Empfehlen: Social Media kann süchtig und krank machen

Die Welt in der wir leben

Wir müssen sofort damit beginnen, dem Klimawandel ernsthaft zu begegnen und den Rest des bereits in weiten Teilen zerstörten Ökosystems zu retten.
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1. Die erste Welle der Zerstörung des

Ökosystems

Vor 100.000 bis 200.000 Jahren hat der Homo sapiens sich in Ostafrika entwi- ckelt. Mit der Kognitiven Revolution vor 70.000 Jahren entstand eine fiktive Sprache und der Homo sapiens breitete sich von Afrika ausgehend in den fol- genden Jahrtausenden auf dem gesamten Planeten aus. Vor 45.000 Jahren besiedelt er Australien und rottete die australische Mega- fauna aus und vor 16.000 Jahren besiedelt er Amerika und rottet die amerika- nische Megafauna aus. Wo immer der Homo sapiens auftauchte, zerstörte er Ökosysteme. Dazu gehört massives Artensterben in Australien und Amerika, die der Homo sapiens auf seinem Weg durch Afrika, Europa und Asien ausrot- tete. Dazugehören auch die anderen Menschenarten. Am stärksten war die Megafauna betroffen. Zu Beginn der kognitiven Revolution lebten auf dem gesamten Planeten rund 200 Säugetiergattungen, die über 50 Kilogramm wogen. Zu Beginn der landwirtschaftlichen Revolution vor 12.000 Jahren waren es nur noch etwa 100.
Welt
Die Homo sapiens waren zunächst Jäger und Sammler und die meisten waren Nomaden die auf der Nahrungssuche wanderten. Durch diese Wanderungen breiteten sich die Menschen allmählich über den gesamten Planeten aus. Auf diesem Wege sammelten die Menschen neben Nahrung auch Wissen. Die Jäger und Sammler hatten eine weitaus gründlichere, umfassendere Kenntnis über die Natur und Umwelt als die meisten ihrer Nachfahren. Heute ist bekannt, dass ein durchschnittliches Sapiens-Gehirn seit Beginn der landwirtschaftlichen Revolution geschrumpft ist. Als Jäger und Sammler mussten die Menschen über hohe geistige Fähigkeiten verfügen. Sie ernährten sich ausgewogen, vielseitig und wegen ihrer kurzen Arbeitszeiten und ihrer gesunden Lebensweise bezeich- nen Historiker gern als »die erste Wohlstandsgesellschaft «. Die meisten Forscher sind sich einig, dass die Jäger und Sammler animistische Vorstellungen hatten. Animisten glauben, dass alles, Orte, Tiere, Pflanzen und Naturphänomene ein Bewusstsein und Empfindungen haben. Für Animisten gibt es keine feste Grenze zwischen Menschen und anderen Lebewesen.

2. Die zweite Welle der Zerstörung

des Ökosystems

Mit der vor 12.000 Jahren beginnenden landwirtschaftlichen Revolution konnten sich die Menschen zunehmend auf Fähigkeiten der anderen verlassen, und es öffneten sich Aufgaben für weniger talentierte Menschen und so wurden die Gene an die nächste Generation weitergeben. Mit der landwirtschaftlichen Revolution begann der Homo sapiens Pflanzen und Tiere zu domestizieren. Die meisten Bauern waren Theisten mit der Vorstellung, dass die Ordnung der Welt auf einem hierarchischen Verhältnis zwischen den Menschen und einer kleinen Gruppe von Göttern basiert. Dies hatte Einfluss auf den Umgang mit dem Ökosystem. Die landwirtschaftliche Revolution bedeutete für die Menschen kein angeneh- mes Leben. Der Alltag der Bauern war hart und arbeitsreich und weniger befrie- digend als der Alltag der Jäger und Sammler. Die Jäger und Sammler ernährten sich gesünder und litten weniger unter Hunger und Krankheiten. Mit der landwirtschaftlichen Revolution nahm die Menge an Nahrungsmitteln, (insbesondere Weizen) zu, was zu einer Bevölkerungsexplosion führte, jedoch die größere Menge der Nahrungsmittel war im Vergleich zu dem Nahrungsmix der Jäger und Sammler einseitiger und sie musste hart erarbeitet werden. Die landwirtschaftliche Revolution war auch Beginn der zweiten von Menschen verursachten Welle der Zerstörung des Ökosystems. Wo immer der Mensch auftauchte verschwanden sämtliche großen und viele der kleineren Säugetiere. Tiere die Jahrmillionen auf der Erde lebten Sie wurden mit der Ankunft der ersten Bauern ausgelöscht.

3. Die wissenschaftliche Revolution

Vor 500 Jahren begann die wissenschaftliche Revolution, die Europäer erobern die Weltmeere und der Kolonialismus entsteht. Dies bedeutet für viele Afrikaner und Indianer Sklaverei, Leid und Tod. In den zurückliegenden fünf Jahrhunder- ten investierten immer mehr Menschen in Forschung, weil sie glaubten, durch Forschung zusätzliche Macht zu erwerben und umso mehr neue Beweise es gab, umso mehr wurde investiert. Weil Wissenschaft teuer war, wurde sie auch nicht zum Nutzen des Menschen geleitet, sondern von den Interessen der Wirtschaft, Militär, Politik und Religion.

4. Die industrielle Revolution

Vor 200 Jahren wird mit der industriellen Revolution der Zusammenhalt von Familie und Gemeinschaften ersetzt durch den Markt und den Staat. Die industrielle Revolution geht einher mit der dritten Welle der Zerstörung des Ökosystems und der weiteren Ausrottung von zahlreichen Tieren und Pflanzenarten und dem Leid vieler Menschen. Die erste Ausrottungswelle, begann mit den Wanderungen der Jäger und Sammler, die zweite Ausrottungswelle, begann mit der landwirtschaftlichen Revolution und die dritte Ausrottungswelle hat vor 200 Jahren begonnen und kann zum Kollaps des gesamten Ökosystems führen.
Wir haben mit der Verschmutzung durch Industrieabwässer und Plastikmüll in den vergangenen Jahrzehnten unsere Meere vergiftet und mit Überfischung das System nachhaltig beschädigt. Wir stehen kurz davor, dass die verbliebenen Wale, Haie und Delfine den Diprodonten, Riesenfaultieren und Mammuts ins Grab folgen. Der Mensch fliegt heute zu anderen Planeten und hat durch Biotechnologie, künstliche Intelligenz, Atomwaffen die Macht zur vollkommenen Zerstörung des Planeten aber auch die Macht das Leben, abhängig von der Geldbörse, zu verlängern. Die Herrschaft des Menschen war bisher für das Ökosystem des Planeten das schlimmste und vernichtenste was ihm passieren konnte. Mit seiner großen Macht über das Ökosystem geht der Mensch heute verant- wortungsloser um als je zuvor. Trotz der Tatsache, dass der Mensch sich den Planeten untertan gemacht hat und er auf andere Planeten fliegen kann, haben wir das Leid in der Welt nicht gelindert. Jeder Machtzuwachs der Menschheit hat zu keiner Verbesserung für den einzelnen Menschen geführt und für viele Lebewesen zur Vernichtung oder zu großem Leid.
Der Markt und die unterstützende Politik sind seit Beginn der industriellen Revolution nur Wachstum und Profit gefolgt. Heute folgt man nicht mal den Gesetzen der Biologie und handelt so, als ob man niemandem Rechenschaft schuldig ist. Technologieunternehmen arbeiten an "Neuro-Chips" die Gedanken lesen können und die Gedanken von Menschen über Bluetooths mit Maschi- nen und anderen Menschen verbinden wollen. Die großen Internetgiganten wollen unsere Gedanken direkt aus unserem Gehirn mit ihren IT Netzen, Computern und Smartphones vernetzen. Wenn die Gedanken nicht mehr frei sind, was dürfen wir dann noch denken? Der heutige Mensch muss sich mit einer Vielzahl selbstgemachter Bedrohun- gen gleichzeitig auseinandersetzen um zu überleben: Digitalisierung, Biotech- nologie, Atomwaffen, Hungersnöte, Wassermangel, Pandemien durch Viren und Bakterien aus der der Massentierhaltung und vielfältigen Auswirkungen der Zerstörung unseres gesamten Ökosystems durch die Erderwärmung als globale Bedrohung für alle Lebewesen. Wir vergiften Menschen und unsere Mitlebewesen und Pflanzen mit Pestiziden die laut Forschern die häufigste Ursache für Krebserkrankungen in der west- lichen Welt sind. Laut Robert-Koch-Institut erkrankt in Deutschland jeder zweite im Laufe seines Lebens an einer Krebs-Erkrankung. Die WHO warnt in 2020, dass die Krebserkrankungen sich bis 2040 sogar weltweit verdoppeln werden.
Homo sapiens
Ausbreitung des anatomisch modernen Menschen von Ostafrika ausgehend. Die vorausgehenden Besiedelungen durch den Homo erectus (gelb) und den Neandertaler (ocker) – der Denisova-Mensch fehlt aufgrund der noch unsicheren Datenlage – sind farblich abgegrenzt; die Zahlen stehen für Jahre vor heute. Quelle: Begegnung mit anderen Arten der Gattung Homo, Wikipedia
Ausbreitung des anatomisch modernen Menschen von Ostafrika ausgehend Landschaft Wissenschaftler Der junge Raoul Julien hatte bereits zwei Jahre im Dreh- und Angelsaal in Chace Cotton Mill, Burlington, Vermont, gearbeitet, als Lewis Hine dieses Foto 1909 machte. Schädel Pestizide
Wir verseuchen das Grundwasser mit Nitrat aus Gülle, Chlorothalonil, Pestizi- den, Fungiziden und Herbiziden. Untersuchungen des Umweltbundesamtes (UBA) zur Belastung der deutschen Bevölkerung mit Glyphosat-Rückständen bestätigen die Tests, die der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) durchführte. Er warnte bereits in 2013 insbe- sondere in Deutschland aber auch in Europa bei den Menschen Glyphosat im Urin nachgewiesen werden kann. Im Februar 2016 hat das UBA bei bis zu 60 Prozent der Deutschen das Pestizid im Körper nachgewiesen. Die EU hatte Chlorothalonil (ein Fungizid gegen Pilzbefall) Anfang 2019 als wahrscheinlich krebserregend und die Abbaustoffe davon als potentiell gesundheitsgefährdend eingestuft, was sowohl in der EU und auch in der Schweiz zu einem Verbot führte. Für das Trinkwasser gilt seither ein Grenz- wert für Abbauprodukte des Fungizids von 0,1 Mikrogramm pro Liter. Wie das Bundesamt für Umwelt in der Schweiz (Bafu) hat Mitte Mai 2020 in der ersten landesweiten Messung herausfand, liegen die Konzentrationen von zwei schädlichen Chlorothalonil-Abbaustoffen (sogenannten Metaboliten) in einigen Fassungen sogar bei mehr als 1 Mikrogramm pro Liter. Basierend darauf könne abgeschätzt werden, dass an mehr als der Hälfte aller Mess- stellen im Mittelland der Wert von 0,1 Mikrogramm pro Liter überschritten werden dürfte. Da sich Grundwasser relativ langsam erneuert und die Meta- boliten von Chlorothalonil ausgesprochen langlebig sind, ist davon auszugehen, dass diese Verunreinigungen die Grundwasser-Qualität noch Jahrzehnte in größerem Ausmaß beeinträchtigen werden. Wie lange Giftstoffe in Grund- wasservorkommen verbleiben, zeigt das Herbizid Atrazin: Obwohl seit mehr als zehn Jahren verboten ist, finden sich immer noch Rückstände davon.
Kohlekraft
Mit Kohlekraftwerken verpesten wir die Luft mit zahlreichen Schadstoffen wie gesundheitsschädlichen Feinstaub-Partikel, Nervengift Quecksilber und ein Mix aus Cadmium, Arsen, Blei, Zink, Schwefeldioxid, Stickoxiden und anderen Schadstoffen trotz vermeintlicher bester Filtertechnik. Insbesondere das Schwermetall Quecksilber reichert sich in der Nahrungskette an. So liegt in den Gewässern von NRW die Quecksilberkonzentration in Fischen in allen Gewässern deutlich über der Umweltqualitätsnorm. Wird Methylquecksilber über Fisch aufgenommen, lagert es sich im Gehirn und den Organen an und kann nur noch schwer ausgeleitet werden. Quecksilber führt zu schweren gesundheitlichen Schäden und die Ursache wird in der Regel nicht erkannt.

