Bildung

Im Epizentrum der Digitalität – dem Silicon Valley – werden zunehmend Waldorf- und

Montessori-Schulen gegründet, in denen die Kinder der Medienentwickler frei von

digitalen Medien aufwachsen. Die Eliten aus dem Silicon Valley achten darauf, dass

die Kreativität ihrer Kinder nicht durch digitalen Mediengebrauch zerstört wird.

Die Digitalisierung soll laut Politik in Deutschland nun auch in Grundschulen und

Kindergärten den Lebens- und Lernalltag bestimmen. Eine Gruppe

Neurophysiologen, Kinderärzten und Medienpädagogen haben einen

Medienratgeber herausgegeben, der für jedes Entwicklungsstadium des Kindes auf

156 Seiten und mit sprechenden Bildern versehen, praktische Tipps und Einsicht in

den körperlich-seelischen Reifegrad vermittelt.

Buntstifte
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1. Der Digitalpakt für Schulen führt

zu einer Verdummung der

Schüler*innen

„Das ist eine Verdummungsmaßname“. So lautet das vernichtende Urteil des renommierten Neurowissenschaftlers Manfred Spitzer zu der von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka angekündigten Initiative zur digitalen Bildung an Schulen. „Das Schulsystem ist dafür konzipiert, Gehorsamkeit und Konformität zu lehren. Und dafür, die natürlichen Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder zu verhindern.“ Noam Chomsky | Linguist und bedeutendster US Intellektueller. Zählt weltweit zu den wichtigsten Stimmen im politischen Diskurs.

2. In der Zukunft entscheiden die

Soft-Skills “Werte, Überzeugung,

unabhängiges Denken, Teamwork,

Mitgefühl – das lernt man nicht

digital

Der CEO des größten Handelskonzerns der Welt "Alibaba" wurde auf dem Weltwirtschaftsforum 2018 in Davos gefragt, wie er - als ausgebildeter Englischlehrer - zum Thema Bildung steht. Ma antwortet überraschend direkt: „Ändern wir nicht wie wir unterrichten, dann haben wir in 30 Jahren große Probleme.“ Er begründet seine Aussage mit der Digitalisierung, die bis 2030 bis zu 800 Millionen Berufe vernichten könnte. „Wir können Kindern nicht beibringen, mit Maschinen zu konkurrieren.“ Weiter führt Ma aus, dass das Bildungssystem darauf basiere, das Wissen der vergangenen 200 Jahre zu vermitteln. Für die Zukunft gleiche das aber einer Bankrotterklärung. Jack Ma spricht sich dafür aus, dass Kinder etwas lernen sollen, was Maschinen niemals können und was sie von diesen unterscheidet - auch in Zukunft. Als Beispiele nennt er “Werte, Überzeugung, unabhängiges Denken, Teamwork, Mitgefühl – Dinge die nicht durch reines Wissen vermittelt werden. Alles was wir lehren muss unterschiedlich von Maschinen sein. Wenn es Maschinen besser können, müssen wir darüber nachdenken.“ In Zeiten, in denen noch immer über Soft-Skills gelächelt wird und in Bildungsplänen kaum wirkliche Beachtung (und damit auch Bewertung) finden, lässt solch ein Statement eines des weltweit erfolgreichsten Unternehmers aufhorchen.

3. «Was Kinder heute lernen, wird

bald bedeutungslos sein»

Wir müssen unser Bildungssystem neu ausrichten. In den Schulen wird die Fähigkeit zur Interpretation und Einordnung immer wichtiger. Denn es geht buchstäblich um alles: um das Schicksal der Menschheit. „Mein bester Rat ist, sich auf die persönliche Belastbarkeit und emotionale Intelligenz zu fokussieren.“ Prof. Yuval Noah Harari, Historiker und Bestsellerautor von «Eine kurze Geschichte der Menschheit», «Homo Deus» und «21 Lektionen für das 21. Jahrhundert»

