet und im Falle eines schweren Unfalls werden die Schäden auf die Allge- meinheit abgewälzt. Die Studie belege die jahre- lange Marktverzerrung zugunsten der Kernenergie und zulasten erneuerbarer Energien. Die Studie zeigt auch, dass bei einer ordnungspolitisch ange- brachten volkswirtschaftlichen Betrachtung die Kernenergie nicht konkurrenzfähig ist.

5. Atomkraftwerke nicht

wettbewerbsfähig im

Vergleich zu erneuerbarer

Energie

Die wenigen derzeitigen Investitionen in Atomkraft- werke in Europa und OECD-Ländern produzieren absehbar flächendeckend Verluste in bis zu zweistelliger Milliardenhöhe. Die Kosten des AKW Olkiluoto-3 in Finnland stiegen von ursprünglich geschätzten drei Milliarden Euro (1995) auf über elf Milliarden Euro. Dies entspricht, Stand 2018, etwa 7200 Euro pro kW. In Frankreich ist nach massiven Kostensteigerungen und regelmäßigen Berichten über fehlende Reaktorsicherheit das gesamte Atom- Ausbauprogramm des Energiekonzerns Electricité de France (EdF) in Frage gestellt. Darüber hinaus dürften die hohen Schulden des Konzerns (über 40 Milliarden Euro) zu einer vollständigen Verstaat- lichung führen, wenn ein Bankrott vermieden werden soll. Von den beiden Investitionsprojekten in den USA wurde eines nach Verdopplung der Kosten aufgegeben (UC Summers, Virginia). Beim anderen (Vogtle, Georgia) stiegen die Kosten von ursprünglich 14 Milliarden US-Dollar, entsprechend etwa 6200 US-Dollar pro kW, im Jahr 2013 auf geschätzte 29 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017, entsprechend etwa 9400 US-Dollar pro kW. Amory Lovins, amerikanischer Energieexperte und Träger des Alternativen Nobelpreises, stellt heraus, dass Atomtechnologie nur noch in Ländern mit einer staatlichen Wirtschaftsplanung geordert werde. Privates Risikokapital scheue die hohen Kosten und Risiken.

6. Bei wachsendem

Atommüll keine

Endlager Lösung

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung prognos- tiziert bis 2080 mehr als 10.500 Tonnen, das ent- spricht rund 27.000 Kubikmetern, hoch radioaktiven Abfall. Ein Teil des Abfalls wurde bisher in Großbri- tannien und Frankreich verschoben. Hinzu kommen mehr als 300.000 Kubikmeter schwach und mittel- radioaktive Abfälle die in dem stillgelegten Eisenerz- Bergwerk in Salzgitter endgelagert werden sollen. Die weltweite Endlagerfrage bleibt ungeklärt. In Europa hat lediglich Finnland bisher ein Endlager für hoch radioaktive Abfälle gebaut. Die sichere Lagerung für hoch radioaktive Abfälle muss gesetz- lich für mehr als eine Million Jahre gewährleistet sein. Das Endlager soll unterirdisch in Salz, Ton oder Kris- tallin, also vor allem Granit, entstehen. 2031 soll der Standort gefunden sein, ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall unterirdisch eingelagert werden.

7. Quellen

DIW Berlin, Atomkraft international: Ausbaupläne von Newcomer-Ländern vernachlässigbar DIW Berlin, Zu teuer und gefährlich: Atomkraft ist keine Option für eine klimafreundliche Energieversorgung Umwelt Bundesamt,Ist Atomstrom wirklich CO2-frei? Energy Agency, Analyse von Energiebilanz und CO2-Emissionen der Nuklearindustrie über den Lebenszyklus Bundesamt für Strahlenschutz, Wismut Uranbergarbeiter-Kohortenstudie BUND,Uran Atlas. Daten und Fakten über den Rohstoff des Atomzeitalters Bundesamt für Strahlenschutz, Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken – KiKK-Studie Prof. Dr. med. Eberhardt Greiser,Leukämie- Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in der Umgebung von Kernkraftwerken in fünf Ländern Meta-Analyse und Analyse BMJ,Risk of cancer from occupational exposure to ionising radiation: retrospective cohort study of workers in France, the United Kingdom, and the United States (INWORKS) Greenpeace-energy, Hinkley Point C - Die unterschätzten langfristigen Kosten und Risiken Greenpeace, Kein sicheres Endlager in Sicht Versicherungsforen Leipzig,Berechnung einer Versicherungsprämie für KKW (2011) Versicherungsforen Leipzig,Berechnung einer risikoadäquaten Versicherungsprämie zur Deckung der Haftpflichtrisiken, die aus dem Betrieb von Kernkraftwerken resultieren Versicherungsforen Leipzig,Berechnung einer risikoadäquaten Versicherungsprämie zur Deckung der Haftpflichtrisiken, die aus dem Betrieb von Kernkraftwerken resultieren (Erklärung)
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