5. Wir dressieren unsere Kinder

zu digitalen Untertanen

Um zu einer neuen Klima- und Sozialpolitik zu kommen, müssen wir jungen Menschen neue Wege aufzeigen, wie sie ihr Leben zukünftig gestalten können.
Schule
Wir schicken heute unsere Kinder in Kindergärten und Schulen in den ihnen die Kreativität aberzogen wird und wir benutzen durch Notensysteme Mittel der Tierdressur, um sie auf das Hamsterrad des Lebens vorzubereiten. Geprägt von Leistung, Konsum und immer mehr und immer schneller. In einer Studie des World Economic Forums (WEF) zeigte ein Kreativitätstest, der sogenannte "Torrance Tests of Creative Thinking", dass 98% aller Kinder- gartenkinder kreative Genies sind. Diese Prozentzahl reduziert sich während der Schullaufbahn dramatisch. Sie beträgt in einem Alter von 25 Jahren nur noch 3%. Eine englische Studie von Sir Ken Robinson mit 1.500 Kindern bestätigt dieses Ergebnis. In der Studie erreichten 98 % der Kinder im Alter von 3-5 Jahren das Level genial. Fünf Jahre später im Alter zwischen 8-10 Jahres erreichten nur noch 32 % das Level Genial und weitere 5 Jahre später waren die 13-15-jährigen nur noch zu 10 % Genial. Zur Kontrolle testete man 200.000 Erwachsene ab 25 Jahren, von diesen Erwachsenen erreichten nur noch 2 % das Level Genial. Daraus lässt sich schließen, dass wir alle die Fähigkeit zum unkonventionellen Denken haben, dieses aber aufgrund unseres Bildungssystems verkümmert. Doch Kreativität ist schon jetzt eine der wichtigsten Anforderungen für die Berufstätigen von Morgen. Neuseeländische Wissenschaftler haben heraus- gefunden, dass Kinder, die länger spielen, bevor sie Lesen, Schreiben oder Rechnen lernen, ihre Fähigkeiten für komplexe Problemlösungen später kreativer einsetzen können. Dafür wurden Schulkinder untersucht, die mit sieben Jahren lesen lernten, im Vergleich zu Kindern die bereits zwei Jahre früher lesen konnten. Das Ergebnis zeigte, dass alle Kinder im Alter von 11 Jahren dasselbe Leseniveau erreichten. Schüler die später lesen lernten hatten jedoch zudem ein besseres Textverständnis. Eine Erklärung dafür ist, dass sie länger die Welt um sich her- um entschlüsseln mussten. Dadurch wurde die Fähigkeit zur eigenständigen Problemlösung gefördert. In der Grünen Freie Schule in Dänemark lernen Kinder, wie sie mit dem auf uns zukommenden ökologischen Wandel umgehen können. Sie lernen, mutig zu sein und Risiken einzugehen und sie erfahren einige grundlegende Dinge über den Planeten und darüber, wie wir als Menschen zukünftig besser zusammen- leben können. Der Unterricht wird vom Ansatz des „Systemdenkens" inspiriert - dabei wird die Welt auf zugrunde liegende Muster und miteinander verbundene Systeme hin betrachtet. Die Schüler lernen, über diese Systeme und deren Zusammen- spiel nachzudenken, in dem sie im Freien die Welt erkunden, praktische Erfah- rungen mit dem Anbau von Gemüse sammeln und gleichzeitig etwas über essbare Pflanzen und klimatische Bedingungen lernen. Natürlich wird auch Lesen, Schreiben, Geschichte, Mathematik und Naturwissenschaften unter- richtet. Den restlichen Lehrplan gestaltet die Schule mit Fächern wie „Urban Farming" oder "Greenwashing". Die Schüler lernen, ihr eigenes Essen anzu- bauen, und sie lernen den Markt und Unternehmen zu durchschauen, die behaupten, sie seien nachhaltig oder helfen den Menschen.
Schule
Die derzeitigen Pläne zum Digitalpakt sollen das Bildungssystem reformieren, indem stärker auf Digitalisierung gesetzt wird. Dies bedeutet eine weitere Verschlechterung für die Entwicklung von Kreativität und Entwicklung des Geistes von jungen Menschen. "Digitale Bildung" ist ein Geschäftsmodell der IT Branche auf Kosten der jungen Generation.
Google, Amazon, Microsoft, Apple und Facebook
IT Firmen wie Google, Amazon, Microsoft, Apple und Facebook dominieren die digitale Ökonomie. Sie beherrschen mit Ihren Plattformen alle strategi- schen IT Märkte (Oligopole). Sie herrschen über Daten, App-Stores, Online- Infrastrukturen und Online-Marktplätze und werden auch den digitalen Bildungsmarkt beherrschen. Diese weitere Form der neoliberalen Bildung ist dann allgegenwärtig. Sie hat Zugriff auf die Menschen innerhalb und außerhalb der Schule und kann mit dem Einsatz der Künstliche Intelligenz in ihren Plattformen verbunden mit den allumfassenden Datensammlungen Schüler beliebig manipulieren. Viele Studien angefangen von der OECD- über die John Hatties Meta-Studie "Visible Learning". Oder das Gutachten "Bildung 2030" des Aktionsrats Bildung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft belegen, dass Digitalisierung für die geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen schädlich und kontra- produktiv ist. Zahlreiche bedeutende Wissenschaftler wie Prof. Dr. Manfred Spitzer, Prof. Dr. Ralf Lankau, Prof. Dr. Gerald Hüther, Prof. Dr. Korte, Prof. Dr. Klaus Zierer, Prof. Dr. Lembke sowie weitere Wissenschaftler bestätigen negative Auswirkungen einer umfassenden digitalen Ausbildung. Die Neuro- biologin Prof. Dr. Gertraud Teuchert-Noodt empfiehlt, dass Kinder ohne jegliches digitales Spielzeug aufwachsen sollen und bis zum 16. Lebensjahr möglichst ohne Tablet und Smartphone durch die Schule gehen, damit sie ihre geistige Begabung auch und gerade für den späteren sinnvollen Umgang mit digitalen Medien wirklich erst ausbilden können. Wenn Schule nur ein anderer Begriff für Lernen bleiben soll, dann erübrigen sich digitale Techniken, weil sie Oberflächlichkeit, Denkschwäche, Kreativitätsverlust und Sucht fördern und das Lernen geradewegs blockieren. Es gibt nur einen Ausweg, nämlich alle verfügbaren Kräfte und Mittel dafür einzusetzen, Kitas und Schulen technikfrei und lebenswert zu erhalten und zu Lernoasen mit Spielflächen, Erholungs- und Ruhezonen auszubauen. Der Digitaltopf sollte dazu verwendet werden, mehr gut ausgebildete Lehrkräfte und qualifizierte Ganztagsbetreu- ungen zu organisieren. Unsere Gesellschaft muss sich die Frage stellen, ob wir unsere Kinder in einem Bildungssystem ausbilden wollen, welches noch heute das Industriezeitalter spiegelt. Mit dem Digitalpakt werden unsere Kinder bewusst verdummt und Wissen wird anstelle im Gehirn auf mobile Geräte auslagert. Im aktuellen Wandel müssen wir Bildungseinrichtungen schaffen, die statt auf Konfor- mität auf Kreativität setzen!
Smartphone
In einer Welt in der wir das Smartphone immer im Blick haben und Netflix und Sky uns zeigen wonach wir streben müssen, brauchen wir eine neue Orientierung um zu überleben. Wir alle und insbesondere junge Menschen werden noch immer auf Konsum programmiert.
Depression
Die Digitalisierung und die damit verbundene ständige Aufmerksamkeit verbunden mit dem Verlust von echten Sozialkontakten hat dazu geführt, dass sich die Zahl der Menschen mit psychischen Krankheiten seit der Einfüh- rung des iPhone verdoppelt hat. Aber das war erst der Anfang, denn mit der hochgepriesenen künstlichen Intelligenz werden Millionen von Menschen in der Arbeitswelt überflüssig und bedeutungslos. Was macht man mit diesen Menschen und was machen diese Menschen dann mit dem System? Wie finden diese Menschen Anerkennung und Zufriedenheit. Wie entwickelt sich das Leben der Menschen wenn künstliche Intelligenz unseren Alltag bestimmt? Wird künstliche Intelligenz uns Menschen ähnlich betrachten wie wir die Tiere in der Massentierhaltung? Gibt es etwas gefähr- licheres als das Maschinen über Menschen bestimmen und Millionen unzufrie- dene Menschen die man in die Bedeutungslosigkeit schickt.
Fridaysforfuture Greta Thunberg
Junge Menschen gehen heute zu Recht auf die Straße, um den Markt und die Politik darauf hinzuweisen, dass man ihnen und zukünftigen Generationen mit dem Klimawandel und der weiteren Zerstörung des Ökosystems ihre Zukunft stiehlt. Jungen Menschen sollten auch erkennen, dass durch die weitere Digi- talisierung viele von ihnen bedeutungslos werden, sie werden keine Arbeit finden und es wird sich eine eigene Klasse der Bedeutungslosen entwickeln. Sollten wir nicht erkennen, dass der Markt wie verantwortungslose Götter handelt, die nicht Menschen, andere Lebewesen und Ökosysteme im Blick haben, sondern nur den Regeln des Marktes folgen. Das streben nach Konsum bedeutet für immer mehr Menschen Leid und Verlust des Lebensraums.
Müllabladeplatz
Das Streben nach Markenkleidung, die in den ärmsten Ländern der Welt durch Kinderarbeit erzeugt wird oder Billigkleidung die nur kurze Zeit genutzt wird, aber in den Produktionsländern Flüsse, Menschen und Ökosysteme vergiftet erfüllt doch keine echten menschlichen Bedürfnisse. Diese „Fast Fashion“ landet in unseren Müllverbrennungsanlagen, um Schadstoffe und CO 2 zu erzeugen. In der Textil- und Lederindustrie arbeiten insgesamt 11 Prozent der minderjährigen Bevölkerung weltweit (168 Millionen Kinder). Kinder sind in dieser Industrie erheblichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt, ein Schutz vor Chemikalien ist oft nicht vorhanden.
brennende Welt
Wir verbrauchen Global jedes Jahr mehr natürlichen Ressourcen als der Planet uns zur Verfügung stellt. Um die Weltüberbelastung in Zahlen zu fassen hat die Organisation Global Footprint Network einen Earth Overshoot Day (auch „Erdüberlastungstag“ genannt) entwickelt der zeigt, wie die menschliche Nachfrage nach nach- wachsenden Rohstoffen das Angebot und die Kapazität der Erde zur Repro- duktion dieser Ressourcen in diesem Jahr übersteigt. Das jeweilige Datum wird berechnet, indem der globale ökologische Fußabdruck (die menschliche Nachfrage an biologischen Ressourcen innerhalb des betreffenden Jahres) in ein Verhältnis zur gesamten globalen Biokapazität (die Menge der weltweiten Regeneration von biologischen Ressourcen innerhalb desselben Jahres) gesetzt wird; analog wird die jeweilige jährliche Ressourceninanspruch- nahme auf eine entsprechende Anzahl Erden hochgerechnet. Das Ziel ist es, die Begrenztheit und Endlichkeit der natürlichen Ressourcen und der Erde ins Bewusstsein der Menschen zu rücken und aufzuzeigen. Ab 1971 übersteigt der jährliche Verbrauch die Global zur Verfügung stehenden Ressourcen. In den letzten Jahren waren 2017 am 1.08., 2018 am 29.07., 2019 am 29.07 und 2020 am 22.08.2020 die jährlich Weltweit zur Verfügung stehenden Ressour- cen verbraucht. Für Deutschaland fiel der Erdüberlastungstag für 2019 auf den 3. Mai., würden alle Erdbewohner so wie in der EU leben, wären 2019 die weltweiten Ressour- cen bereits am 10. Mai verbraucht gewesen und in den USA waren am 15. März die Ressourcen für 2019 verbraucht. Das bedeutet, mit diesem Datum ist der jährliche Bedarf der Natur überstiegen, was das Ökosystem der USA im ganzen Jahr regenerieren kann.
Wolkenexplosion
Es ist offensichtlich, dass ein „weiter so“ bei steigender Erdbevölkerung ins totale Chaos führt. Chaos bedeutet, Zerstörung des gesamten Ökosystems, verlorener Lebensraum durch Anstieg des Meeresspiegels, Überflutungen, Klimakriege, Hungersnot, Stürme, weiteres Arten- und Pflanzensterben. Das mangelnde Bewusstsein in der breiten Bevölkerung für die Ernsthaftigkeit der Situation gibt dem Markt die Möglichkeit des immer weiter so.