Handlungsempfehlungen

Digitalisierung

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4. Cyborgs Fantasien

Wir überlassen unsere Gesellschaftsutopien den Investoren aus dem Silicon Valley, die den Mars bevölkern wollen oder die Menschheit mit künstlicher Intelligenz auf die nächste zivilisatorische Stufe heben wollen. Der Tesla-Gründer Elon Musk hat sich am Start-up Neuralink beteiligt, das an Hirnimplantaten forscht, mit denen es möglich sein soll, das Gehirn mit Computern zu vernetzen. Der Mensch müsse sich langfristig zum Cyborg aufrüsten, sonst werde er inmitten der künstlichen Umgebungsintelligenz überflüssig, so Musk. Cyborgs sind Menschen, die durch Gehirnimplantate technisch verbessert wurden. Im Moment erklärten uns die Silicon Valley Konzerne, dass die Digitalität in Schulen einziehen muss, weil unsere Schüler mit ihren Systemen besser lernen können. Obwohl unsere Wissenschaftler das Gegenteil beweisen, folgen viele europäische Institutionen den Digitallobbyisten und liefern unsere Kinder den Konzernen aus.
Präsentation des Neuralink-Gehirns zum Start des Computerchips. San Francisco, USA - 28. August 2020. Foto: Aleksandra Sova

5. Wir leben in einer VUCA-Welt:

Schon heute nehmen wir pro Tag so viel Informationen auf, wie ein Mensch in den 1980ern innerhalb einer ganzen Woche. Volatility (=Volatilität) Situationen ändern sich plötzlich und unerwartet intensiv mit unbeständiger Veränderungsgeschwindigkeit. Dies verursacht Risikovermeidungen oder Überreaktionen, was über ausgelöste Kettenreaktionen oft zur Beschleunigung der Entwicklungen führen kann. Uncertainty (=Unsicherheit) Unbekanntheit und Unvorhersagbarkeit von zukünftig auftretenden Ereignissen und ihren Konsequenzen. Ursachen hierfür sind insbesondere eine Unkenntnis der relevanten Einflussfaktoren und ihres Zusammenspiels. Complexity (=Komplexität) Komplexität durch eine Vielzahl verschiedener, vernetzter Elemente und Systeme auf verschiedenen Ebenen, die nur äußerst unzureichend den etablierten Zuständigkeitsbereichen zugeordnet werden können. Ambiguity (=Ambiguität) Die Mehrdeutigkeit und Unschärfe von Beschreibungen und Bewertungen einer Situation führt zu mehrdeutigen Interpretationen von Informationen, Verantwortungsbereichen und ihren Schnittstellen. Das erschwert das nötige gemeinsame Verständnis der Realität. VUCA beschreibt die zunehmenden schwierigen Rahmenbedingungen, mit denen wir uns heutzutage auseinandersetzen müssen und die viele Menschen mit ihrer Komplexitätsdichte vollkommen überfordert. Unsere Realität wird zunehmend von kaum mehr zu bewältigenden geistigen Belastungen geprägt, die bei sehr vielen Menschen früher oder später zu psychischen Störungen führen. In dem aktuellen DAK Gesundheitsreport 2020 liegen die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen auf dem zweiten Platz. In 2019 legen die Erkrankungen noch auf dem dritten Platz.
Jeder muss sich die Frage stellen, wie weit wollen wir das Rad der Digitalisierung noch drehen und wollen wir wirklich unsere Kinder den Silicon Valley Konzernen ausliefern die ihre eigenen Kinder in Walldorf- und Montessori Schulen schicken?

