Digitale Rüstungsindustrie

Der Einzug der digitalen Militärtechnik birgt große Gefahren - wollen wir das Töten

von Menschen durch vermeintlich intelligente Waffensysteme erlauben?

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Das Wichtigste in Kürze Digitalisierung bedeutet für die digitale Rüstungsindustrie: Rüstungsausgaben weltweit auf Rekordniveau Rüstungsprojekte werden staatlich aus Steuermitteln gefördert, aber vor der Öffentlichkeit geheim gehalten Aktuelle Projekte: tödliche Drohnen, Killerroboter, insektengroße Waffenschwärme mit künstlicher Intelligenz Gefahr verheerender Fehlentscheidungen durch selbstentscheidende künstliche Intelligenz Protest ist sinnvoll und kann Wirkung entfalten (Projekt Maven)

1. Rekordausgaben für Rüstung

Die Sipri-Studie des Stockholmer Friedensforschungsinstituts zeigt, dass die Militärausgaben in 2019 weltweit auf die Rekordmarke von 1,9 Billionen Dollar gestiegen sind. Die USA bleiben an der Spitze, aber Deutschland verzeichnet den höchsten Anstieg bei Investitionen in Rüstung. Deutschland hat 2019 49,3 Milliarden Euro Steuergelder für Rüstung ausgegeben. Dabei investieren Regierungen weltweit Unsummen in die Militärische Digita- lisierung und Virtualisierung. Mit diesen Investitionen durch Steuergelder wird das Militär zu einem starken Innovationstreiber für digitale Rüstungs- und Über- wachungssysteme. Das aus Steuergeldern finanzierte Militär vernetzt sich dabei stark mit privaten Unternehmen und schaffen undurchsichtige Strukturen.

2. Verquickung von Staat und

Rüstungsindustrie

Investoren, die in Rüstungsfirmen investieren, erhalten Dividenden aus den Erträgen der Rüstungsfirmen, deren Forschung und Entwicklungskosten über Steuermittel finanziert ist. Zahlreiche bekannte und unbekannte privatwirtschaftliche und staatliche For- schungseinrichtungen sind im Auftrag des Militärs tätig. Spezielle Agenturen wie die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) oder das U.S. Army Research Laboratory (ARL) fördern großzügig Projekte an Universitäten und in der freien Wirtschaft. Dazu kommen eigene Großforschungslabors des Militärs. Das meiste, was in diesen Laboratorien entsteht, ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

3. Tödliche Drohnen

Das U.S. Army Research Laboratory (ARL) forscht mit Inhouse-Spezialisten und gemeinsam mit Privatfirmen und Universitäten an Nano-Flugdrohnen. Das ARL- Laboratory rühmt sich auf seiner Webseite mit seiner erfolgreichen Analyse der "Lethality", der tödlichen Wirkung von Waffensystemen. Flugdrohnen werden durch die U.S. Army seit Jahren als Tötungsgeräte einge- setzt. Für Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien soll bis 2025 eine eigene Eurodrohne entwickelt werden. Bis dahin sollen bewaffnungsfähige Drohnen vom Typus "Heron TP" von der israelischen Armee geleast werden. Mehr als 80 Staaten verfügen über militärische Drohnen, die zum Teil der Aufklärung dienen. Die US-Streitkräfte haben ihre Drohnen mit Bodenraketen ausgerüstet. Mit den Kampfdrohnen haben sie bereits Einsätze in Pakistan, Jemen und Somalia geflo- gen, um Terrorverdächtige zu töten. Das verstößt gegen das Völkerrecht und ist unmoralisch.