6. Wir sind bereits im Worst-Case-

Szenario

Wenn man die aktuelle Situation des Klimawandels betrachtet, dann sind wir heute schon im Worst-Case-Szenario . Der Weltklimarat IPCC hat 2005 neben weiteren Prognosen das Kürzel RCP 8,5 entwickelt, um aufzuzeigen wie sich das Klima in den nächsten Jahrzehnten unter verschiedenen Umständen entwickeln wird. Das Kürzel RCP 8,5 steht für ein Worst-Case-Szenario. Bislang galten die anderen günstigeren Szenarien als deutlich realistischer, RCP 8,5 wurde von vielen als irreführend abgetan. Forscher berichten im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences", dass der Kohlendioxidausstoß der vergangenen 15 Jahre am ehesten zu dem Worst-Case-Szenario passt. Die Abweichung der RCP-Prognose und den tatsächlichen Emissionen in den Jahren 2005 bis 2020 liege nur bei etwa einem Prozent und damit ist RCP 8,5 das realistische Szenario ist.
Dieses Worst-Case-Szenario hat auch Auswirkungen auf den Zeitpunkt wann wir die Tipping-Points (dt. Umkipp-Punkt) erreichen. Tipping-Points sind Ereig- nisse in der dramatische Klimaentwicklungen entstehen, die durch grundsätz- liche Änderungen im globalen Wärmetransport wie z.B. durch veränderte Wasser- oder Luftströmungen, Abschmelzen des Grönländischen Eisschilds, eine Veränderung des El-Niño-Phänomens sowie Abschmelzen des Perma- frostes bewirkt werden und unumkehrlich sind.