6. Beispiele von Schulen die

Digitalisierung Altersgerecht

einsetzen

Montessori-Pädagogik In der Montessori-Pädagogik werden Kindern ein Fundus an Lernmöglichkeiten offengelegt mit dem Ziel: „Hilf mir, es selbst zu tun“. Die eigenständige Auswahl an Lernmaterialien hilft bei einer Abkehr von der üblichen Konsumhaltung. Eigenmotivation, Zielstrebigkeit und Selbstvertrauen sind nötig, um die Montessori-Pädagogik mit ihren Vorteilen nutzen zu können. In den Montessori-Schulen unterstützen Pädagogen gezielt, den natürlichen Lernantrieb von Kindern zu unterstützen. So wird dem Forschungsdrang Raum gegeben um ein selbstbestimmtes Lernen zu ermöglichen. Neben den Montessori Vereinigungen in den jeweiligen Ländern, gibt es auch eine Dachorganisation in Europa. Weltweit wurden über 40.000 Montessori Schulen gegründet. Waldorfschulen In Waldorfschulen stehen die „Soft Skills“ Gemeinschaftssinn, Persönlichkeit und soziales Lernen beim Waldorfkonzept im Fokus. Schüler erhalten eine ganzheitlichere Bildung, die künstlerische, kognitive, kreative, praktische und soziale Fähigkeiten gleichermaßen entwickelt. Das Motto lautet: Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Interessant ist die Verbindung mehrerer Fächer durch Projekte, um eine ganzheitliche Sicht des Unterrichtsstoffs zu vermitteln. Geht es im Geschichtsunterricht z. B. um das Mittelalter, wird im Deutschunterricht mittelalterliche Lektüre gelesen und nachmittags Getreide angebaut. Für eine stabile und harmonische Umgebung bleiben die meisten Klassen von der Einschulung bis zur letzten Schulstufe zusammen und auch der Klassenlehrer wechselt, wenn möglich nicht. Es gibt im Jahr 2020 1.187 Schulen und über 1.900 Waldorfkindergärten weltweit. Freinet-Schulen Freinet-Schulen verfolgen vier zentrale Ziele: freie Persönlichkeitsentfaltung, Selbstverantwortlichkeit, Zusammenarbeit und kritische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft. Klassen oder Gruppen werden von Erwachsenen und Kindern als selbstverwaltete Kooperative geführt, Entscheidungen trifft die Gemeinschaft. Zwar hat der französische Pädagoge Célestin Freinet sein Konzept ursprünglich für Schulen entwickelt. Aber mittlerweile arbeiten auch immer mehr Kindergärten und Tagesstätten in Deutschland nach dem Freinet-Ansatz. Im Vordergrund stehen die Individualität der Kinder und deren kritische Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt. Jenaplan-Schulen In den Schulen zählt Gespräch, Spiel, Arbeit und Feier. Der Pflichtlehrstoff wird im Kursunterricht vermittelt. Verschiedene Altersgruppen unterstützen sich gegenseitig und lernen miteinander. Um Probleme zu diskutieren und demokratische Entscheidungen zu treffen, finden Gesprächskreise statt, welche die sozialen Kompetenzen fördern. Bis zur 7. Klasse gibt es anstatt Zensuren einen Arbeits- und Leistungsbericht. Demokratische Schulen Demokratische Bildung beruht auf den zwei Säulen: 1. Selbstbestimmtes Lernen Lernende an Demokratischen Schulen und Hochschulen besuchen Kurse, wie an konventionellen Schulen. Der Unterschied ist, dass sie diese selbst wählen. Ein Großteil des Lernens findet außerhalb von Unterrichtskursen statt: in Projekten, in Praktika, beim Spielen, und in vielerlei Gesprächen. Kinder werden nicht auf Grund ihres Alters getrennt, sondern gruppieren sich nach Interessen und Fähigkeiten. 