4. „Intelligente“ Waffen

Im Auftrag des US-Verteidigungsministerium hat die Defense Advanced Re- search Projects Agency (DARPA) 2018 einen Forschungsetat von 2 Milliarden USD für die „dritte Welle“ künstlicher Intelligenz erhalten, um mehr künstliche Intelligenz für intelligente Waffen zu entwickeln. Zukünftig soll KI schneller lernen und anpassungsfähiger sein. Sie soll ähnlich lernen und denken wie der Mensch und sich verschiedenen Bedingungen flexibel anpassen. Weiterhin arbei- tet die Darpa mit Industriepartnern mit dem INI-Programm („Intelligent Neural Interfaces“) an der nächsten Generation von Gehirn-Computer-Schnittstellen (Brain Machine Interfaces – BMIs). Das INI-Programm wird ergänzt durch die DARPA-Projekte „Intelligent Spine Interface“ (ISI) und „Next-Generation Non- surgical Neurotechnology“ (N3), die weitere Aspekte an Gehirn-Computer- Schnittstellen beleuchten. Mit dem millionenschweren Programm "Guaranteeing AI Robustness against Deception" (GARD) will Darpa einen Schutzschirm über der Technik spannen. Technologiepartner für das Projekt sind u.a. Intel und das Georgia Institute of Technology.

5. Miniaturwaffen mit tödlicher

Durchschlagskraft

Inzwischen gibt es Helikopter-Minidrohnen mit Kameras und Mikrofonen, die so groß sind wie eine Hand oder ein Vogel, um für Soldaten die Umgebung zu erkunden. Nanodrohnen getarnt als künstliche Insekten sind der nächste Schritt. "DelFly", eine künstliche Libelle, entwickelt an der Universität Delft fliegt schon durch die Lüfte. Das Ziel der Industrie ist die Entwicklung von Miniatur Spionage- und Kampfrobotern, die so klein sind wie Fliegen. Sie könnten in Scharen überall eindringen, beobachten und töten. Bisher unterstützten KI-Systeme die Drohnenpiloten, zukünftig können Drohen eigene Entscheidungen treffen. So könnten die autonomen Drohnen aus Versehen einen Krieg beginnen oder Atomkraftwerke angreifen und die völker- rechtlichen Kriegsverbrechen durch Dohneneinsätze noch weiter ausweiten.

6. Killerroboter

Die Organisation autonomousweapons.org, die sich ihrer Kampagne „Stop Killer Robots“, für das Verbot von Kampfdrohnen einsetzt, hat schon vor drei Jahren ein Horrorszenario vorgestellt, das heute technisch schon Realität ist. In dem Video "Slaughterbots" werden winzige autonome Präzisionsdrohnen in der Größe von Insekten beworben, die ihre Opfer durch Gesichtserkennung identi- fizieren, sich dann auf ihren Kopf stürzen und mit einer geringen Sprengstoff- menge gezielt töten. Sie können in Schwärmen eingesetzt werden und auch in Häuser eindringen. Die Google-Mitarbeiterin Laura Nolan, die bei einem militärischen Drohnenpro- gramm mitarbeitete, hat Details aus einem US-Drohnen-Programm verraten. Sie warnt, dass autonome Waffen Massenmorde anrichten könnten und plädiert für ein Verbot solcher Systeme. Autonome Waffen sind die nächste Stufe der digitalen Kriegsführung bei der künstliche Intelligenz Entscheidungen treffen kann. Die englische Tageszeitung Guardian berichtete, das Google unter den dem Codenamen „Maven“ mit dem US-Verteidigungsministerium kooperierte. Der Softwarekonzern Google unterstützte dabei, dass Drohnen mit künstlicher Intelligenz Ziele besser erkennen und zwischen Menschen und Objekten besser unterscheiden können. Bei Google regte sich interner Protest gegen das Projekt „Maven“ und tausende Mitarbeiter unterzeichneten eine Petition dagegen, einige kündigten aus Protest. Inzwischen ließ Google den Vertrag mit dem US- Verteidigungsministerium auslaufen. Das Rüstungsunternehmen Lockheed Martin hat für die US Army hydraulische Roboter-Anzüge, die als Exoskelette bezeichnet werden, entwickelt. Die Exo- skelette sollen die Bewegungen der Soldaten vorwegnehmen und verstärkten. Der nächste Schritt sind mit künstlicher Intelligenz gesteuerte und selbstent- scheidende Kampfroboter. Zu autonomen Kampfrobotern gehören auch intelli- gente Patronen und andere Geschosse die ihre Ziele selber finden.