7. Gerechter Wandel

Die Ernsthaftigkeit der globalen, generationenübergreifenden und ökolo- gischen Dimensionen des Klimawandels wird oft nicht klar kommuniziert. In westlichen Medien wird oft über möglichen Folgen des Klimawandels in den gemäßigten Klimazonen des Nordens berichtet. Dabei scheint das wirtschaftliche Wachstum und Wohlstandseinbußen die vorrangige Sorge zu sein. Diese sehr verkürzte Sicht, berücksichtigt nicht die Ursachen und die ungleich verteilten Folgen des Klimawandels weltweit. Wir werden alle Opfer sein, aber am härtesten werden die ärmsten Länder und Menschen getroffen die am wenigsten CO 2 in die Atmosphäre gebracht haben.
arme menschen
Diese Vulnerabilität, umfasst zwei wichtige Aspekte: 1. Die große Anzahl der Armen Weltweit lebt in Gebieten, die von extremen Wettereignissen wie tropischen Wirbelstürmen, Hochwasser oder Dürre- katastrophen betroffen sind. Auch der Anstieg des Meeresspiegels be- trifft in vielen Gebieten arme Menschen, die in Slums an der Küste oder in erdrutschgefährdeten Gebieten leben. Die Befriedigung elementarer Grundbedürfnisse wird verstärkt arme Menschen treffen. Die Niederschlagsmengen in Trockengebieten, die schon jetzt unter Wasserknappheit leiden, werden nochmal deutlich abnehmen. Eine höhere Gefahr von Dürren und Überflutungen wird erwarten. Dies führt zu landwirtschaftlichen Ertragsverlusten und gefährdet die Ernäh- rungssituation. Betroffen sind tropische und subtropische Regionen, wo schon jetzt zum Teil Hunger und Unterernährung herrscht. 2. Die soziale Vulnerabilität hängt von der jeweiligen Kapazität zur Bewäl- tigung der Klimafolgen und der Fähigkeit zur Anpassung an sie ab. Arme Länder und arme Menschen verfügen über deutlich weniger dieser Kapazitäten. Arme Menschen haben keinen Versicherungsschutz, sie haben wenig Zugang zu sozialen Grunddiensten (Gesundheit, Bildung) sowie einen Mangel an Rechtssicherheit und Freiheiten. In Krisenzeiten leiden sie am meisten unter Preiserhöhungen am Weltmarkt und sind kaum in der Lage, sich angemessen an extrem veränderte Situation anzupassen. Vor diesem Hintergrund ist aus ethischer Sicht die Gerechtigkeitsfrage, die u.a. eine Verteilungsfrage ist, von grundlegender Bedeutung. Eine Verteilungsgerechtigkeit muss auch die Vergangenheit berücksichtigen. Der Reichtum und Wohlstand der reichen Länder wurde mit epochalen Klima- schäden und Zerstörung des Ökosystems bezahlt. Der Wirtschaftsanthropologe Jason Hickel von der Universität London hat aus- gerechnet, das die USA und Europa für mehr als 80 Prozent der übermäßigen CO 2 -Emissionen seit 1850 verantwortlich sind. Die Veröffentlichung zeige, dass die Hochlohn-Staaten in noch größerem Maß für den Klimawandel und die damit verbundenen Schäden verantwortlich sind, als bislang angenommen.
Diese Tatsache ist seit mindestens 40 Jahren bekannt, ohne dass dies zu einer Veränderung geführt hat. Es gibt kein ethisches Argument, das es armen Ländern und Menschen verwehren könnte, eine „nachholende Entwicklung“ für einen vergleichbaren Wohlstand anzustreben. Dies würde die Klimaerwär- mung noch beschleunigen und damit die Klimakatastrophe beschleunigen. Somit haben reiche Länder die moralische Verpflichtung auch vor dem Hinter- grund des gemeinsamen Interesses zu überleben, dem Verursacherprinzip folgend ihre CO 2 Schuld abzutragen. Das heißt, sie müssen selbst sofort ihre Industrien und Energieversorgung klimaverträglich umbauen und CO 2 Ener- gieversorgungen abstellen. Des Weiteren müssen sie armen Ländern durch technische und finanzielle Hilfe helfen, ihnen auf diesem Weg zu folgen. Die Bedarfsgerechtigkeit der armen Länder und Menschen hat jetzt absoluten Vorrang vor der Besitzstandswahrung der reichen Länder. Die jetzt lebenden Menschen haben kein Recht, die voraussehbaren Folgen ihres Handelns zu ignorieren und so die Lebenschancen künftiger Generationen zu vernichten.
verbindungen
Das globale Gut „Klimaschutz“ erfordert vorrangig internationale Kooperation und eine Weltordnungspolitik mit völkerrechtlichen Verträgen und Regeln sowie handlungsfähigen Institutionen; denn nur die Völkergemeinschaft gemeinsam kann die notwendige Umsteuerung leisten. Ebenso kann allein die Politik die erforderlichen wirtschaftlichen Anreize durch CO 2 Steuer und finanziellen Mittel bereitstellen. Um die Folgen des Klimawandels besser zu bewältigen muss das Handlungs- vermögen der Armen gestärkt werden. Neben dem Kampf gegen die Armut, wird die Verwundbarkeit durch den Klimawandel reduziert, um seine unver- meidbaren Folgen menschenwürdig zu bewältigen. Weniger Armut mit verbundener Bildung trägt auch entscheidend zu einem niedrigeren Bevöl- kerungswachstum bei. Wesentlich für die Bewältigung der Armut ist eine faire Weltwirtschaftsordnung, welche die Eigenkräfte und das Einkommen der Armen nicht weiter schwächt. Dieses bedarf eines Umdenkens des jetzigen Welthandels.
Wesentlich für eine erfolgreiche Klimapolitik ist eine intelligente Energiepolitik, mit einer zunächst starken Reduktion von CO 2 und dem schnellen Abschalten von Kohlekraftwerken. Dies darf nicht zu Lasten der Armen erfolgen. Energiemangel und ungesicherter Energiezugang, stellen ein gewaltiges Hindernis für die Überwindung von Armut dar. Ein Verzicht auf einen höheren Energieverbrauch in den Entwicklungsländern oder gar der Armen ist daher nicht akzeptabel. Bestehende Konzepte wie Sonnenwärmekraftwerk können in Wüstenstaaten für ausreichend Energie sorgen. Marokko sich für eine grüne und nachhaltige Zukunft entschieden und setzt neben Windenergie und Photovoltaik auch solarthermische Kraftwerke mit Stromspeicher ein. Mit seinem Noor Projekt ist Marokko wegweisend für alle Wüstenstaaten. NOOR I hat eine Kapazität von 160 Megawatt und ist seit Frühjahr 2016 in Betrieb. NOOR II ist mit einer Kapazität von 200 MW seit Januar 2018 in Be- trieb und NOOR III mit einer Kapazität von 150 MW seit März 2018. NOOR IV hat eine Kapatzität von 70 MW. Das NOOR Projekt erzeugt Strom für mindes- tens 1,23 Mio. Menschen. Im Vergleich zu konventionellen Kraft-werken wird in der höchsten Ausbaustufe jedes Jahr der Ausstoß von mindes-tens 800.000 t CO 2 vermieden. Bis 2020 will Marokko den Öko-Anteil an der Stromerzeugungs- kapazität auf 42 Prozent steigern, bis 2030 sollen es 52 Prozent sein. Auch weltweit nimmt Marokko eine Vorreiterrolle ein. Die CO₂-Emissionen in dem Land entsprechen dem Ziel der Paris Agenda, die Klimaerwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu beschränken. Das schafft bisher kein anderes Land. Marokko hat die grüne Energiewende vor einigen Jahren beschlossen, während in vielen Ländern weiter auf fossile Energie gesetzt wird. Mit der Sonnenenergie kann auch synthetisch flüssiger Treibstoff produziert werden. Dabei wird nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie zuvor beim Herstellungs- prozess der Luft entzogen wurde. Dieser klimafreundlichere Treibstoff kann eine kurzfriste Lösung für Luftfahrt und die Schifffahrt bedeuten die Umwelt zu entlasten. Aus dem sogenannten Syngas, bei dem es sich um eine Mischung aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid handelt, lassen sich Kerosin, Methanol oder anderen Kohlenwasserstoffe herstellen, die damit als Grundlage für Überbrückungstreibstoffe dienen. Potentialanalysen belegen, wie Sonne, Mond und Erde unsere Zivilisation nachhaltig antreiben können: Die solare Kernfusion (Photovoltaik, Windkraft), die geologische Kernspaltung (Erdwärme), die biologische Photosynthese (Biomasse) und die lunare Gravitation (Tidenhub) bieten einen unbedenklichen klimaneutralen Energiemix, der unsere Zivilisation durch viele Jahrtausende tragen kann. Die Studie der Energy Watch Group und LUT University skizziert ein 1,5°C Szenario mit einem kostengünstigen, sektorenübergreifenden und auf hoher Technologievielfalt beruhenden globalen 100% Erneuerbare-Energien-System, welches ohne negative CO2-Emissionstechnologien auskommt. Deutschland könnte bis spätestens 2040 den Energiebedarf aus erneuerbare Energien beziehen. Der schnelle Umbau bietet weltweit nachhaltige Chancen für neue Arbeitsplätze.
Country Infographic, The Solutions Project, Data: Standford University
Video: Megakraftwerk in der Wüste: Marokko schaltet auf Sonnenenergie um Euronews, Quelle
Ein zu 100% erneuerbares Stromsystem schafft weltweit 52 Millionen Arbeits- plätze. Durch den Wandel gehen 27.7 Millionen Arbeitsplätze und davon 9 Millionen Arbeitsplätze in der Kohleindustrie verloren. Das heißt, es werden weltweit ca. 34,3 Millionen neue Arbeitsplätze mit einem erneuerbaren Stromsystem geschaffen. Dazu kommen große Chancen für den Maschinen- und Anlagenbau sowie für die Elektroindustrie. Zur Umsetzung der Energie- wende werden hocheffiziente erneuerbare Erzeugungstechnologien, neue Technologien zur Energiespeicherung, Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze und eine breite Palette an Effizienztechnologien für Industrie, Gewerbe und Gebäude benötigt. Im Gebäudebereich, aber auch in Industrie und Gewerbe können große Energieeinsparmöglichkeiten realisiert werden. Eine ethisch vertretbare Klimastrategie muss die bisher sehr enge Verknüpfung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen auflösen. Durch Förderung von weit höherer Energieeffizienz, technologischen Innovation und den konse- quenten internationalen Ausbau der erneuerbaren Energien (Bioenergie, Geothermie, Wasserkraft, Meeresenergie, Sonnenenergie und Windenergie), Umwandlung von Gebäuden in Mikrokraftwerke (dezentrale Energieerzeu- gung), Einsatz von Energiespeicherung in Gebäuden, Autos und innerhalb der Energieinfrastruktur (Stromspeicher, Wasserstoff, …), Schaffung eines intelligenten Stromnetz (Smart Grid-Systems), der Umstellung von Transport und Logistik und Elektromobilität mit integrierten Mobilitätskonzepten machen dies möglich. Internationale Zusammenarbeit und Solidarität muss von den reichen Ländern ausgehen. Globaler Verdrängungswettbewerb muss durch einen internatio- nalen Gestaltungswettbewerb um nachhaltige industrielle Problemlösungen ersetzt werden. Mit nachhaltigen Konzepten, die alle Beteiligten auf gleicher Augenhöhe behandeln, können wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Unterschiede sowie unterschiedliche Werte und Weltsichten die Türen für ein internationales Umdenken und Verhalten, das sozial- und umweltver- träglich ist, öffnen. An den Werten und Traditionen anzuknüpfen und die Menschen abzuholen bedarf es einer kritischen Auseinandersetzung. Viele Religionen haben unterstützende Vorstellungen über das Verhältnis zu seinen Mitmenschen und zum Ökosystem und die darin begründete Verantwortung. Für Religionsmitglieder können Leitbilder wie Solidarität und Erhalt der Schöpfung eine innere Motivationskraft für ein sozial- und klimagerechtes Verhalten sein. Das Klimaproblem kann auch dazu beitragen, Menschen bewusst zu vermitteln, wie eng wir mit der natürlichen Umwelt verbunden sind und wie sehr wir auf eine intakte Umwelt angewiesen sind. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, allgemeine ethische Argumente und die vielfältigen kulturellen und religiösen Traditionen einzubeziehen. Eine nachhaltige Verknüpfung von Klima- und Armutspolitik ist entscheidend für den Klimawandel und kann nur gelingen, wenn wir die sozio-kulturellen Lebenswelten aller Menschen akzeptieren und ernstnehmen. Dies setzt in Entwicklungsländern voraus, dass man sie nicht als wirtschaftliche Objekte oder Objekt der Politik betrachtet, sondern sie aktiv an der Entwicklung klima- politischer Strategien beteiligt. Nur so können sie konkret erfahren, dass es um das Überleben des Menschen und des Ökosystems geht, und sie durch Kooperation ihre prekäre Lage verbessern können. Sofortiges globales Handeln in den Bereichen umweltfreundliche Energien, Energiespeicherung, Energieeffizienz, Rohstoff- und Materialeffizienz, nachhaltige Mobilität, Kreislaufwirtschaft, nachhaltie Wasserwirtschaft, Aufforstung und anlegen neuer Wälder und die Berücksichtigung von Bio- diversität (alles hängt mit allen zusammen) sind eine politische Notwendig- keit und ein ethisches Gebot gegenüber allen zukünftigen Generationen. Wir müssen sofort damit beginnen, dem Klimawandel ernsthaft zu begegnen und den Rest des bereits in weiten Teilen zerstörten Ökosystems zu retten. Dies ist entschei- dend für die weitere Existenz des Menschen.
Quellen: Technologie in unseren Schulen schadet mehr als sie nuetzt, Telepolis Hattie, John [Learning, 2009]: Visible Learning. A synthesis of over 800 meta- analysis realting ti achievement, Londen/New York: Routledge, 2009; dt. Website: www.visiblelearning.de; siehe dazu: Terhart, Ewald [Hattie, 2011]: Hat John Hattie tatsächlich den Heiligen Gral der Schul- und Unterrichtsforschung gefunden? Festschrift für Heinz-Elmar Tenorth. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 2011, S. 277-292; Brügelmann, Hans [Hattie- Studie, 2012]: Die Hattie-Studie: Der heilige Gral der Didaktik?, in: GS aktuell 121, Februar 2013, S. 25-26; siehe forum- kritische-paedagogik. de/start/?p=309 (20.1.2013) Kahnert, J. & Endberg, M. (2014). Fachliche Nutzung digitaler Medien im Mathematikunterricht der Grundschule. In: B. Eickelmann u.a. (Hrsg.): Grundschule in der digitalen Gesellschaft. Befunde aus den Schulleistungsstudien IGLU und TIMSS 2011, S. 85-96, Münster: Waxmann Behaviorismus als Geschäftsmodell?, Digitales Leben, GEW Hamburg Blended Learning: Ja! - Sich von digitalen Medien blenden lassen: Nein!, Vortrag von Prof. Dr. Korte am THG Göttingen, unterrichten.digital Manfred Spitzer: „Digitale Medien schaden“, swp 'The reality is that technology is doing more harm than good in our schools' says education chief, The Sydney Morning Herald Bildung 2030 – veränderte Welt. Fragen an die Bildungspolitik – Gutachten 2017, Die bayerische Wirtschaft Ralf Lankau, offizielle Webseite Gerald Hüther, offizielle Webseite Trojanisches Pferd "Digitale Bildung". Auf dem Weg zur Konditionierungsanstalt in einer Schule ohne Lehrer?, GEW "Digitale Bildung" - ein Geschäftsmodell der IT-Branche auf Kosten der jungen Generation, GEW Manfred Spitzer, literaturtipps.de Sollten Tablets und Smartphones die Schulbücher ersetzen?, Hannoveriche Allgemeine Digitalkritiker Prof. Lembke im Interview: „Der Einsatz von digitalen Medien kann die Lerneffekte von Schülern, wenn überhaupt, nur eingeschränkt fördern“, news4teachers Technik hat dem Menschen zu dienen, Süddeutsche Zeitung
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Abbildung: Total cumulative CO2 emissions since 2005 through 2020, 2030, and 2050. Data sources: Historical data from Global Carbon Project (6); emissions consistent with RCPs are from RCP Database Version 2.0.5 (https://tntcat.iiasa.ac.at/RcpDb/); “business as usual” and “business as intended” are from IEA Current Policies and Stated Policies scenarios, respectively (9). IEA data (fossil fuel from energy use only) was combined with future land use and industrial emissions to estimate total CO2 emissions. Future land use emissions estimated from linear trend fit to 2005 to 2019 Global Carbon Project land use emissions data (6). Industrial emissions estimated as 10% of total emissions. Final IEA data use historical values through 2020 and scenario values thereafter. Biotic feedbacks are not included in any IEA-based estimate. Note that RCP forcing levels are intended to represent the sum of biotic feedbacks and human emissions. Quelle: PNAS
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Die Welt in der wir leben Wir müssen sofort damit beginnen, dem Klimawandel ernsthaft zu begegnen und den Rest des bereits in weiten Teilen zerstörten Ökosystems zu retten.
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1. Die erste Welle der