2. Gleichberechtigung in der Gemeinschaft Der Ansatz ist, dass man am besten in einer Umgebung lebt, lernt und arbeitet, in der unsere Rechte und Meinungen respektiert werden. An demokratischen Schulen finden Schulversammlungen statt, in denen alle Mitglieder der Gemeinschaft gleiches Stimmrecht haben, unabhängig von Alter und Position. Schüler/innen und Mitarbeiter/innen diskutieren und entscheiden gleichberechtigt über Schulregeln, Lerninhalte, Projekte sowie Personal und Haushaltsfragen. Club of Rome-Schulen Der Club of Rome wurde 1968 als gemeinnützige Organisation gegründet und setzt sich für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit ein. Die pädagogische Arbeit der Schulen zielt darauf ab, die Lernenden mit ökologischen, naturwissenschaftlichen und kreativen Kenntnissen auszustatten und sie in die Lage zu versetzen, zur Entwicklung einer ressourcen-schonenden globalen öko-sozialen Marktwirtschaft beizutragen. An den Schulen werden Lebensstile vorgelebt, die sich verstärkt an immateriellen Werten orientieren. Nachhaltige Bildung, Wissens- und Erfahrungstransfer stehen im Zentrum des Netzwerks. Die CLUB OF ROME Schulen verstehen sich als lernende Organisationen und treiben ihre Schulentwicklung und Netzwerkarbeit stetig voran. Mehlhornschule / BIP Kreativitätsschulen Das pädagogische Konzept der BIP Mehlhornschulen zielt vorrangig auf die Entwicklung und Förderung der wissenschaftlichen, technischen, künstlerischen und sozialen Kreativität, indem die Begabung, die Intelligenz und die dafür erforderlichen Persönlichkeitsqualitäten jedes einzelnen Kindes pädagogisch stimuliert werden. Der staatliche Lehrplan wird um bildkünstlerisches Gestalten, musikalisches Gestalten, Tanz / Bewegung, Darstellendes Spiel, sprachliches Gestalten, Schach, Informatik, Englisch sowie zwei weitere Fremdsprachen erweitert.
Anteile der zehn wichtigsten Krankheitsarten an den AU-tagen Muskel-Skelett-System psychische Erkrankungen Atmungssystem Verletzungen Verdauungssystem unspezifische Symptome Nervensystem, Augen, Ohren Neubildungen Kreislaufsystem sonstige 21,2% 17,1% 14,5% 11,8% 4,6% 4,3% 4,1% 8,3% 4,6% 4,6%
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Bildung Im Epizentrum der Digitalität – dem Silicon Valley – werden zunehmend Waldorf- und Montessori- Schulen gegründet, in denen die Kinder der Medien- entwickler frei von digitalen Medien aufwachsen. Die Eliten aus dem Silicon Valley achten darauf, dass die Kreativität ihrer Kinder nicht durch digitalen Mediengebrauch zerstört wird. Die Digitalisierung soll laut Politik in Deutschland nun auch in Grundschulen und Kindergärten den Lebens- und Lernalltag bestimmen. Eine Gruppe Neurophysiologen, Kinderärzten und Medien- pädagogen haben einen Medienratgeber heraus- gegeben, der für jedes Entwicklungsstadium des Kindes auf 156 Seiten und mit sprechenden Bildern versehen, praktische Tipps und Einsicht in den körperlich-seelischen Reifegrad vermittelt.
Empfehlen: Social Media kann süchtig und krank machen