7. Kriege der Zukunft

Kriege der Zukunft sollen mit weniger Menschen und gesteuert durch künstliche Intelligenz geführt werden. Diese Veränderungen durch Digitalisierung und Cybersecurity sind im Fokus der Rüstungskonzerne wie Atos, Boing, Thales, Lockheed Martin, BAE Systems und Raytheon, General Dynamics, Northrop Grumman, L3Harris Technologies, Airbus, United Aircraft, Almaz Antey,Aviation Industry Corporation of China, China North Industries Group Corporation Limited und China Aerospace Science and Industry Corporation. Die USA sind laut der Studie des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri unangefochtener Spitzenreiter der Rüstungsindustrie, sowohl bei den Ausgaben für Rüstung als auch in der Produktion.

8. Protest

Der friedliche Fortschritt einer gesunden Menschheit ist bei der Digitalisierung der Rüstungsindustrie keine Priorität für die Regierungen, Rüstungskonzerne und militärischen Think-Tanks. Unsere Selbstzerstörung, indem wir künstlicher Intelligenz das Handeln überlassen, wird durch Steuergelder und Investoren, die in Rüstungsunternehmen oder rüstungsnahe Unternehmen investieren, finanziert. Nur politischer Protest und der Boykott von Investmentfonts, die in Rüstungs- industrien investieren, kann uns vor der Selbstzerstörung schützen. Das Beispiel Google mit dem Projekt „Maven“ zeigt, dass offener lauter Protest etwas bewirken kann.
Slaughterbots Slaughterbots

Grundlagen zur

Digitalisierung

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Foto: Shutterstock.com
Europäischer Verteidigungsfonds - vollständiger Zyklus zur Entwicklung von Fähigkeiten Europäische Kommission Forschung •	EU-Finanzierung Forschungsfenster Entwicklung •	Bündelung nationaler Beiträge •	EU-Kofinanzierung Erwerb •	Praktische Unterstützung durch die Europäische Kommission Vorbereitende Maßnahme zur Verteidigungsforschung Europäisches Verteidigungs-forschungsprogramm Europäisches Programm zur industriellen Entwicklung der Verteidigung Finanzielle Toolbox  Funktionsfenster
Abbildung: Funktionsweise des Europäischen Verteidigungsfonds. Quelle: Das EU- Rüstungsprogramm: Subventionen für die EU- Rüstungsindustrie, Sabine Lösing
Transitbereiche von US / NATO-Stützpunkten  450 km Reichweite für Landflugzeuge  1050 km Reichweite (+ ER) für landgestützte Flugzeuge  450 km Reichweite für Seeflugzeuge
Hier ist eine Momentaufnahme davon, wie die USA ihre Überwachungsfähigkeiten auf dem afrikanischen Kontinent allgemeiner sehen. Quelle: The Drone Papers, The Intercept
Abbildung: DARPA erstellt ein N3-Programm, um ein hohes Maß an Kommunikation zwischen Gehirnsystemen zu erreichen Quelle: N3 Proposer´s Day, DARPA
Bild: Robobee X-Wing - Harvard Quelle: Bild: Harvard University / Screenshot: Golem.de
"Sollte Google trotz moralischen und ethischen Widerspruchs von mehreren Tausend seiner eigenen Mitarbeiter vorgehen?" Ein ferngesteuertes US-Flugzeug im Irak, 2015. Project Maven analysiert mithilfe von maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz die große Menge an Filmmaterial, das von US-Drohnen aufgenommen wurde. Foto: Shutterstock
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Das Wichtigste in Kürze Digitalisierung bedeutet für die digitale Rüstungsindustrie: Rüstungsausgaben weltweit auf Rekordniveau Rüstungsprojekte werden staatlich aus Steuer- mitteln gefördert, aber vor der Öffentlichkeit geheim gehalten Aktuelle Projekte: tödliche Drohnen, Killerrobo- ter, insektengroße Waffenschwärme mit künstli- cher Intelligenz Gefahr verheerender Fehlentscheidungen durch selbstentscheidende künstliche Intelligenz Protest ist sinnvoll und kann Wirkung entfalten (Projekt Maven)