Zerstörung des

Ökosystems

Vor 100.000 bis 200.000 Jahren hat der Homo sapiens sich in Ostafrika entwickelt. Mit der Kogni- tiven Revolution vor 70.000 Jahren entstand eine fiktive Sprache und der Homo sapiens breitete sich von Afrika ausgehend in den folgenden Jahrtausen- den auf dem gesamten Planeten aus. Vor 45.000 Jahren besiedelt er Australien und rot- tete die australische Megafauna aus und vor 16.000 Jahren besie-delt er Amerika und rottet die ameri- kanische Megafauna aus. Wo immer der Homo sapiens auftauchte, zerstörte er Ökosysteme. Dazu gehört massives Artensterben in Australien und Amerika, die der Homo sapiens auf seinem Weg durch Afrika, Europa und Asien ausrottete. Dazu- gehören auch die anderen Menschenarten. Am stärksten war die Megafauna betroffen. Zu Beginn der kognitiven Revolution lebten auf dem gesamten Planeten rund 200 Säugetiergattungen, die über 50 Kilogramm wogen. Zu Beginn der landwirtschaft- lichen Revolution vor 12.000 Jahren waren es nur noch etwa 100.
Die Homo sapiens waren zunächst Jäger und Sammler und die meisten waren Nomaden die auf der Nahrungssuche wanderten. Durch diese Wan- derungen breiteten sich die Menschen allmählich über den gesamten Planeten aus. Auf diesem Wege sammelten die Menschen neben Nahrung auch Wissen. Die Jäger und Sammler hatten eine weitaus gründlichere, umfassendere Kenntnis über die Natur und Umwelt als die meisten ihrer Nachfahren. Heute ist bekannt, dass ein durchschnittliches Sapiens-Gehirn seit Beginn der landwirtschaftlichen Revolution geschrumpft ist. Als Jäger und Sammler mussten die Menschen über hohe geistige Fähig- keiten verfügen. Sie ernährten sich ausgewogen, vielseitig und wegen ihrer kurzen Arbeitszeiten und ihrer gesunden Lebensweise bezeichnen Historiker gern als »die erste Wohlstands-gesellschaft «. Die meisten Forscher sind sich einig, dass die Jäger und Sammler animistische Vorstellungen hatten. Animis- ten glauben, dass alles, Orte, Tiere, Pflanzen und Naturphänomene ein Bewusstsein und Empfin- dungen haben. Für Animisten gibt es keine feste Grenze zwischen Menschen und anderen Lebewesen.

2. Die zweite Welle der

Zerstörung des

Ökosystems

Mit der vor 12.000 Jahren beginnenden landwirt- schaft-lichen Revolution konnten sich die Menschen zunehmend auf Fähigkeiten der anderen verlassen, und es öffneten sich Aufgaben für weniger talen- tierte Menschen und so wurden die Gene an die nächste Generation weitergeben. Mit der landwirt- schaftlichen Revolution begann der Homo sapiens Pflanzen und Tiere zu domestizieren. Die meisten Bauern waren Theisten mit der Vorstellung, dass die Ordnung der Welt auf einem hierarchischen Verhäl- tnis zwischen den Menschen und einer kleinen Gruppe von Göttern basiert. Dies hatte Einfluss auf den Umgang mit dem Ökosystem. Die landwirtschaftliche Revolution bedeutete für die Menschen kein angenehmes Leben. Der Alltag der Bauern war hart und arbeitsreich und weniger befriedigend als der Alltag der Jäger und Sammler. Die Jäger und Sammler ernährten sich gesünder und litten weniger unter Hunger und Krankheiten. Mit der landwirtschaftlichen Revolution nahm die Menge an Nahrungsmitteln, (insbesondere Weizen) zu, was zu einer Bevölkerungsexplosion führte, jedoch die größere Menge der Nahrungsmittel war im Vergleich zu dem Nahrungsmix der Jäger und Sammler einseitiger und sie musste hart erarbeitet werden. Die landwirtschaftliche Revolution war auch Beginn der zweiten von Menschen verursachten Welle der Zerstörung des Ökosystems. Wo immer der Mensch auftauchte verschwanden sämtliche großen und viele der kleineren Säugetiere. Tiere die Jahrmillionen auf der Erde lebten Sie wur- den mit der Ankunft der ersten Bauern ausgelöscht.

3. Die wissenschaftliche

Revolution

Vor 500 Jahren begann die wissenschaftliche Revolution , die Europäer erobern die Weltmeere und der Kolonialismus entsteht. Dies bedeutet für viele Afrikaner und Indianer Sklaverei, Leid und Tod. In den zurückliegenden fünf Jahrhunderten inves- tierten immer mehr Menschen in Forschung, weil sie glaubten, durch Forschung zusätz-liche Macht zu erwerben und umso mehr neue Beweise es gab, umso mehr wurde investiert. Weil Wissenschaft teuer war, wurde sie auch nicht zum Nutzen des Menschen geleitet, sondern von den Interessen der Wirtschaft, Militär, Politik und Religion.

4. Die industrielle

Revolution

Vor 200 Jahren wird mit der industriellen Revolution der Zusammenhalt von Familie und Gemeinschaften ersetzt durch den Markt und den Staat. Die industrielle Revolution geht einher mit der dritten Welle der Zerstörung des Ökosystems und der weiteren Ausrottung von zahlreichen Tieren und Pflanzenarten und dem Leid vieler Menschen. Die erste Ausrottungswelle, begann mit den Wande- rungen der Jäger und Sammler, die zweite Ausrot- tungswelle, begann mit der landwirtschaftlichen Revolution und die dritte Ausrottungswelle hat vor 200 Jahren begonnen und kann zum Kollaps des gesamten Ökosystems führen.
Wir haben mit der Verschmutzung durch Industrie- abwässer und Plastikmüll in den vergangenen Jahrzehnten unsere Meere vergiftet und mit Über- fischung das System nachhaltig beschädigt. Wir stehen kurz davor, dass die verbliebenen Wale, Haie und Delfine den Diprodonten, Riesenfaultieren und Mammuts ins Grab folgen. Der Mensch fliegt heute zu anderen Planeten und hat durch Biotechnologie , künstliche Intelligenz , Atomwaffen die Macht zur vollkommenen Zer- störung des Planeten aber auch die Macht das Leben, abhängig von der Geld-börse, zu verlängern. Die Herrschaft des Menschen war bisher für das Ökosystem des Planeten das schlimmste und ver- nichtenste was ihm passieren konnte. Mit seiner großen Macht über das Ökosystem geht der Mensch heute verantwortungsloser um als je zuvor. Trotz der Tatsache, dass der Mensch sich den Planeten untertan gemacht hat und er auf andere Planeten fliegen kann, haben wir das Leid in der Welt nicht gelindert. Jeder Machtzuwachs der Menschheit hat zu keiner Verbesserung für den einzelnen Menschen geführt und für viele Lebewe- sen zur Vernichtung oder zu großem Leid.
Der Markt und die unterstützende Politik sind seit Beginn der industriellen Revolution nur Wachstum und Profit gefolgt. Heute folgt man nicht mal den Gesetzen der Biologie und handelt so, als ob man niemandem Rechen-schaft schuldig ist. Technolo- gieunternehmen arbeiten an "Neuro-Chips" die Gedanken lesen können und die Gedanken von Menschen über Bluetooths mit Maschinen und anderen Menschen verbinden wollen. Die großen Internetgiganten wollen unsere Gedanken direkt aus unserem Gehirn mit ihren IT Netzen, Computern und Smartphones vernetzen. Wenn die Gedanken nicht mehr frei sind, was dürfen wir dann noch denken? Der heutige Mensch muss sich mit einer Vielzahl selbst-gemachter Bedrohungen gleichzeitig aus- einandersetzen um zu überleben: Digitalisierung, Biotechnologie, Atomwaffen, Hungersnöte, Wasser- mangel, Pandemien durch Viren und Bakterien aus der der Massentierhaltung und vielfältigen Aus- wirkungen der Zerstörung unseres gesamten Ökosystems durch die Erderwärmung als globale Bedrohung für alle Lebewesen. Wir vergiften Menschen und unsere Mitlebewesen und Pflanzen mit Pestiziden die laut Forschern die häufigste Ursache für Krebserkrankungen in der westlichen Welt sind. Laut Robert-Koch-Institut erkrankt in Deutschland jeder zweite im Laufe seines Lebens an einer Krebs-Erkrankung. Die WHO warnt in 2020, dass die Krebserkrankungen sich bis 2040 sogar weltweit verdoppeln werden.
homo sapiens
Ausbreitung des anatomisch modernen Menschen von Ostafrika ausgehend. Die vorausgehenden Besiedelungen durch den Homo erectus (gelb) und den Neandertaler (ocker) – der Denisova-Mensch fehlt aufgrund der noch unsicheren Datenlage – sind farblich abgegrenzt; die Zahlen stehen für Jahre vor heute. Quelle: Begegnung mit anderen Arten der Gattung Homo, Wikipedia
Ausbreitung des anatomisch modernen Menschen von Ostafrika ausgehend. landschaft wissenschaftler Der junge Raoul Julien hatte bereits zwei Jahre im Dreh- und Angelsaal in Chace Cotton Mill, Burlington, Vermont, gearbeitet, als Lewis Hine dieses Foto 1909 machte. Schädel Pestizide
Wir verseuchen das Grundwasser mit Nitrat aus Gülle, Chlorothalonil, Pestiziden, Fungiziden und Herbiziden. Untersuchungen des Umweltbundesamtes (UBA) zur Belastung der deutschen Bevölkerung mit Glyphosat-Rück-ständen bestätigen die Tests, die der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) durch- führte. Er warnte bereits in 2013 insbesondere in Deutschland aber auch in Europa bei den Menschen Glyphosat im Urin nachgewiesen werden kann. Im Februar 2016 hat das UBA bei bis zu 60 Prozent der Deutschen das Pestizid im Körper nachgewiesen. Die EU hatte Chlorothalonil (ein Fungizid gegen Pilzbefall) Anfang 2019 als wahrscheinlich krebs- erregend und die Abbaustoffe davon als potentiell gesundheitsgefährdend eingestuft, was sowohl in der EU und auch in der Schweiz zu einem Verbot führte. Für das Trinkwasser gilt seither ein Grenz- wert für Abbauprodukte des Fungizids von 0,1 Mikrogramm pro Liter. Wie das Bundesamt für Umwelt in der Schweiz (Bafu) hat Mitte Mai 2020 in der ersten landesweiten Messung herausfand, liegen die Konzentra-tionen von zwei schädlichen Chlorothalonil-Abbaustoffen (sogenannten Meta- boliten) in einigen Fassungen sogar bei mehr als 1 Mikrogramm pro Liter. Basierend darauf könne abgeschätzt werden, dass an mehr als der Hälfte aller Messstellen im Mittelland der Wert von 0,1 Mikrogramm pro Liter überschritten werden dürfte. Da sich Grundwasser relativ langsam erneuert und die Metabo-liten von Chlorothalonil ausgesprochen langlebig sind, ist davon auszugehen, dass diese Verunreinigungen die Grundwasser-Qualität noch Jahrzehnte in größerem Ausmaß beeinträchtigen werden. Wie lange Giftstoffe in Grundwasservor- kommen verbleiben, zeigt das Herbizid Atrazin: Obwohl seit mehr als zehn Jahren verboten ist, finden sich immer noch Rückstände davon.
Kohlekraft
Mit Kohlekraftwerken verpesten wir die Luft mit zahl-reichen Schadstoffen wie gesundheitsschädlichen Feinstaub-Partikel, Nervengift Quecksilber und ein Mix aus Cadmium, Arsen, Blei, Zink, Schwefeldioxid, Stick-oxiden und anderen Schadstoffen trotz vermeintlicher bester Filtertechnik. Insbesondere das Schwermetall Quecksilber reichert sich in der Nahrungskette an. So liegt in den Gewässern von NRW die Queck- silberkonzentration in Fischen in allen Gewässern deutlich über der Umweltqualitätsnorm. Wird Methylquecksilber über Fisch aufgenommen, lagert es sich im Gehirn und den Organen an und kann nur noch schwer ausgeleitet werden. Quecksilber führt zu schweren gesundheitlichen Schäden und die Ursache wird in der Regel nicht erkannt.