1. Der Digitalpakt für

Schulen führt zu einer

Verdummung der

Schüler*innen

„Das ist eine Verdummungsmaßname“. So lautet das vernichtende Urteil des renommierten Neuro- wissenschaftlers Manfred Spitzer zu der von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka ange- kündigten Initiative zur digitalen Bildung an Schulen. „Das Schulsystem ist dafür konzipiert, Gehor- samkeit und Konformität zu lehren. Und dafür, die natürlichen Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder zu verhindern.“ Noam Chomsky | Linguist und bedeutendster US Intellektueller. Zählt weltweit zu den wichtigsten Stimmen im politischen Diskurs.

2. In der Zukunft

entscheiden die Soft-Skills

“Werte, Überzeugung,

unabhängiges Denken,

Teamwork, Mitgefühl –

das lernt man nicht digital

Der CEO des größten Handelskonzerns der Welt "Alibaba" wurde auf dem Weltwirtschaftsforum 2018 in Davos gefragt, wie er - als ausgebildeter Englischlehrer - zum Thema Bildung steht. Ma antwortet überraschend direkt: „Ändern wir nicht wie wir unterrichten, dann haben wir in 30 Jahren große Probleme.“ Er begründet seine Aussage mit der Digitalisierung, die bis 2030 bis zu 800 Millionen Berufe vernichten könnte. „Wir können Kindern nicht beibringen, mit Maschinen zu konkurrieren.“ Weiter führt Ma aus, dass das Bildungssystem darauf basiere, das Wissen der vergangenen 200 Jahre zu vermitteln. Für die Zukunft gleiche das aber einer Bankrotterklärung. Jack Ma spricht sich dafür aus, dass Kinder etwas lernen sollen, was Maschinen niemals können und was sie von diesen unterscheidet - auch in Zukunft. Als Beispiele nennt er “Werte, Überzeugung, unabhängiges Denken, Teamwork, Mitgefühl – Dinge die nicht durch reines Wissen vermittelt werden. Alles was wir lehren muss unterschiedlich von Maschinen sein. Wenn es Maschinen besser können, müssen wir darüber nachdenken.“ In Zeiten, in denen noch immer über Soft-Skills gelächelt wird und in Bildungsplänen kaum wirkliche Beachtung (und damit auch Bewertung) finden, lässt solch ein Statement eines des weltweit erfolgreichsten Unternehmers aufhorchen.

3. «Was Kinder heute

lernen, wird bald

bedeutungslos sein»

Wir müssen unser Bildungssystem neu ausrichten. In den Schulen wird die Fähigkeit zur Interpretation und Einordnung immer wichtiger. Denn es geht buchstäblich um alles: um das Schicksal der Menschheit. „Mein bester Rat ist, sich auf die persönliche Belastbarkeit und emotionale Intelligenz zu fokussieren.“ Prof. Yuval Noah Harari, Historiker und Bestsellerautor von «Eine kurze Geschichte der Menschheit», «Homo Deus» und «21 Lektionen für das 21. Jahrhundert»
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4. Cyborgs Fantasien

Wir überlassen unsere Gesellschaftsutopien den Investoren aus dem Silicon Valley, die den Mars bevölkern wollen oder die Menschheit mit künstli- cher Intelligenz auf die nächste zivilisatorische Stufe heben wollen. Der Tesla-Gründer Elon Musk hat sich am Start-up Neuralink beteiligt, das an Hirnimplan- taten forscht, mit denen es möglich sein soll, das Gehirn mit Computern zu vernetzen. Der Mensch müsse sich langfristig zum Cyborg aufrüsten, sonst werde er inmitten der künstlichen Umgebungsintel- ligenz überflüssig, so Musk. Cyborgs sind Menschen, die durch Gehirnimplantate technisch verbessert wurden. Im Moment erklärten uns die Silicon Valley Kon- zerne, dass die Digitalität in Schulen einziehen muss, weil unsere Schüler mit ihren Systemen besser lernen können. Obwohl unsere Wissenschaftler das Gegenteil beweisen, folgen viele europäische Instit- utionen den Digitallobbyisten und liefern unsere Kinder den Konzernen aus.
Präsentation des Neuralink-Gehirns zum Start des Computerchips. San Francisco, USA - 28. August 2020. Foto: Aleksandra Sova

5. Wir leben in einer

VUCA-Welt:

Schon heute nehmen wir pro Tag so viel Informatio- nen auf, wie ein Mensch in den 1980ern innerhalb einer ganzen Woche. Volatility (=Volatilität) Situationen ändern sich plötzlich und unerwar- tet intensiv mit unbeständiger Veränderungs- geschwindigkeit. Dies verursacht Risikovermei- dungen oder Überreaktionen, was über ausge- löste Kettenreaktionen oft zur Beschleunigung der Entwicklungen führen kann. Uncertainty (=Unsicherheit) Unbekanntheit und Unvorhersagbarkeit von zukünftig auftretenden Ereignissen und ihren Konsequenzen. Ursachen hierfür sind insbe- sondere eine Unkenntnis der relevanten Einflussfaktoren und ihres Zusammenspiels. Complexity (=Komplexität) Komplexität durch eine Vielzahl verschiedener, vernetzter Elemente und Systeme auf verschie- denen Ebenen, die nur äußerst unzureichend den etablierten Zuständigkeitsbereichen zugeordnet werden können. Ambiguity (=Ambiguität) Die Mehrdeutigkeit und Unschärfe von Beschrei- bungen und Bewertungen einer Situation führt zu mehrdeutigen Interpretationen von Infor- mationen, Verantwortungsbereichen und ihren Schnittstellen. Das erschwert das nötige gemeinsame Verständnis der Realität. VUCA beschreibt die zunehmenden schwierigen Rahmenbedingungen, mit denen wir uns heutzu- tage auseinandersetzen müssen und die viele Menschen mit ihrer Komplexitätsdichte vollkom- men überfordert. Unsere Realität wird zunehmend von kaum mehr zu bewältigenden geistigen Belas- tungen geprägt, die bei sehr vielen Menschen früher oder später zu psychischen Störungen führen. In dem aktuellen DAK Gesundheitsreport 2020 liegen die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen auf dem zweiten Platz. In 2019 legen die Erkrankun- gen noch auf dem dritten Platz.
Jeder muss sich die Frage stellen, wie weit wollen wir das Rad der Digitalisierung noch drehen und wollen wir wirklich unsere Kinder den Silicon Valley Konzernen aus- liefern die ihre eigenen Kinder in Walldorf- und Montessori Schulen schicken?