1. Rekordausgaben für

Rüstung

Die Sipri-Studie des Stockholmer Friedensfor- schungsinstituts zeigt, dass die Militärausgaben in 2019 weltweit auf die Rekordmarke von 1,9 Billionen Dollar gestiegen sind . Die USA bleiben an der Spitze, aber Deutschland verzeichnet den höchsten Anstieg bei Investitionen in Rüstung. Deutschland hat 2019 49,3 Milliarden Euro Steuergelder für Rüstung ausgegeben. Dabei investieren Regierungen weltweit Unsummen in die Militärische Digitalisierung und Virtualisierung. Mit diesen Investitionen durch Steuergelder wird das Militär zu einem starken Innovationstreiber für digi- tale Rüstungs- und Überwachungssysteme. Das aus Steuergeldern finanzierte Militär vernetzt sich dabei stark mit privaten Unternehmen und schaffen un- durchsichtige Strukturen.

2. Verquickung von Staat

und Rüstungsindustrie

Investoren, die in Rüstungsfirmen investieren, erhal- ten Dividenden aus den Erträgen der Rüstungsfir- men, deren Forschung und Entwicklungskosten über Steuermittel finanziert ist. Zahlreiche bekannte und unbekannte privatwirt- schaftliche und staatliche Forschungseinrichtungen sind im Auftrag des Militärs tätig. Spezielle Agentu- ren wie die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) oder das U.S. Army Research Laboratory (ARL) fördern großzügig Projekte an Universitäten und in der freien Wirtschaft. Dazu kommen eigene Großforschungslabors des Militärs. Das meiste, was in diesen Laboratorien entsteht, ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

3. Tödliche Drohnen

Das U.S. Army Research Laboratory (ARL) forscht mit Inhouse-Spezialisten und gemeinsam mit Privat- firmen und Universitäten an Nano-Flugdrohnen. Das ARL-Laboratory rühmt sich auf seiner Webseite mit seiner erfolgreichen Analyse der "Lethality", der tödlichen Wirkung von Waffensystemen. Flugdrohnen werden durch die U.S. Army seit Jahren als Tötungsgeräte eingesetzt . Für Deutsch- land, Italien, Frankreich und Spanien soll bis 2025 eine eigene Eurodrohne entwickelt werden. Bis dahin sollen bewaffnungsfähige Drohnen vom Typus "Heron TP" von der israelischen Armee ge- least werden. Mehr als 80 Staaten verfügen über militärische Drohnen, die zum Teil der Aufklärung dienen. Die US-Streitkräfte haben ihre Drohnen mit Bodenraketen ausgerüstet. Mit den Kampfdrohnen haben sie bereits Einsätze in Pakistan, Jemen und Somalia geflogen, um Terrorverdächtige zu töten. Das verstößt gegen das Völkerrecht und ist unmoralisch.

4. „Intelligente“ Waffen

Im Auftrag des US-Verteidigungsministerium hat die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) 2018 einen Forschungsetat von 2 Milliarden USD für die „dritte Welle“ künstlicher Intelligenz erhalten, um mehr künstliche Intelligenz für intelligente Waffen zu entwickeln. Zukünftig soll KI schneller lernen und anpassungsfähiger sein. Sie soll ähnlich lernen und denken wie der Mensch und sich verschiedenen Bedingungen flexibel anpassen. Weiterhin arbeitet die Darpa mit Industriepart-nern mit dem INI-Programm („Intelligent Neural Inter-faces“) an der nächsten Generation von Gehirn-Computer-Schnittstellen (Brain Machine Interfaces – BMIs). Das INI- Programm wird ergänzt durch die DARPA-Projekte „Intelligent Spine Interface“ (ISI) und „Next- Generation Nonsurgical Neurotechnology“ (N3), die weitere Aspekte an Gehirn-Computer-Schnittstellen beleuchten. Mit dem millionenschweren Programm "Guaranteeing AI Robustness against Deception" (GARD) will Darpa einen Schutzschirm über der Technik spannen. Technologiepartner für das Projekt sind u.a. Intel und das Georgia Institute of Technology.