5. Wir dressieren unsere

Kinder zu digitalen

Untertanen

Um zu einer neuen Klima- und Sozialpolitik zu kommen, müssen wir jungen Menschen neue Wege aufzeigen, wie sie ihr Leben zukünftig gestalten können.
Schule
Wir schicken heute unsere Kinder in Kindergärten und Schulen in den ihnen die Kreativität aberzogen wird und wir benutzen durch Notensysteme Mittel der Tierdressur, um sie auf das Hamsterrad des Lebens vorzubereiten. Geprägt von Leistung, Konsum und immer mehr und immer schneller. In einer Studie des World Economic Forums (WEF) zeigte ein Kreativitätstest, der sogenannte "Torrance Tests of Creative Thinking", dass 98% aller Kindergartenkinder kreative Genies sind. Diese Prozentzahl reduziert sich während der Schullaufbahn dramatisch. Sie beträgt in einem Alter von 25 Jahren nur noch 3%. Eine englische Studie von Sir Ken Robinson mit 1.500 Kindern bestätigt dieses Ergebnis. In der Studie erreichten 98 % der Kinder im Alter von 3-5 Jahren das Level genial. Fünf Jahre später im Alter zwischen 8-10 Jahres erreichten nur noch 32 % das Level Genial und weitere 5 Jahre später waren die 13-15-jährigen nur noch zu 10 % Genial. Zur Kontrolle testete man 200.000 Erwachsene ab 25 Jahren, von diesen Erwachsenen erreichten nur noch 2 % das Level Genial. Daraus lässt sich schließen, dass wir alle die Fähigkeit zum unkonventionellen Denken haben, dieses aber aufgrund unseres Bildungssystems verkümmert. Doch Kreativität ist schon jetzt eine der wichtigsten Anforderungen für die Berufstätigen von Morgen. Neuseeländische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kinder, die länger spielen, bevor sie Lesen, Schreiben oder Rechnen lernen, ihre Fähigkeiten für komplexe Problem- lösungen später kreativer einsetzen können. Dafür wurden Schulkinder untersucht, die mit sieben Jahren lesen lernten, im Vergleich zu Kindern die bereits zwei Jahre früher lesen konnten. Das Ergebnis zeigte, dass alle Kinder im Alter von 11 Jahren dasselbe Leseniveau erreichten. Schüler die später lesen lernten hatten jedoch zudem ein besseres Textverständ-nis. Eine Erklärung dafür ist, dass sie länger die Welt um sich herum entschlüs- seln mussten. Dadurch wurde die Fähigkeit zur eigenständigen Problemlösung gefördert. In der Grünen Freie Schule in Dänemark lernen Kinder, wie sie mit dem auf uns zukommenden ökologischen Wandel umgehen können. Sie lernen, mutig zu sein und Risiken einzugehen und sie erfahren einige grundlegende Dinge über den Planeten und darü- ber, wie wir als Menschen zukünftig besser zusam- menleben können. Der Unterricht wird vom Ansatz des „Systemdenkens" inspiriert - dabei wird die Welt auf zugrunde liegende Muster und miteinan- der verbundene Systeme hin betrachtet. Die Schüler lernen, über diese Systeme und deren Zusammenspiel nachzudenken, in dem sie im Freien die Welt erkunden, praktische Erfahrungen mit dem Anbau von Gemüse sammeln und gleich- zeitig etwas über essbare Pflanzen und klimatische Bedingungen lernen. Natürlich wird auch Lesen, Schreiben, Geschichte, Mathematik und Naturwis- senschaften unterrichtet. Den restlichen Lehrplan gestaltet die Schule mit Fächern wie „Urban Farming" oder "Greenwashing". Die Schüler lernen, ihr eigenes Essen anzubauen, und sie lernen den Markt und Unternehmen zu durchschauen, die behaupten, sie seien nachhaltig oder helfen den Menschen.
Schule
Die derzeitigen Pläne zum Digitalpakt sollen das Bildungssystem reformieren, indem stärker auf Digitalisierung gesetzt wird. Dies bedeutet eine weitere Verschlechterung für die Entwicklung von Kreativität und Entwicklung des Geistes von jungen Menschen. "Digitale Bildung" ist ein Geschäfts- modell der IT Branche auf Kosten der jungen Generation.
Google, Amazon, Microsoft, Apple und Facebook
IT Firmen wie Google, Amazon, Microsoft, Apple und Facebook dominieren die digitale Ökonomie. Sie beherr-schen mit Ihren Plattformen alle strate- gischen IT Märkte (Oligopole). Sie herrschen über Daten, App-Stores, Online-Infrastrukturen und Online-Marktplätze und werden auch den digitalen Bildungsmarkt beherrschen. Diese weitere Form der neoliberalen Bildung ist dann allgegenwärtig. Sie hat Zugriff auf die Menschen innerhalb und außerhalb der Schule und kann mit dem Einsatz der Künstliche Intel-ligenz in ihren Plattformen verbun- den mit den allumfas-senden Datensammlungen Schüler beliebig manipulieren. Viele Studien angefangen von der OECD- über die John Hatties Meta-Studie "Visible Learning". Oder das Gut-achten "Bildung 2030" des Aktionsrats Bildung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft belegen, dass Digitalisierung für die geistige Ent- wicklung von Kindern und Jugendlichen schädlich und kontraproduktiv ist. Zahlreiche bedeutende Wissenschaftler wie Prof. Dr. Manfred Spitzer, Prof. Dr. Ralf Lankau, Prof. Dr. Gerald Hüther, Prof. Dr. Korte, Prof. Dr. Klaus Zierer, Prof. Dr. Lembke sowie weitere Wissenschaftler bestätigen negative Aus- wirkungen einer umfassenden digitalen Ausbildung. Die Neurobiologin Prof. Dr. Gertraud Teuchert- Noodt empfiehlt, dass Kinder ohne jegliches digi- tales Spielzeug aufwachsen sollen und bis zum 16. Lebensjahr möglichst ohne Tablet und Smartphone durch die Schule gehen, damit sie ihre geistige Begabung auch und gerade für den späteren sinn- vollen Umgang mit digitalen Medien wirklich erst ausbilden können. Wenn Schule nur ein anderer Begriff für Lernen bleiben soll, dann erübrigen sich digitale Techniken, weil sie Oberflächlichkeit, Denk- schwäche, Kreativitätsverlust und Sucht fördern und das Lernen geradewegs blockieren. Es gibt nur einen Ausweg, nämlich alle verfügbaren Kräfte und Mittel dafür einzu-setzen, Kitas und Schulen technikfrei und lebenswert zu erhalten und zu Lern- oasen mit Spielflächen, Erholungs- und Ruhezonen auszubauen. Der Digitaltopf sollte dazu verwendet werden, mehr gut ausgebildete Lehrkräfte und qualifizierte Ganztagsbetreuungen zu organisieren. Unsere Gesellschaft muss sich die Frage stellen, ob wir unsere Kinder in einem Bildungssystem ausbil- den wollen, welches noch heute das Industriezeit- alter spiegelt. Mit dem Digitalpakt werden unsere Kinder bewusst verdummt und Wissen wird anstelle im Gehirn auf mobile Geräte auslagert. Im aktuellen Wandel müssen wir Bildungs-einrichtungen schaffen, die statt auf Konformität auf Kreativität setzen!
Smartphone Apps
In einer Welt in der wir das Smartphone immer im Blick haben und Netflix und Sky uns zeigen wonach wir streben müssen, brauchen wir eine neue Orien- tierung um zu überleben. Wir alle und insbesondere junge Menschen werden noch immer auf Konsum programmiert.
Depression
Die Digitalisierung und die damit verbundene stän- dige Aufmerksamkeit verbunden mit dem Verlust von echten Sozialkontakten hat dazu geführt, dass sich die Zahl der Menschen mit psychischen Krank- heiten seit der Einführung des iPhone verdoppelt hat. Aber das war erst der Anfang, denn mit der hochgepriesenen künstlichen Intelligenz werden Millionen von Menschen in der Arbeitswelt über- flüssig und bedeutungslos. Was macht man mit diesen Menschen und was machen diese Menschen dann mit dem System? Wie finden diese Menschen Anerkennung und Zufriedenheit. Wie entwickelt sich das Leben der Menschen wenn künstliche Intelligenz unseren Alltag bestimmt? Wird künstliche Intelligenz uns Menschen ähnlich betrachten wie wir die Tiere in der Massentier- haltung? Gibt es etwas gefährlicheres als das Maschinen über Menschen bestimmen und Millionen unzufriedene Menschen die man in die Bedeutungslosigkeit schickt.
#fridaysforfuture Greta Thunberg
Junge Menschen gehen heute zu Recht auf die Straße, um den Markt und die Politik darauf hinzuweisen, dass man ihnen und zukünftigen Generationen mit dem Klimawandel und der weiteren Zerstörung des Ökosystems ihre Zukunft stiehlt. Jungen Menschen sollten auch erkennen, dass durch die weitere Digitalisierung viele von ihnen bedeutungslos werden, sie werden keine Arbeit finden und es wird sich eine eigene Klasse der Bedeutungslosen entwickeln. Sollten wir nicht erkennen, dass der Markt wie verantwortungslose Götter handelt, die nicht Menschen, andere Lebewesen und Ökosysteme im Blick haben, sondern nur den Regeln des Marktes folgen. Das streben nach Konsum bedeutet für immer mehr Menschen Leid und Verlust des Lebensraums.
Müllabladeplatz
Das Streben nach Markenkleidung, die in den ärmsten Ländern der Welt durch Kinderarbeit erzeugt wird oder Billigkleidung die nur kurze Zeit genutzt wird, aber in den Produktionsländern Flüsse, Menschen und Ökosysteme vergiftet erfüllt doch keine echten menschlichen Bedürfnisse. Diese „Fast Fashion“ landet in unseren Müllverbrennungs- anlagen, um Schadstoffe und CO 2 zu erzeugen. In der Textil- und Lederindustrie arbeiten insgesamt 11% der minderjährigen Bevölkerung weltweit (168 Millionen Kinder). Kinder sind in dieser Industrie erheblichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt, ein Schutz vor Chemikalien ist oft nicht vorhanden.
brennende Welt
Wir verbrauchen Global jedes Jahr mehr natürlichen Ressourcen als der Planet uns zur Verfügung stellt. Um die Weltüberbelastung in Zahlen zu fassen hat die Organisation Global Footprint Network einen Earth Overshoot Day (auch „Erdüberlastungstag“ genannt) entwickelt der zeigt, wie die menschliche Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen das Angebot und die Kapazität der Erde zur Repro- duktion dieser Ressourcen in diesem Jahr über- steigt. Das jeweilige Datum wird berechnet, indem der globale ökologische Fußabdruck (die mensch- liche Nachfrage an biologischen Ressourcen innerhalb des betreffenden Jahres) in ein Verhältnis zur gesamten globalen Biokapazität (die Menge der welt-weiten Regeneration von biologischen Ressourcen innerhalb desselben Jahres) gesetzt wird; analog wird die jeweilige jährliche Ressourcen- inanspruchnahme auf eine entsprechende Anzahl Erden hochgerechnet. Das Ziel ist es, die Begrenzt- heit und Endlichkeit der natürlichen Ressourcen und der Erde ins Bewusstsein der Menschen zu rücken und aufzuzeigen. Ab 1971 übersteigt der jährliche Verbrauch die Global zur Verfügung stehenden Ressourcen. In den letzten Jahren waren 2017 am 1.08., 2018 am 29.07., 2019 am 29.07 und 2020 am 22.08.2020 die jährlich Weltweit zur Verfügung stehenden Ressourcen verbraucht. Für Deutschaland fiel der Erdüberlastungstag für 2019 auf den 3. Mai., würden alle Erdbewohner so wie in der EU leben, wären 2019 die weltweiten Ressourcen bereits am 10. Mai verbraucht gewesen und in den USA waren am 15. März die Ressourcen für 2019 verbraucht. Das bedeutet, mit diesem Datum ist der jährliche Bedarf der Natur überstie- gen, was das Ökosystem der USA im ganzen Jahr regenerieren kann.
Wolkexplosion
Es ist offensichtlich, dass ein „weiter so“ bei steigender Erdbevölkerung ins totale Chaos führt. Chaos bedeutet, Zerstörung des gesamten Öko- systems, verlorener Lebensraum durch Anstieg des Meeresspiegels, Überflutungen, Klimakriege, Hungersnot, Stürme, weiteres Arten- und Pflanzen- sterben. Das mangelnde Bewusstsein in der breiten Bevölkerung für die Ernsthaftigkeit der Situation gibt dem Markt die Möglichkeit des immer weiter so.