6. Beispiele von Schulen

die Digitalisierung

Altersgerecht einsetzen

Montessori-Pädagogik In der Montessori-Pädagogik werden Kindern ein Fundus an Lernmöglichkeiten offengelegt mit dem Ziel: „Hilf mir, es selbst zu tun“. Die eigenständige Auswahl an Lernmaterialien hilft bei einer Abkehr von der üblichen Konsum- haltung. Eigenmotivation, Zielstrebigkeit und Selbstvertrauen sind nötig, um die Montessori- Pädagogik mit ihren Vorteilen nutzen zu können. In den Montessori-Schulen unterstützen Päda- gogen gezielt, den natürlichen Lernantrieb von Kindern zu unterstützen. So wird dem Forschungsdrang Raum gegeben um ein selbst- bestimmtes Lernen zu ermöglichen. Neben den Montessori Vereinigungen in den jeweiligen Ländern, gibt es auch eine Dachorganisation in Europa. Weltweit wurden über 40.000 Montes- sori Schulen gegründet. Waldorfschulen In Waldorfschulen stehen die „Soft Skills“ Gemeinschaftssinn, Persönlichkeit und soziales Lernen beim Waldorfkonzept im Fokus. Schüler erhalten eine ganzheitlichere Bildung, die künstlerische, kognitive, kreative, praktische und soziale Fähigkeiten gleichermaßen entwic- kelt. Das Motto lautet: Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Interessant ist die Verbindung mehre- rer Fächer durch Projekte, um eine ganzheitliche Sicht des Unterrichtsstoffs zu vermitteln. Geht es im Geschichtsunterricht z. B. um das Mittel- alter, wird im Deutschunterricht mittelalterliche Lektüre gelesen und nachmittags Getreide angebaut. Für eine stabile und harmonische Umgebung bleiben die meisten Klassen von der Einschulung bis zur letzten Schulstufe zusam- men und auch der Klassenlehrer wechselt, wenn möglich nicht. Es gibt im Jahr 2020 1.187 Schulen und über 1.900 Waldorfkindergärten weltweit. Freinet-Schulen Freinet-Schulen verfolgen vier zentrale Ziele: freie Persönlichkeitsentfaltung, Selbstverant- wortlichkeit, Zusammenarbeit und kritische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft. Klassen oder Gruppen werden von Erwach- senen und Kindern als selbstverwaltete Koope- rative geführt, Entscheidungen trifft die Gemeinschaft. Zwar hat der französische Päda- goge Célestin Freinet sein Konzept ursprünglich für Schulen entwickelt. Aber mittlerweile arbeiten auch immer mehr Kindergärten und Tagesstätten in Deutschland nach dem Freinet- Ansatz. Im Vordergrund stehen die Individualität der Kinder und deren kritische Auseinander- setzung mit ihrer Umwelt. Jenaplan-Schulen In den Schulen zählt Gespräch, Spiel, Arbeit und Feier. Der Pflichtlehrstoff wird im Kursunterricht vermittelt. Verschiedene Altersgruppen unter- stützen sich gegenseitig und lernen mitein- ander. Um Probleme zu diskutieren und demo- kratische Entscheidungen zu treffen, finden Gesprächskreise statt, welche die sozialen Kompetenzen fördern. Bis zur 7. Klasse gibt es anstatt Zensuren einen Arbeits- und Leistungs- bericht. Demokratische Schulen Demokratische Bildung beruht auf den 2 Säulen: 1. Selbstbestimmtes Lernen Lernende an Demokratischen Schulen und Hochschulen besuchen Kurse, wie an kon- ventionellen Schulen. Der Unterschied ist, dass sie diese selbst wählen. Ein Großteil des Lernens findet außerhalb von Unter- richtskursen statt: in Projekten, in Praktika, beim Spielen, und in vielerlei Gesprächen. Kinder werden nicht auf Grund ihres Alters getrennt, sondern gruppieren sich nach Interessen und Fähigkeiten. 2. Gleichberechtigung in der Gemeinschaft Der Ansatz ist, dass man am besten in einer Umgebung lebt, lernt und arbeitet, in der unsere Rechte und Meinungen respektiert werden. An demokratischen Schulen finden Schulversammlungen statt, in denen alle Mitglieder der Gemeinschaft gleiches Stimmrecht haben, unabhängig von Alter und Position. Schüler/innen und Mitarbei- ter/innen diskutieren und entscheiden gleichberechtigt über Schulregeln, Lernin- halte, Projekte sowie Personal und Haus- haltsfragen. Club of Rome-Schulen Der Club of Rome wurde 1968 als gemeinnüt- zige Organisation gegründet und setzt sich für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit ein. Die pädagogische Arbeit der Schulen zielt darauf ab, die Lernenden mit ökologischen, naturwissenschaftlichen und kreativen Kennt- nissen auszustatten und sie in die Lage zu versetzen, zur Entwicklung einer ressourcen- schonenden globalen öko-sozialen Marktwirt- schaft beizutragen. An den Schulen werden Lebensstile vorgelebt, die sich verstärkt an immateriellen Werten orientieren. Nachhaltige Bildung, Wissens- und Erfahrungstransfer stehen im Zentrum des Netzwerks. Die CLUB OF ROME Schulen verstehen sich als lernende Organisationen und treiben ihre Schulent- wicklung und Netzwerkarbeit stetig voran. Mehlhornschule / BIP Kreativitätsschulen Das pädagogische Konzept der BIP Mehlhorn- schulen zielt vorrangig auf die Entwicklung und Förderung der wissenschaftlichen, technischen, künstlerischen und sozialen Kreativität, indem die Begabung, die Intelligenz und die dafür erforderlichen Persönlichkeitsqualitäten jedes einzelnen Kindes pädagogisch stimuliert werden. Der staatliche Lehrplan wird um bildkünst- lerisches Gestalten, musikalisches Gestalten, Tanz / Bewegung, Darstellendes Spiel, sprach- liches Gestalten, Schach, Informatik, Englisch sowie zwei weitere Fremdsprachen erweitert.
Anteile der zehn wichtigsten Krankheitsarten an den AU-tagen Muskel-Skelett-System psychische Erkrankungen Atmungssystem Verletzungen Verdauungssystem unspezifische Symptome Nervensystem, Augen, Ohren Neubildungen Kreislaufsystem sonstige 21,2% 17,1% 14,5% 11,8% 4,6% 4,3% 4,1% 8,3% 4,6% 4,6%

Handlungsempfehlungen

Digitalisierung