5. Miniaturwaffen

mit tödlicher

Durchschlagskraft

Inzwischen gibt es Helikopter-Minidrohnen mit Kameras und Mikrofonen, die so groß sind wie eine Hand oder ein Vogel , um für Soldaten die Umge- bung zu erkunden. Nanodrohnen getarnt als künstli- che Insekten sind der nächste Schritt. "DelFly", eine künstliche Libelle, entwickelt an der Universität Delft fliegt schon durch die Lüfte. Das Ziel der Industrie ist die Entwicklung von Miniatur Spionage- und Kampfrobotern, die so klein sind wie Fliegen. Sie könnten in Scharen überall eindringen, beobach- ten und töten. Bisher unterstützten KI-Systeme die Drohnenpilo- ten, zukünftig können Drohen eigene Entscheidun- gen treffen. So könnten die autonomen Drohnen aus Versehen einen Krieg beginnen oder Atomkraft- werke angreifen und die völkerrechtlichen Kriegs- verbrechen durch Dohneneinsätze noch weiter ausweiten.

6. Killerroboter

Die Organisation autonomousweapons.org, die sich ihrer Kampagne „Stop Killer Robots“, für das Verbot von Kampfdrohnen einsetzt, hat schon vor drei Jahren ein Horrorszenario vorgestellt, das heute technisch schon Realität ist . In dem Video "Slaughterbots" werden winzige autonome Präzisionsdrohnen in der Größe von Insekten be- worben, die ihre Opfer durch Gesichtserkennung identifizieren, sich dann auf ihren Kopf stürzen und mit einer geringen Sprengstoffmenge gezielt töten. Sie können in Schwärmen eingesetzt werden und auch in Häuser eindringen. Die Google-Mitarbeiterin Laura Nolan, die bei einem militärischen Drohnenprogramm mitarbeitete, hat Details aus einem US-Drohnen-Programm verraten. Sie warnt, dass autonome Waffen Massenmorde an- richten könnten und plädiert für ein Verbot solcher Systeme. Autonome Waffen sind die nächste Stufe der digitalen Kriegsführung bei der künstliche Intelligenz Entscheidungen treffen kann. Die engli- sche Tageszeitung Guardian berichtete, das Google unter den dem Codenamen „Maven“ mit dem US- Verteidigungsministerium kooperierte . Der Softwarekonzern Google unterstützte dabei, dass Drohnen mit künstlicher Intelligenz Ziele besser er- kennen und zwischen Menschen und Objekten bes- ser unterscheiden können. Bei Google regte sich interner Protest gegen das Projekt „Maven“ und tausende Mitarbeiter unterzeichneten eine Petition dagegen, einige kündigten aus Protest. Inzwischen ließ Google den Vertrag mit dem US-Verteidigungs- ministerium auslaufen. Das Rüstungsunternehmen Lockheed Martin hat für die US Army hydraulische Roboter-Anzüge, die als Exoskelette bezeichnet werden, entwickelt. Die Exoskelette sollen die Bewegungen der Soldaten vorwegnehmen und verstärkten. Der nächste Schritt sind mit künstlicher Intelligenz gesteuerte und selbstentscheidende Kampfroboter. Zu autonomen Kampfrobotern gehören auch intelli- gente Patronen und andere Geschosse die ihre Ziele selber finden.

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8. Protest

Der friedliche Fortschritt einer gesunden Mensch- heit ist bei der Digitalisierung der Rüstungsindustrie keine Priorität für die Regierungen, Rüstungskon- zerne und militärischen Think-Tanks. Unsere Selbst- zerstörung, indem wir künstlicher Intelligenz das Handeln überlassen, wird durch Steuergelder und Investoren, die in Rüstungsunternehmen oder rüs- tungsnahe Unternehmen investieren, finanziert. Nur politischer Protest und der Boykott von Invest- mentfonts, die in Rüstungsindustrien investieren, kann uns vor der Selbstzerstörung schützen. Das Beispiel Google mit dem Projekt „Maven“ zeigt, dass offener lauter Protest etwas bewirken kann.
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