6. Wir sind bereits im

Worst-Case-Szenario

Wenn man die aktuelle Situation des Klimawandels betrachtet, dann sind wir heute schon im Worst- Case-Szenario . Der Weltklimarat IPCC hat 2005 neben weiteren Prognosen das Kürzel RCP 8,5 entwickelt, um aufzuzeigen wie sich das Klima in den nächsten Jahrzehnten unter verschiedenen Umständen entwickeln wird. Das Kürzel RCP 8,5 steht für ein Worst-Case-Szenario. Bislang galten die anderen günstigeren Szenarien als deutlich realistischer, RCP 8,5 wurde von vielen als irreführend abgetan. Forscher berichten im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences", dass der Kohlendioxid-ausstoß der vergangenen 15 Jahre am ehesten zu dem Worst-Case-Szenario passt. Die Abweichung der RCP-Prognose und den tatsäch- lichen Emissionen in den Jahren 2005 bis 2020 liege nur bei etwa einem Prozent und damit ist RCP 8,5 das realistische Szenario ist.
Dieses Worst-Case-Szenario hat auch Auswirkungen auf den Zeitpunkt wann wir die Tipping-Points (dt. Umkipp-Punkt) erreichen. Tipping-Points sind Ereignisse in der dramatische Klimaentwicklungen entstehen, die durch grundsätzliche Änderungen im globalen Wärmetransport wie z.B. durch veränderte Wasser- oder Luftströmungen, Abschmelzen des Grönländischen Eisschilds, eine Verän-derung des El-Niño-Phänomens sowie Abschmelzen des Permafrostes bewirkt werden und unumkehrlich sind.

7. Gerechter Wandel

Die Ernsthaftigkeit der globalen, generationenüber-greifenden und ökologischen Dimensionen des Klima-wandels wird oft nicht klar kommuniziert. In westlichen Medien wird oft über möglichen Folgen des Klimawandels in den gemäßigten Klimazonen des Nordens berichtet. Dabei scheint das wirtschaftliche Wachstum und Wohl-standseinbußen die vorrangige Sorge zu sein. Diese sehr verkürzte Sicht, berücksichtigt nicht die Ursachen und die ungleich verteilten Folgen des Klimawandels weltweit. Wir werden alle Opfer sein, aber am härtesten werden die ärmsten Länder und Menschen getroffen die am wenigs-ten CO 2 in die Atmosphäre gebracht haben.
Arme Menschen
Diese Vulnerabilität, umfasst zwei wichtige Aspekte: 1. Die große Anzahl der Armen Weltweit lebt in Gebie-ten, die von extremen Wettereignissen wie tropischen Wirbelstürmen, Hochwasser oder Dürrekatastrophen betroffen sind. Auch der Anstieg des Meeresspiegels betrifft in vielen Gebieten arme Menschen, die in Slums an der Küste oder in erdrutschgefähr-deten Gebieten leben. Die Befriedigung elementarer Grundbedürfnisse wird verstärkt arme Menschen treffen. Die Niederschlagsmengen in Trockengebieten, die schon jetzt unter Wasserknappheit leiden, werden nochmal deutlich abnehmen. Eine höhere Gefahr von Dürren und Überflutungen wird erwarten. Dies führt zu landwirtschaft- lichen Ertragsverlusten und gefährdet die Ernährungssituation. Betroffen sind tropische und subtropische Regionen, wo schon jetzt zum Teil Hunger und Unterernährung herrscht. 2. Die soziale Vulnerabilität hängt von der jeweiligen Kapazität zur Bewältigung der Klimafolgen und der Fähigkeit zur Anpassung an sie ab. Arme Länder und arme Menschen verfügen über deutlich weniger dieser Kapazi- täten. Arme Menschen haben keinen Versiche- rungsschutz, sie haben wenig Zugang zu sozialen Grunddiensten (Gesundheit, Bildung) sowie einen Mangel an Rechtssicherheit und Freiheiten. In Krisenzeiten leiden sie am meisten unter Preiserhöhungen am Weltmarkt und sind kaum in der Lage, sich angemessen an extrem veränderte Situation anzupassen. Vor diesem Hintergrund ist aus ethischer Sicht die Gerechtigkeitsfrage, die u.a. eine Verteilungsfrage ist, von grundlegender Bedeutung. Eine Verteilungsgerechtigkeit muss auch die Vergan- genheit berücksichtigen. Der Reichtum und Wohl- stand der reichen Länder wurde mit epochalen Klimaschäden und Zerstörung des Ökosystems bezahlt. Der Wirtschaftsanthropologe Jason Hickel von der Universität London hat ausgerechnet, das die USA und Europa für mehr als 80 Prozent der übermäßi- gen CO 2 -Emissionen seit 1850 verantwortlich sind. Die Veröffentlichung zeige, dass die Hochlohn- Staaten in noch größerem Maß für den Klima- wandel und die damit verbundenen Schäden verantwortlich sind, als bislang angenommen.
Diese Tatsache ist seit mindestens 40 Jahren bekannt, ohne dass dies zu einer Veränderung geführt hat. Es gibt kein ethisches Argument, das es armen Ländern und Menschen verwehren könnte, eine „nachholende Entwicklung“ für einen ver- gleichbaren Wohlstand anzustreben. Dies würde die Klimaerwärmung noch beschleunigen und damit die Klimakatastrophe beschleunigen. Somit haben reiche Länder die moralische Verpflichtung auch vor dem Hintergrund des gemeinsamen Interesses zu überleben, dem Verursacherprinzip folgend ihre CO 2 Schuld abzutragen. Das heißt, sie müssen selbst sofort ihre Industrien und Energieversorgung klimaverträglich umbauen und CO 2 Energieversor- gungen abstellen. Des Weiteren müssen sie armen Ländern durch technische und finanzielle Hilfe helfen, ihnen auf diesem Weg zu folgen. Die Bedarfsgerechtigkeit der armen Länder und Men-schen hat jetzt absoluten Vorrang vor der Besitzstands-wahrung der reichen Länder. Die jetzt lebenden Menschen haben kein Recht, die voraus- sehbaren Folgen ihres Handelns zu ignorieren und so die Lebenschancen künftiger Generationen zu vernichten.
Verbindungen
Das globale Gut „Klimaschutz“ erfordert vorrangig internationale Kooperation und eine Weltordnungs- politik mit völkerrechtlichen Verträgen und Regeln sowie hand-lungsfähigen Institutionen; denn nur die Völkergemeinschaft gemeinsam kann die notwen- dige Umsteuerung leisten. Ebenso kann allein die Politik die erforderlichen wirtschaftlichen Anreize durch CO 2 Steuer und finanziellen Mittel bereit- stellen. Um die Folgen des Klimawandels besser zu bewäl- tigen muss das Handlungsvermögen der Armen gestärkt werden. Neben dem Kampf gegen die Armut, wird die Verwundbarkeit durch den Klima- wandel reduziert, um seine unvermeidbaren Folgen menschenwürdig zu bewältigen. Weniger Armut mit verbundener Bildung trägt auch entscheidend zu einem niedrigeren Bevölkerungswachstum bei. Wesentlich für die Bewältigung der Armut ist eine faire Weltwirtschaftsordnung, welche die Eigen- kräfte und das Einkommen der Armen nicht weiter schwächt. Dieses bedarf eines Umdenkens des jetzigen Welthandels.
Wesentlich für eine erfolgreiche Klimapolitik ist eine intelligente Energiepolitik, mit einer zunächst star- ken Reduktion von CO 2 und dem schnellen Abschal- ten von Kohlekraftwerken. Dies darf nicht zu Lasten der Armen erfolgen. Energiemangel und ungesicherter Energiezugang, stellen ein gewaltiges Hindernis für die Überwin- dung von Armut dar. Ein Verzicht auf einen höheren Energieverbrauch in den Entwicklungsländern oder gar der Armen ist daher nicht akzeptabel. Bestehen- de Konzepte wie Sonnenwärmekraftwerk können in Wüstenstaaten für ausrei-chend Energie sorgen. Marokko sich für eine grüne und nachhaltige Zukunft entschieden und setzt neben Windenergie und Photovoltaik auch solarthermische Kraftwerke mit Stromspeicher ein. Mit seinem Noor Projekt ist Marokko wegweisend für alle Wüstenstaaten. NOOR I hat eine Kapazität von 160 Megawatt und ist seit Frühjahr 2016 in Betrieb. NOOR II ist mit einer Kapazität von 200 MW seit Januar 2018 in Betrieb und NOOR III mit einer Kapazität von 150 MW seit März 2018. NOOR IV hat eine Kapatzität von 70 MW. Das NOOR Projekt erzeugt Strom für mindestens 1,23 Mio. Menschen. Im Vergleich zu konventio- nellen Kraftwerken wird in der höchsten Ausbau- stufe jedes Jahr der Ausstoß von mindestens 800.000 t CO 2 vermieden. Bis 2020 will Marokko den Öko-Anteil an der Stromerzeugungskapazität auf 42 Prozent steigern, bis 2030 sollen es 52 Prozent sein. Auch weltweit nimmt Marokko eine Vorreiterrolle ein. Die CO₂-Emissionen in dem Land entsprechen dem Ziel der Paris Agenda, die Klimaerwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu beschränken. Das schafft bisher kein anderes Land. Marokko hat die grüne Energiewende vor einigen Jahren beschlossen, während in vielen Ländern weiter auf fossile Energie gesetzt wird. Mit der Sonnenenergie kann auch synthetisch flüssiger Treibstoff produziert werden. Dabei wird nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie zuvor beim Herstellungsprozess der Luft entzogen wurde. Dieser klimafreundlichere Treibstoff kann eine kurzfriste Lösung für Luftfahrt und die Schifffahrt bedeuten die Umwelt zu entlasten. Aus dem sogenannten Syngas, bei dem es sich um eine Mischung aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid handelt, lassen sich Kerosin, Methanol oder anderen Kohlenwasserstoffe herstellen, die damit als Grundlage für Überbrückungstreibstoffe dienen. Potentialanalysen belegen, wie Sonne, Mond und Erde unsere Zi¬vilisation nachhaltig antreiben können: Die solare Kernfusion (Photovoltaik, Wind- kraft), die geologische Kernspaltung (Erdwärme), die biologische Photosynthese (Biomasse) und die lunare Gravitation (Tidenhub) bieten einen unbe- denklichen klimaneutralen Energiemix, der unsere Zivilisation durch viele Jahrtausende tragen kann. Die Studie der Energy Watch Group und LUT University skizziert ein 1,5°C Szenario mit einem kostengünstigen, sektorenübergreifenden und auf hoher Technologievielfalt beruhenden globalen 100% Erneuerbare-Energien-System, welches ohne negative CO 2 -Emissionstechnologien auskommt. Deutschland könnte bis spätestens 2040 den Energiebedarf aus erneuerbare Energien beziehen. Der schnelle Umbau bietet weltweit nachhaltige Chancen für neue Arbeitsplätze.
Country Infographic, The Solutions Project
Video: Megakraftwerk in der Wüste: Marokko schaltet auf Sonnenenergie um Euronews, Quelle
Ein zu 100% erneuerbares Stromsystem schafft weltweit 52 Millionen Arbeitsplätze. Durch den Wandel gehen 27,7 Millionen Arbeitsplätze und davon 9 Millionen Arbeitsplätze in der Kohle- industrie verloren. Das heißt, es werden weltweit ca. 34,3 Millionen neue Arbeitsplätze mit einem erneuerbaren Stromsystem geschaffen. Dazu kommen große Chancen für den Maschinen- und Anla-genbau sowie für die Elektroindustrie. Zur Umsetzung der Energiewende werden hochef- fiziente erneuerbare Erzeugungstechnologien, neue Technologien zur Energiespeicherung, Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze und eine breite Palette an Effizienztechnologien für Industrie, Gewerbe und Gebäude benötigt. Im Gebäude- bereich, aber auch in Industrie und Gewerbe können große Energieeinsparmöglichkeiten realisiert werden. Eine ethisch vertretbare Klimastrategie muss die bisher sehr enge Verknüpfung von Energiever- brauch und CO 2 -Emissionen auflösen. Durch Förderung von weit höherer Energieeffizienz, technologischen Innovation und den konsequen- ten internationalen Ausbau der erneuerbaren Energien (Bioenergie, Geothermie, Wasserkraft, Meeres-energie, Sonnenenergie und Windenergie), Umwandlung von Gebäuden in Mikrokraftwerke (dezentrale Energieerzeugung), Einsatz von Energiespeicherung in Gebäuden, Autos und inner- halb der Energieinfrastruktur (Stromspeicher, Wasserstoff, …), Schaffung eines intelligenten Stromnetz (Smart Grid-Systems), der Umstellung von Transport und Logistik und Elektromobilität mit integrierten Mobilitätskonzepten machen dies möglich. Internationale Zusammenarbeit und Solidarität muss von den reichen Ländern ausgehen. Globaler Verdrängungswettbewerb muss durch einen internationalen Gestaltungswettbewerb um nachhaltige industrielle Problemlösungen ersetzt werden. Mit nachhaltigen Konzepten, die alle Beteiligten auf gleicher Augenhöhe behandeln, können wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Unter-schiede sowie unterschiedliche Werte und Weltsichten die Türen für ein internationales Um- denken und Verhalten, das sozial- und umwelt- verträglich ist, öffnen. An den Werten und Tradi- tionen anzuknüpfen und die Menschen abzuholen bedarf es einer kritischen Auseinandersetzung. Viele Religionen haben unterstützende Vorstel- lungen über das Verhältnis zu seinen Mitmenschen und zum Ökosystem und die darin begründete Verantwortung. Für Religionsmitglieder können Leitbilder wie Solidarität und Erhalt der Schöpfung eine innere Motivationskraft für ein sozial- und klimagerechtes Verhalten sein. Das Klima-problem kann auch dazu beitragen, Menschen bewusst zu vermitteln, wie eng wir mit der natürlichen Umwelt verbunden sind und wie sehr wir auf eine intakte Umwelt angewiesen sind. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, allgemeine ethische Argumente und die vielfältigen kulturellen und religiösen Traditio- nen einzubeziehen. Eine nachhaltige Verknüpfung von Klima- und Armutspolitik ist entscheidend für den Klimawandel und kann nur gelingen, wenn wir die soziokultu- rellen Lebens-welten aller Menschen akzeptieren und ernstnehmen. Dies setzt in Entwicklungslän- dern voraus, dass man sie nicht als wirtschaftliche Objekte oder Objekt der Politik betrachtet, sondern sie aktiv an der Entwicklung klimapolitischer Strategien beteiligt. Nur so können sie konkret erfahren, dass es um das Überleben des Menschen und des Ökosystems geht, und sie durch Koope- ration ihre prekäre Lage verbessern können. Sofortiges globales Handeln in den Bereichen umweltfreundliche Energien, Energiespeicherung, Energieeffizienz, Rohstoff- und Materialeffizienz, nachhaltige Mobilität, Kreislaufwirtschaft, nach- haltige Wasserwirtschaft, Aufforstung und anlegen neuer Wälder und die Berücksichtigung von Bio- diversität (alles hängt mit allen zusammen) sind eine politische Notwendigkeit und ein ethisches Gebot gegenüber allen zukünftigen Generationen. Wir müssen sofort damit beginnen, dem Klimawandel ernsthaft zu begegnen und den Rest des bereits in weiten Teilen zerstörten Ökosystems zu retten. Dies ist entscheidend für die weitere Existenz des Menschen.

Handlungsempfehlungen

yuval harari yuval harari Ken Robinson Ken Robinson Gerard Hüther Gerard Hüther Harald Lesch Gerard Hüther Harald Lesch Gerard Hüther Schule Manfred Spitzer Michael Winterhoff Harald Lesch Martin Korte Manfred Spitzer Digitalisierung Neurowissenschaft Harald Lesch Schule Manfred Spitzer Michael Winterhoff Harald Lesch Martin Korte Manfred Spitzer Digitalisierung Neurowissenschaft Harald Lesch historisch RCP 8.5 RCP 6.0 RCP 4.5 RCP 2.6 Unternehmen wie gewohnt Unternehmen wie beabsichtigt Kumulierte Emissionen seit 2005 Gt CO2 2.500  2.000  1.500  1.000  500  0 2020 2030 2050
Abbildung: Total cumulative CO2 emissions since 2005 through 2020, 2030, and 2050. Data sources: Historical data from Global Carbon Project (6); emissions consistent with RCPs are from RCP Database Version 2.0.5 (https://tntcat.iiasa.ac.at/RcpDb/); “business as usual” and “business as intended” are from IEA Current Policies and Stated Policies scenarios, respectively (9). IEA data (fossil fuel from energy use only) was combined with future land use and industrial emissions to estimate total CO2 emissions. Future land use emissions estimated from linear trend fit to 2005 to 2019 Global Carbon Project land use emissions data (6). Industrial emissions estimated as 10% of total emissions. Final IEA data use historical values through 2020 and scenario values thereafter. Biotic feedbacks are not included in any IEA-based estimate. Note that RCP forcing levels are intended to represent the sum of biotic feedbacks and human emissions. Quelle: PNAS
Club of Rome 70000 v. Chr. 12000 v. Chr. 1500 1800 2000 2020
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Abbildung: Der junge Raoul Julien hatte bereits zwei Jahre im Dreh- und Angelsaal in Chace Cotton Mill, Burlington, Vermont, gearbeitet, als Lewis Hine dieses Foto 1909 machte.
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